LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 495/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Legasthenie-Förderstellen.


zu:


EZ/OZ 495/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Legasthenie-Förderstellen


zu:


  • 495/1, Legasthenie-Förderstellen (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Bildung" hat in seinen Sitzungen vom 16.05.2006 und 28.11.2006 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.


Mit Beschluss des Ausschusses für Bildung vom 16. Mai 2006 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht, eine Stellungnahme zum Antrag Einl.Zahl 495/1 abzugeben.
 
In diesem Landtagsantrag wird die Steiermärkische Landesregierung aufgefordert, zentrale Förderstellen in der Steiermark zur Diagnostik und unentgeltlichen Betreuung der Leserecht-schreibschwäche (Legasthenie) einzurichten.

Hiezu wird von der Fachabteilung 6B des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung folgende Stellungnahme abgegeben:

Gemäß Artikel 14 Bundes-Verfassungsgesetz ist die Gesetzgebung und Vollziehung auf dem Gebiet des Schulwesens, insbesondere des Schulunterrichtes, Bundessache. Somit fällt auch die Festsetzung von Maßnahmen zur Prävention von Lese- und Rechtschreibstörungen und sonstiger legasthenischer Beeinträchtigungen in den Kompetenzbereich des Bundes. In den letzten Jahren hat es mehrmals diesbezügliche Anträge gegeben und werden die von der Fachabteilung 6B hiezu koordinierten Stellungnahmen in den Beilagen I, II und III zur Kenntnis gebracht.

Ergänzend wurde auch die Fachabteilung 8B des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung um Stellungnahme ersucht, in welcher Folgendes mitgeteilt wurde:
"Die Legasthenie - auch Lese-Rechtschreib-Störung - ist eine Art Teilleistungsschwäche bei normaler Gesamtintelligenz, eine Störung von Lesen und Rechtschreiben infolge eingeschränkter Fähigkeit, Wörter aus Buchstaben zusammenzusetzen oder in Buchstaben zu zerlegen. Laut Schulpsychologie stellt die Legasthenie ein pädagogisches Problem dar.
Grundsätzlich ist sie kein medizinisches und primär auch kein psychisches Problem.
Es kann daher nicht von einem krankheitswertigen Zustand gesprochen werden,
auch ist die Legasthenie keine Behinderung im Sinne der gesetzlichen Vorgaben.

Hirnorganische Erkrankungen, Sinnesbehinderungen (Sehen, Hören) und organisch bedingte Sprachstörungen sind demnach nicht Ursachen der klassischen Form einer Legasthenie. Da es sich also bei der Legasthenie nicht um ein medizinisches Problem handelt, kann in Bezug auf die geforderte Etablierung von zentralen Förderstellen zur unentgeltlichen Betreuung sowie zum Angebot von Einzelberatungen durch spezielle Fachkräfte seitens der Fachabteilung 8B über das hier Erwähnte hinaus nicht weiter Stellung genommen werden."

Abschließend wird festgehalten, dass seitens der Steiermärkischen Landesregierung auf Initiative von Frau Landesrätin Dr.in Bettina Vollath erstmalig im Schuljahr 2006/07 für den Bereich der öffentlichen allgemein bildenden Pflichtschulen für den Einsatz zusätzlicher LehrerInnen € 6.000.000,--
(d.s. 178 Dienstposten) zur Verfügung gestellt wurden, unter anderem um Fördermaßnahmen insbesondere im Schuleingangsbereich gewährleisten zu können.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Bildung, Schule, Kinderbetreuung, Wissenschaft, Forschung und Kultur zum Antrag, Einl.Zahl 495/1, der Abgeordneten  Kaltenegger,  Klimt-Weithaler und Ing. Pacher, betreffend Legasthenie-Förderstellen, wird zur Kenntnis genommen.