LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 303/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 01.02.2006, 11:36:26


Landtagsabgeordnete(r): Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Edith Zitz (Grüne), Peter Hagenauer (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)

Betreff:
Ortsumfahrungen statt Verwirklichung der S 7

Die regionale Entwicklung des Lafnitztales und der umliegenden Region würde durch die Verwirklichung der S 7 schweren Schaden nehmen. Die Profilierung der Region liegt im Gesundheitstourismus, der einen intakten Naturraum im Umfeld der Thermen erfordert.

Auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Feinstaubbelastung wäre der Bau der S 7 kontraproduktiv. Schon im Februar und März 2005 haben mobile Feinstaubmessungen in Fürstenfeld eine massive Überschreitung der Grenzwerte nachgewiesen, einmal mit 186 Mikrogramm eine fast vierfache Grenzwertüberschreitung. Durch die S 7 würden die Feinstaubwerte unweigerlich anwachsen.

Wenn das Projekt der S 7 umgesetzt werden würde, droht dem Lafnitztal eine Transitverkehrshölle, wie man sie nur aus Tirol kennt. Während Österreich in der EU für Beschränkungen des Transits eintritt, tut man im eigenen Land das Gegenteil. Eine Transitschneise durch das Lafnitztal zerstört die Umwelt und bringt keine Entlastung für die betroffene Bevölkerung, weil zusätzlicher Verkehr angezogen wird. Die Lebensqualität der BewohnerInnen des Lafnitztales würde unwiderruflich geschädigt werden, da die Lärmbelastung bei Autobahnen bis zu 6 Kilometer weit reicht und die Straße das Tal in zwei Hälften trennt. Zudem wäre der Bau einer vierspurigen Schnellstraße widersinnig, da sie in Ungarn zweispurig weitergeführt wird. Der 200 Millionen Euro teure Bau ist daher abzulehnen.

Stattdessen sind als Alternative Ortsumfahrungen, eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und insbesondere ein Ausbau der Bahn in die Wege zu leiten.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, aus Achtung vor der Lebensqualität der Menschen und im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung als Thermenregion vom geplanten Schnellstraßenprojekt der S 7 Abstand zu nehmen und als Alternative Ortsumfahrungen und eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in die Wege zu leiten.


Unterschrift(en):
Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Edith Zitz (Grüne), Peter Hagenauer (Grüne)