LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 955/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 18.12.2006, 14:29:53


Landtagsabgeordnete(r): Franz Riebenbauer (ÖVP), Heinz Gach (ÖVP), Peter Rieser (ÖVP)
Fraktion(en): ÖVP
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Bettina Vollath, Franz Voves

Betreff:
Erhaltung der Bundeshandelsschulen in Vorau und Knittelfeld

Laut zahlreichen Zeitungsmeldungen sollen ab dem kommenden Schuljahr die Handelsschulen Vorau und Knittelfeld keine Schüler mehr aufnehmen und in weiterer Folge geschlossen werden.

Den Handelsschulen Vorau und Knittelfeld wurde mittels Weisung, am 30.11.2006, vom amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Steiermark untersagt, um Schüler für eine erste Klasse im Schuljahr 2007/08 zu werben. Die zweite und dritte Klasse werden noch ein Schuljahr weitergeführt, aber im Herbst 2008 sollen die Schüler der verbleibenden Abschlussklasse dann in die Handelsschule Hartberg bzw. Judenburg auspendeln, damit die beiden Standorte geschlossen werden könnte.
Laut dem Direktor der Bundeshandelsakademie Hartberg würde der Standort Vorau auch bei einer Schließung wieder aktiviert werden, weil in Hartberg Platzmangel besteht und daher auf den Standort Vorau (als Expositur mit eigener Leitung) zurückgegriffen werden müsste.

Die Schließungen werden mit Wirtschaftlichkeit und Geburtenrückgang argumentiert, jedoch bedeuten diese eine weitere Ausdünnung des ländlichen Raumes und somit eine eingeschränkte Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeit für die Jugend und gleichzeitig eine Existenzfrage für die Region. Das weitere Argument des Qualitätsverlustes kann nicht gelten, weil gerade die Schüler der Handelsschule Vorau bei Wettbewerben österreichweit immer Spitzenleistungen erzielen.

Weiters anzumerken ist, dass das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur für die Bundeshandelsschulen zuständig ist und nur auf Antrag des Landesschulrates, welcher bis dato nicht gestellt wurde, eine Schließung einer Bundesschule möglich ist. Laut Bundesministerium gab es noch nie Schließungen, doch dass mangels Schüler für ein Jahr die Eröffnung einer Klasse ausgesetzt wird, sei keine Novität und wäre unter Umständen zu empfehlen.


Der Weiterbestand der Standorte Vorau und Knittelfeld wäre nicht nur für die Jugendlichen der Region von großer Wichtigkeit in Bezug auf die Berufsausbildung und in weiterer Folge für die Berufschancen und Lebensqualität, sondern eine Aufwertung der Region.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, an den amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Steiermark heranzutreten und auf ihn positiv einzuwirken, dass
  1. die Bundeshandelsschulen in Vorau und Knittelfeld weiterhin erhalten bleiben,
  2. der offensive Schließungswunsch von Seiten des Landesschulrates hintanzuhalten ist,
  3. eine mögliche Weiterverwendung der Standorte Vorau und Knittelfeld in Bezug auf die Möglichkeit der Einrichtung einer Berufsreifeprüfung bzw. eines HAK-Aufbaulehrganges zu überprüfen und
  4. in Zukunft keine weitere Ausdünnung des ländlichen Raumes im Schulbereich erfolgt.


Unterschrift(en):
Franz Riebenbauer (ÖVP), Heinz Gach (ÖVP), Peter Rieser (ÖVP)