LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 532/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.05.2006, 09:24:29


Landtagsabgeordnete(r): Gerhard Rupp (SPÖ), Ursula Lackner (SPÖ), Ilse Reinprecht (SPÖ), Johannes Schwarz (SPÖ)
Fraktion(en): SPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), Bettina Vollath

Betreff:
Weiterbezug der Studien- und Familienbeihilfe bei unverschuldeter Studienzeitverlängerung

An der Medizinischen Fakultät der Universität Graz herrschen für die Studierenden extrem schlechte Studienbedingungen. Aufgrund der beschränkten Anzahl an Studienplätzen mussten sich die Studierenden nach Absolvierung des ersten Semesters einem aufwändigen Auswahlverfahren unterziehen, für welches Ende des vergangenen Semesters sogar die komplette Grazer Stadthalle mit einer Fläche von 12.500 Quadratmetern angemietet worden war.

Jene Studierenden, die diese "Hürde hinter sich gelassen" haben, werden im folgenden Semester wieder auf eine harte Probe gestellt, ist doch die Platzzahl mit 300 limitiert. Unter Einbeziehung einer schon bestehenden Warteliste von etwa 200 Studierenden aus dem Vorjahr bedeutet dies, dass von den mehr als 1200 Erstsemestrigen nur rund hundert in den zweiten Studienabschnitt aufsteigen können werden.

Die mehr als tausend Studierenden, welche keine Berücksichtigung finden werden, können sich über ein Reihungsverfahren für das Studienjahr 2006/07 neuerlich anmelden und verlieren dadurch Zeit, Geld und Motivation.

Diese Vorgangsweise stellt eine unzumutbare und höchst unbefriedigende Situation für die Betroffenen dar.

Ähnlich schlecht sind die Studienbedingungen für die Studierenden am Pädagogik-Institut der Universität Graz.
Das Lehrveranstaltungsangebot ist derart unzumutbar, dass den Studierenden ein zügiges Weiterkommen in ihrem Studium verwährt wird. Von 450 Studierenden, die vor dem Ende ihres Studiums stehen, bekommt nur ein geringer Teil einen Platz in notwendigen Pflichtlehrveranstaltungen, für den Rest heißt es ebenfalls "bitte warten".

Die Studierenden müssen während dieser Wartezeit nicht nur Studienbeiträge bezahlen, sondern es drohen ihnen auch der Verlust der Studienbeihilfe bzw. Familienbeihilfe aufgrund dieser unverschuldeten Verlängerung ihres Studiums.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten
  • sich bei der derzeit  zuständigen Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur vehement dafür einzusetzen, Maßnahmen zur entscheidenden Verbesserung der Studienbedingungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Graz und am Pädagogik-Institut der Grazer Universität zu setzen und weiters
  • jenen Studierenden, die durch Platzmangel unverschuldet am Weiterstudieren gehindert werden durch entsprechende Verordnung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur die Studienbeihilfe und Familienbeihilfe weiterhin zu gewähren.


Unterschrift(en):
Gerhard Rupp (SPÖ), Ursula Lackner (SPÖ), Ilse Reinprecht (SPÖ), Johannes Schwarz (SPÖ)