LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 349/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.02.2006, 10:04:43


Landtagsabgeordnete(r): Ernest Kaltenegger (KPÖ), Renate Pacher (KPÖ), Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Bettina Vollath, Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)

Betreff:
Förderung von Studierenden der steirischen Universitäten und Fachhochschulen bzw. Senkung der Studienabbruchsquote

Die Quote der StudienabbrecherInnen ist in Österreich mit beinahe 50 Prozent quer durch alle Fachrichtungen im internationalen Vergleich ungewöhnlich hoch. Die Mehrheit der Studierenden ist gezwungen, mit fortgesetzter Dauer des Studiums in immer größerem Ausmaß zu arbeiten, um den Wegfall von staatlichen Transferleistungen und Unterstützung aus dem Elternhaus zu kompensieren.

Um zu verhindern, dass von dieser Problematik betroffene Studierende ihr Studium abbrechen, stellt der Bund künftigen AbsolventInnen österreichischer Universitäten und Fachhochschulen, die kurz vor Abschluss ihres Studiums stehen und sich ihre Ausbildung in den vorhergehenden Jahren nachweislich durch Erwerbstätigkeit selbst finanziert haben, Stipendien zur Verfügung.

Die Studienbeihilfenstelle in Graz, zuständig für die steirischen Bildungseinrichtungen im tertiären Bereich, erkennt etwa 50 Studierenden pro Jahr so genannte Studienabschlussstipendien in der Höhe von ca. 550 bis 1000 Euro monatlich für einen Zeitraum zwischen 12 und 18 Monaten zu. Leider muss ein großer Teil der durchschnittlich 180 Studierenden, die pro Jahr ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen, abgewiesen werden, obwohl die Betroffenen zweifellos bedürftig sind.
Die meisten Studierenden beziehen die Mittel für ihren Lebensunterhalt aus rasch wechselnden, atypischen Beschäftigungsverhältnissen an der Grenze zur geringfügigen Beschäftigung. Nur wenige können eine reguläre Halbbeschäftigung oder ein diesem Beschäftigungsausmaß entsprechendes Einkommen aus Erwerbstätigkeit vorweisen, wie es die Vergaberichtlinien verlangen.

Das Land Steiermark sollte denjenigen Studierenden steirischer Universitäten und Fachhochschulen, die alle Voraussetzungen für die Zuerkennung eines Studienabschlusstipendiums erfüllen, aber abgewiesen werden müssen, weil sie in mindestens 36 der letzten 48 Monate nur geringfügig beschäftigt statt halbbeschäftigt waren, das Studienabschlussstipendium in Mindesthöhe gemäß den Richtlinien in jeweils geltender Fassung aus eigenen Mitteln finanzieren.
Die Kosten dieser Maßnahme sind im Vergleich zu anderen bildungspolitischen Maßnahmen gering, der BezieherInnenkreis ist überschaubar. Die Prüfung der Anträge wäre weiterhin der Studienbeihilfenbehörde überlassen, wodurch zusätzlicher Verwaltungsaufwand vermieden werden könnte. Das Land Steiermark könnte einer signifikanten Anzahl junger Menschen, die andernfalls kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung als StudienabbrecherInnen in die Statistik Eingang finden würden, die erfolgreiche Absolvierung ihres Studiums ermöglichen.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, für Studierende der steirischen Universitäten und Fachhochschulen, welche, abgesehen von der Art des Beschäftigungsverhältnisses, alle Kriterien für den Bezug eines Studienabschlusstipendiums erfüllen, die Finanzierung dieser Stipendien zu übernehmen, sodass in Zukunft auch im maßgeblichen Zeitraum geringfügig Beschäftigte anspruchsberechtigt werden.


Unterschrift(en):
Ernest Kaltenegger (KPÖ), Renate Pacher (KPÖ), Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)