LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1107/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 28.02.2007, 00:00:00


Geschäftszahl(en): FA18A-12-1/2007-20
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)

Betreff:
Vereinbarung über Betrieb und Finanzierung von Zusatzleistungen im Bereich des Mariazeller Landes.

Ausgangssituation:
Vier Gemeinden des Mariazeller Landes, nämlich Mariazell, Gusswerk, Halltal und St. Sebastian, sind im Februar 2006 an die Fachabteilung 18A des Landes Steiermark mit dem Wunsch herangetreten, für den öffentlichen Verkehr ihrer Region Verbesserungen durchzuführen. Gemeinsam ist eine entsprechende Planung zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs gestartet worden.
Planerisch galt es insbesondere zu berücksichtigen:
  • Attraktivierung der bestehenden Buslinien (Anpassungen, Ergänzungen), Systementscheidung über Art des Ergänzungsverkehrs (regulärer Linienverkehr, Rufbus, Einkaufsbus,…), Anbindung Mariazeller Bahn
  • Festlegen der Korridor bezogenen Bedienungsniveaus und Aufbereitung auf Fahrplan- und Betriebsebene
  • Abschätzung der organisatorischen und infrastrukturellen Auswirkungen vor allem auch hinsichtlich verbesserter Fahrgastinformation und Eigenpräsentation des öffentlichen Verkehrs
  • Berücksichtigung touristischer Wünsche der Region
Anforderungen an den ÖV

Als Anforderungen an den öffentlichen Verkehr sind folgende Punkte festgelegt worden:
  • Bus für Erledigungsverkehr: Vormittags aus Gußwerk, Seeberg, Halltal in Richtung Mariazell, am späten Vormittag zurück, Nachmittag dasselbe Schema
  • Schülerverkehr: zu frühe Ankunftszeiten der Schüler in Gußwerk und in Mariazell (Busumlauf), keine Verbindung Richtung Weichselboden um cirka 11.30 Uhr (Ende VS Gußwerk), Schulendzeit um 13.15 Uhr der VS Mariazell passt nicht zur Endzeit Hauptschule (13.00 Uhr). Die Abfahrtszeiten um 13.17 Uhr Richtung Seeberg bzw. 13.15 Richtung Wildalpen würden versäumt werden.
  • Zusätzliche Verbindung am späten Nachmittag über Seeberg von Bruck/Mur kommend als Anschluss in Au
  • Stärkung der Achse Gußwerk - Mariazell - Mitterbach durch umlauftechnisch durchgehende Busse
  • Touristische Verbindungen (Wanderangebote als Rufbus in der Saison z.B.
    Ötscherüberschreitung, Walstern)
  • Integration des Schibusses in das bestehende Liniensystem
  • Anknüpfung Bahn
 
Maßnahmen

Die Maßnahmen, welche mit 01. Mai 2007 umgesetzt werden sollen, gelten in Summe als sehr maßvoll und schließen mit geringst möglichem Mittelaufwand bestehende Angebotslücken, die das sinnvolle Nutzen des öffentlichen Verkehrs im Mariazeller Land derzeit nicht möglich machen.
Im touristischen Bereich sollen nach Vorbild Xeismobil wesentliche Verbesserungen durch ein Rufbussystem möglich werden. Hier sollen durch neue Linien z.B. erstmals Überschreitungen über den Ötscher möglich werden. Das Angebot zwischen Mariazell und Mitterbach kann das bestehende Schibussystem ersetzen.
Hinsichtlich verbesserter ÖV-Information soll das bestehende Tourismusbüro des Mariazeller Landes Partner im steirischen Mobilitätszentralennetzwerk werden.
Entsprechend des einvernehmlich festgelegten Anforderungskatalogs die Maßnahmen im Detail:
 
Montag bis Freitag
- Richtung Weichselboden: Zusätzlicher Kurs am späten Vormittag, saisonierter Rufbus aus Weichselboden für Wanderer am späten Nachmittag
- Richtung Seeberg: Anschlussbus an STLB in Turnau um ~ 17.30 Uhr, zusätzliche Verbindung über Seeberg
- Richtung Terz: Herstellen einer ganzjährigen Verbindung in der Früh und am frühen Nachmittag (von Schultag auf Montag bis Freitag), neues Kurspaar am späten Vormittag, saisonierter Rufbus auf den Lahnsattel am späten Nachmittag
- Richtung Mitterbach: vier neue Kurspaare, Vertaktung (Abfahrt in Mariazell zur Minute 40´), Angebot ist auch ausreichend für Schibusbedienung, Adaptionen in der Streckenführung (z.B. Bahnhofsanbindung)

Samstag
- Richtung Weichselboden: 2 Kurspaare (saisonierter Rufbus) für Wandern
- Richtung Lahnsattel: 2 Kurspaare (saisonierter) Rufbus für Wandern bis Lahnsattel
- Richtung Mitterbach: 2 Kurspaare als Rufbus, Adaptionen in der Streckenführung (z.B. Bahnhofsanbindung)

