LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 408/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 16.03.2006, 17:05:55


Landtagsabgeordnete(r): Christopher Drexler (ÖVP), Eduard Hamedl (ÖVP), Gregor Hammerl (ÖVP), Manfred Kainz (ÖVP), Elisabeth Leitner (ÖVP), Johann Bacher (ÖVP), Ernst Gödl (ÖVP)
Fraktion(en): ÖVP
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Helmut Hirt

Betreff:
Neue Wege in der Drogensubstitution

Ein Besorgnis erregendes Bild der Drogensituation in der Steiermark wird immer deutlicher. Das Einstiegsalter der Konsumenten ist innerhalb der letzten Jahre dramatisch gesunken, der Übergang von so genannten weichen Drogen auf Heroin und Kokain wurde immer fließender.

Dazu kommt, dass der Missbrauch von Ersatzdrogen ein erschreckendes Ausmaß annimmt. Derzeit wird im Rahmen des Drogensubstitutionsprogramms hauptsächlich Substitol in fester Form (Kapselform) abgegeben. Diese Methode ist für Missbrauchsversuche insofern geeignet, als Patienten die Einnahme bloß vortäuschen und die Kapseln anschließend am Schwarzmarkt verkaufen. 
Aufgrund dieser Tatsache, gibt es in Graz einen blühenden Schwarzmarkthandel und seit Weihnachten 2005 allein in der Steiermark sieben Tote!

In den Niederlanden ist man aufgrund ähnlicher Erfahrungen mittlerweile dazu übergegangen, Drogenersatzmittel nur mehr in flüssiger Form abzugeben. Ebenso werden dort Patienten erst ab dem 18. Lebensjahr in ein ambulantes Drogenersatzprogramm aufgenommen. In der Steiermark dagegen befinden sich bereits 13jährige in solchen Programmen!

In Amerika beispielsweise ist man davon abgegangen, Substitutionsmittel den Patienten für einen längeren Zeitraum, quasi auf Vorrat, mitzugeben. Dieses Problem wurde erfolgreich dahingehend gelöst, indem die Substitutionsmittel mittels Depotspritze verabreicht werden.

Die in Europa bekannten und bei der Substitution eingesetzten Medikamente haben neben vielen Nebenwirkungen weiters auch nicht den gewünschten Heilungseffekt. In China suchte man nach anderen Lösungen. Nach mehrjähriger Forschung wurde ein Präparat entwickelt, das alle Kriterien - natürliche Bestandteile ohne andere Abhängigkeiten hervorzurufen, Wirksamkeit in der Entgiftung und Lustbekämpfung -  erfüllt. In China wurden damit bemerkenswerte Erfolge bei der Entgiftung und Entwöhnung von Suchtkranken gemacht. Dieses Mittel wurde in Europa noch nicht eingesetzt, durch die Einsetzung dieses Präparates könnten sich jedoch wesentliche Besserungen bei der Behandlung von Patienten sowie Kosteneinsparungen für das Gesundheitssystem ergeben.

Darüber hinaus ist in vielen Ländern der Europäischen Union die Abgabe retardierter Morphine verboten. Österreich sollte sich diesen Regelungen gänzlich anschließen und die Steiermark die Aufnahme einer derartigen Bestimmung in der neuen Suchtgiftverordnung, welche derzeit lediglich eine Einschränkung der Abgabe vorsieht, einfordern.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass

  1. Substitutionsmittel in der Steiermark vorwiegend in flüssiger Form an die Patienten verabreicht werden (außer in begründeten Einzelfällen),
  2. geprüft wird, inwieweit bei der Mitgaberegelung Depotspritzen eingesetzt werden können, um den Missbrauch hintanzuhalten,
  3. Jugendliche unter 16 Jahren nicht in das ambulante Drogenersatzprogramm aufgenommen werden (außer in begründeten Einzelfällen) und
  4. ein Pilotprojekt zur Erprobung eines TCM-Präparates als Ergänzung zur Substitutionstherapie und zur Entgiftung und Entwöhnung von Suchtkranken durchgeführt wird.

Darüber hinaus wird die Steiermärkische Landesregierung aufgefordert, an die Bundesregierung mit dem Ersuchen heranzutreten, in der neuen Suchtgiftverordnung ein gänzliches Verbot der Abgabe von retardierten Morphinen aufzunehmen.


Unterschrift(en):
Christopher Drexler (ÖVP), Eduard Hamedl (ÖVP), Gregor Hammerl (ÖVP), Manfred Kainz (ÖVP), Elisabeth Leitner (ÖVP), Johann Bacher (ÖVP), Ernst Gödl (ÖVP)