LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 886/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 16.11.2006, 16:20:11


Landtagsabgeordnete(r): Christopher Drexler (ÖVP), Gerald Schöpfer (ÖVP)
Fraktion(en): ÖVP
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)

Betreff:
Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Internationalisierung der Universitäten und den „Brain-Drain“ zugunsten Österreichs

Für Wissenschaft und Forschung sind die Internationalität und der Austausch von Studierenden, Gastvortragenden und ForscherInnen ein wichtiges Desiderat. Es erweist sich auch, dass ausländische AbsolventInnen unserer Universitäten in ihrem weiteren Berufsleben in ihrem Heimatland meist sehr wertvolle "Boschafter" unseres Landes sind\; dies kommt nicht zuletzt auch der österreichischen Wirtschaft zu Gute.
Es ist offenkundig, dass in Zukunft die Vorteile eines Wirtschaftsstandortes noch mehr als bisher über die Qualität von Wissenschaft und Forschung bestimmt werden. Dafür gilt es, das Humankapital auszubauen und die besten Köpfe für unser Land zu gewinnen. Es ist danach zu trachten, den so genannten "Brain-Drain" für Österreich positiv, im Sinnen eines "Brain-Gain" zu gestalten. Dies bedeutet, dass einerseits ein Abwandern österreichischer Spitzenforscher durch entsprechende Karrieremöglichkeiten im eigenen Land verhindert werden soll, andererseits sollte sich Österreich im internationalen Wettbewerb darum bemühen, zusätzliche hoch qualifizierte Persönlichkeiten für unser Land zu gewinnen.
Seit dem Inkrafttreten des Fremdenrechtspakets 2005 mit 1. Jänner 2006 gibt es im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres an vielen Universitäten Rückgänge bei den Studierenden aus Drittstaaten. So konnten an der Montanuniversität Leoben aus Mangel an nicht-deutschsprachigen Studierenden im abgelaufenen Sommersemester erstmals keine vorbereitenden Deutschkurse stattfinden.
Dies ist auf Verschärfungen im Fremdenrecht zurückzuführen. Damit erwachsen für die Studierenden und die Universitäten, aber auch für Betreuungsorganisationen wie den ÖAD schon jetzt hohen Aufwand und hohe Kosten (z.B. für leer stehende Unterkünfte aufgrund verspäteter oder gänzlich unmöglicher Einreise).
Damit Studierende aus Drittstaaten ein Studium in Österreich beginnen oder im Rahmen von Mobilitäts- bzw. Austauschprogrammen in Österreich durchführen können, sind Erleichterungen im Fremdenrechtspaket 2005 bzw. in dessen konkreter Umsetzung notwendig.
Im Einzelnen sei dabei auf das Positionspapier des Forums Internationales der Österreichischen Rektorenkonferenz vom 17. März 2006 verwiesen. Nach einer aktuellen Auskunft des Österreichischen Austauschdienstes (ÖAD) - Agentur für Internationale Bildungs- und Wissenschaftskooperation - vom Oktober 2006, sind die dort geschilderten Probleme nach wie vor weitgehend vorhanden.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung heranzutreten, um die Rahmenbedingungen für die Internationalisierung der Universitäten und den "Brain-Drain" zugunsten Österreichs zu verbessern.


Unterschrift(en):
Christopher Drexler (ÖVP), Gerald Schöpfer (ÖVP)