LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 889/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 16.11.2006, 16:47:55


Landtagsabgeordnete(r): Walter Kröpfl (SPÖ), Siegfried Tromaier (SPÖ), Klaus Zenz (SPÖ), Wolfgang Böhmer (SPÖ), Ursula Lackner (SPÖ), Waltraud Bachmaier-Geltewa (SPÖ)
Fraktion(en): SPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Helmut Hirt, Kurt Flecker

Betreff:
Kostenübernahme für Gebärmutterhalskrebsprophylaxe

Pro Jahr erkranken 700 Frauen in Österreich an Gebärmutterhalskrebs - 180 sterben daran. Außer regelmäßigen Untersuchungen bei FrauenärztInnen gab es bislang noch keine Vorsorgemöglichkeiten. Jetzt gibt es erstmals ein Heilmittel: "Gardasil".

Als Wundermittel will die Ärzteschaft "Gardasil" von der Firmengruppe Sanofi-Pasteur MSD / Merck zwar nicht gleich bezeichnen, "tatsächlich handelt es sich dabei aber um ein Präparat mit beeindruckender Wirkung", beschreibt es Gert Klima, Chefarzt der steirischen Gebietskrankenkasse (GKK). Das neue Heilmittel wird in drei Teilimpfungen verabreicht, was 624 Euro kostet. Vor dem ersten Geschlechtsverkehr injiziert, sollen dadurch drei Viertel aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden. "Dabei regt dieser Impfstoff den Denkprozess des Immunsystems im Körper an", erklärt Klima. "So können bestimmte humane Papillomviren bekämpft werden. Und diese Viren - die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden - sind großteils verantwortlich für die Krebserkrankungen."

Auch im Gesundheitsministerium wurde bereits über "Gardasil" diskutiert. Allein: Die stockenden Regierungsverhandlungen verzögern auch die Preisverhandlungen rund um das begehrte Medikament. Also bleibt der Impfstoff teuer.

Auf die leichte Schulter - so versichern alle Beteiligten - werde das Thema nicht genommen. Erich Laminger etwa, der Vorsitzende des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, beteuert, dass der Hauptverband im Interesse der Bürgerinnen eine genaue Prüfung des Impfstoffes vornehme.

Eine so wichtige Vorsorgemaßnahme sollte jeder Frau unentgeltlich zugänglich sein und nicht an der Kostenfrage scheitern, weil durch die Vorbeugung einer Krebserkrankung die beschwerliche Behandlung für jede betroffene Frau und zudem die enormen Behandlungs- und Therapiekosten bei Krebserkrankungen vermieden werden könnten.

Der Ausschluss von dieser Maßnahme durch Kostenbarrieren für Personen mit geringem Einkommen kann ebenfalls nicht hingenommen werden!

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:



Die Landesregierung wird aufgefordert,

1. an die Bundesregierung mit dem dringenden Ersuchen heranzutreten, auf den Hauptverband der Sozialversicherungsträger einzuwirken, raschest möglich das Verfahren zur Aufnahme des Medikamentes "Gardasil" zur Gebärmutterhalskrebsprophylaxe in den Erstattungskodex in die Wege zu leiten, sowie

2. die Sozialversicherungsträger in der Steiermark aufzufordern, schon vorab die ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer kostenlosen Gebärmutterhalskrebsprophylaxe durch das Medikament "Gardasil" zu prüfen und umgehend umzusetzen.


Unterschrift(en):
Walter Kröpfl (SPÖ), Siegfried Tromaier (SPÖ), Klaus Zenz (SPÖ), Wolfgang Böhmer (SPÖ), Ursula Lackner (SPÖ), Waltraud Bachmaier-Geltewa (SPÖ)