LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 958/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 19.12.2006, 11:25:39


Landtagsabgeordnete(r): Gerhard Rupp (SPÖ), Wolfgang Böhmer (SPÖ), Walter Kröpfl (SPÖ), Ursula Lackner (SPÖ)
Fraktion(en): SPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)

Betreff:
Ausbau von Studienplätzen an den Medizinischen Universitäten

 
In der neuesten Studie "Bildung auf einen Blick" erhält Österreich von den OECD-AnalystInnen für den Universitätsbereich noch schlechtere Noten als im Vorjahr.
 
Bereits der erste Satz des Österreich-Befunds ist alarmierend, wird hier doch festgehalten, dass unser Land trotz gewisser Anstrengungen bei der Ausbildung von Hochqualifizierten im Vergleich zu anderen OECD-Ländern weiter zurückgefallen ist.
 
Lediglich ein einziges Land, die Türkei, liegt bei der AkademikerInnenquote diesmal hinter Österreich, wo im Jahr 2004 nur 19,6 Prozent eines Jahrganges eine Hoch- oder Fachhochschule absolviert haben.
 
Die Quote von 19,6 Prozent mag zwar eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2000 (16 Prozent) bedeuten, aber gegenüber dem OECD-Schnitt sind wir weit abgeschlagen: Im OECD-Schnitt schließen 34,8 Prozent eines Schuljahrganges ein Studium ab (2000: 27,5 Prozent).
 
Die unterdurchschnittliche AkademikerInnenquote stellt eine ernsthafte Gefahr für die Zukunft Österreichs, speziell im Gesundheitsbereich dar.
 
Geldmangel und fehlende Räumlichkeiten sind der Grund, warum beispielsweise Studierende der Humanmedizin in Graz derzeit auf einen Platz im zweiten Studienabschnitt warten müssen.
 
Von denjenigen Studierenden, die den ersten Abschnitt der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Graz positiv abgeschlossen haben, können nur 229 aufsteigen, rund 120 müssen warten. In den letzten Jahren konnten rund 300 Studierende für den zweiten Abschnitt zugelassen werden. Da heuer aber Studierende, die den neuen Aufnahmetest bestanden haben, 100 Fixplätze bekommen haben, müssen die Restlichen wiederum warten.

Eine erste konkrete Maßnahme zum Abbau der Warteliste würde die rasche zur Verfügung Stellung von zumindest 20 zusätzlichen Studienplätzen im ersten und zweiten Studienabschnitt  bedeuten. Hiermit könnte auch ein Zeichen dahingehend gesetzt werden, dass der Medizinischen Universität Graz die zügige Ausbildung der angehenden MedizinerInnen ein ernsthaftes Anliegen ist.
 
Der Bedarf an ärztlichen Dienstleistungen wird aufgrund der steigenden
Lebenserwartung kontinuierlich höher werden - schon heute fehlen an Österreichs Spitälern zusätzliche Ärztinnen und Ärzte.
 Österreich blickt spätestens im Jahr 2015 einem durch Pensionierungen bedingten akuten Mangel an Ärztinnen und Ärzten entgegen.
 
Bedenkt man, dass ein Medizinstudium inklusive Turnus zehn Jahre dauert, so ist über kurz oder lang abzusehen, dass die Medizinischen Universitäten ihren Ausbildungsauftrag nicht mehr erfüllen werden können und künftig nicht mehr in der Lage sein werden, den steigenden Bedarf an Ärztinnen und Ärzten zu decken.
 
Eine Erhöhung der Studienplätze in der Medizin ist daher dringend erforderlich und für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung unumgänglich.
Um den drohenden Versorgungsmangel abzufedern, müssen umgehend zusätzliche Studienplätze für die österreichischen MedizinstudentInnen geschaffen werden.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:


Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung mit dem dringlichen Ersuchen heranzutreten, die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, damit zusätzliche Studienplätze für die Studierenden an den Medizinischen Universitäten geschaffen werden können.


Unterschrift(en):
Gerhard Rupp (SPÖ), Wolfgang Böhmer (SPÖ), Walter Kröpfl (SPÖ), Ursula Lackner (SPÖ)