LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 547/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 30.05.2006, 14:24:02


Landtagsabgeordnete(r): Erich Prattes (SPÖ), Monika Kaufmann (SPÖ)
Fraktion(en): SPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Bettina Vollath

Betreff:
Schulmodell Eisenerz "Matura plus Berufsausbildung" in das Regelschulwesen aufnehmen

Beruf oder Matura? Die wohl meistgestellte Gretchenfrage vieler Schülerinnen und Schüler die nach der neunten Schulstufe wissen müssen, was sie wollen. Mit dem Schulmodell "Matura mit Lehre" scheint sich vereinzelt in Österreich eine Lösung aufzutun.

So ermöglicht das Schulmodell Eisenerz "Matura plus Berufsausbildung" Schülerinnen und Schülern des örtlichen Bundesoberstufenrealgymnasiums (BORG) und der Handelsakademie (HAK) zusätzlich zum traditionellen Unterricht eine technische Berufsausbildung zu absolvieren. Nach der einführenden Berufsorientierungsphase in den Bereichen Elektro-, Metall-, Bau- und Holzberufe steht den Schülerinnen und Schülern die Ausbildung zur TischlerIn, ElektrobetriebstechnikerIn, ZerspanungstechnikerIn, Technischen ZeichnerIn und  KommunikationstechnikerIn (EDV und Telekommunikation) zur Wahl. Dieser berufsbildende Unterricht wird während des regulären Schuljahres für die genannten Schultypen von der Jugend- und Erwachsenenbildung GmbH (JEB GmbH) durchgeführt.

Die Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit, zusätzlich zu ihrer klassischen allgemeinen Ausbildung die reale Arbeitswelt kennenzulernen und in weiterer Folge nicht nur die Matura, sondern auch die Lehrabschlussprüfung in dem von ihnen gewählten Berufszweig abzulegen. Die Kombination von allgemeinem, wirtschaftlichem und technischem Wissen kann zu Recht als ideale Voraussetzung für das nachfolgende Berufsleben angesehen werden. Sie wird von den späteren ArbeitgeberInnen sehr geschätzt. Allzu oft wird von Seiten der Wirtschaft die Kritik laut, dass im herkömmlichen Ausbildungssystem der Realitätsbezug fehle. Genau diesem Kritikpunkt wird im Schulmodell Eisenerz Rechnung getragen. Die bereits erzielten schulischen und beruflichen Erfolge bestätigen eindrucksvoll den eingeschlagenen Weg.

Dieses innovative Schulmodell wird in Form eines Schulversuchs geführt und muss daher Jahr für Jahr um die Aufbringung der finanziellen Mittel kämpfen. Durch die Aufnahme des Schulmodells in das Regelschulwesen könnte einerseits eine dauerhafte finanzielle Absicherung dieses zukunftsorientierten Schulmodells und andererseits eine nachhaltige Belebung der Region rund um den steirischen Erzberg erzielt werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert an die Bundesregierung mit dem dringlichen Ersuchen heranzutreten, 
  1. das Schulmodell Eisenerz "Matura plus Berufsausbildung" in das Regelschulwesen aufzunehmen und
  2. eine dauerhafte finanzielle Absicherung dieses innovativen, zukunftsorientierten Schulmodells sicherzustellen.




Unterschrift(en):
Erich Prattes (SPÖ), Monika Kaufmann (SPÖ)