Sonntag
- Verstärkerbus Bruck/Mur - Mariazell zu Freizeitticketzeiten als eigener Kurs
- Ansonsten wie Samstags
 
Rufbusse
- Verbindungen Samstag und Sonntag vom 01. Mai bis 26. Oktober auf das Niederalpl, Lahnsattel, Lackenhof über Zellerrain, zweimal wöchentlich nach Walstern
 
  
Mobil Zentral Mariazeller Land

Durch die Aufnahme vom Mariazeller Land als Netzwerkpartner würden die steiermarkweiten Netzwerkvorteile des Mobilitätszentralennetzwerks verstärkt, der Know-how-Transfer erweitert und Marktpositionen gefestigt werden. Den Kunden des Öffentlichen Verkehrs würde sich auch im Gebiet um Mariazell das Bild einer flächendeckenden Versorgung mit hochwertigem Informations- und Beratungsservice ergeben.

Das Kerngeschäft dieser Mobilitätszentralen ist neben Verkehrsmittel und Verkehrsunternehmen übergreifender Fahrplaninformation und Ticketverkauf das Beratungsgespräch mit dem Kunden. Es hat sich gezeigt, dass besonders der Verknüpfung von Mobilitätsdienstleistungen mit Freizeit-, Kultur- und touristischen Informationen eine immer stärker werdende Bedeutung zukommt. Tourismus und Freizeitmobilität bedürfen auch im Mariazeller Land in hohem Maße der Information über Alternativen zum PKW.

Mariazell könnte sich dem Kunden über die gemeinsame Netzwerk-Telefonnummer 05 / 82 06 06 anbieten (intelligentes Routing, Weiterleitung bei Besetztzeichen, Ausweitung der virtuellen Öffnungszeiten in den Abend hinein bzw. an Wochenenden). Über ein gemeinsames Intranet haben alle Mitarbeiter im Netzwerk schnellen Zugriff auf eine Fülle von Beratungs-Know-how. Diese gemeinsame Datenbasis wird regelmäßig gewartet und ergänzt, um die Informationen in bestmöglicher Qualität zu bieten. Die Mitarbeiter des Tourismusbüros sowie eventuell auch weitere Mitarbeiter der Mariazellerland-Gemeinden werden als Mobilitätsmanager geschult. Alle Netzwerkpartner treten unter dem einheitlichen Symbol für Mobilitätsberatung an die Öffentlichkeit.
Durch die Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung des Netzwerks können die Angebote rund um Mariazell wesentlich prägnanter im Rahmen des gesamtsteirischen ÖV-Angebots und sanft mobilen, autofreien Tourismus positioniert werden.

Kosten und Finanzierung:

Die Kosten für den Verkehrsdienst für den gesamten Zeitraum betragen € 134.000,00 und stellen sich wie folgt dar:
Kosten  1.5.07-31.12.07                                    €    54.000,00
Kosten für 2008                                                €    80.000,00
Kosten                                                             €  134.000,00
+ Marketing                                                      €    14.000,00
+ Unvorhergesehenes                                       €      8.000,00
Gesamtkosten f. die Zeit v. 1.5.07-31.12.08     € 156.000,00


Das Land Steiermark übernimmt 2/3, die Gemeinden 1/3 der Kosten. Der Landesanteil beträgt daher   € 104.000.00.


Eine Bundesförderung gemäß § 26 ÖPNRV-G im Ausmaß von 33 % wird beantragt und würde im Falle einer Zustimmung den Anteil des Landes reduzieren.
Die Zahlungen des Landes für das Jahr 2007 in der Höhe von rund € 43.500,00 ist im Rahmen des Budgetprovisoriums bei der VSt. 1/690204-7420 "Beiträge an den Verkehrsverbund" gegeben.

Für die Finanzierung des Jahres 2008 wird im Landesvoranschlag 2008 im Rahmen des jeweils verfügbaren Ressort-Budget-Volumens und somit ohne zusätzliche Mittelbereitstellung entsprechend Vorsorge getroffen.


Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 26. Februar 2007.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

1. Der vorstehende Bericht wird zustimmend zur Kenntnis genommen.
2. Der Landtag Steiermark ermächtigt die Fachabteilung 18A, Gesamtverkehr und Projektierung, ein Übereinkommen mit der Steirischen Verkehrsverbundgesellschaft mbH., den beteiligten Gemeinden und einem Verkehrsunternehmen für die Vertragsdauer von rund 1 1/2 Jahren abzuschließen.
3. Die Fachabteilung 18A, Gesamtverkehr und Projektierung, wird ermächtigt, für die beschriebenen Maßnahmen Zahlungen an die Steirische Verkehrsverbund GmbH. in der Höhe von rund € 104.000,00 für den genannten Zeitraum zu leisten.
Die Zahlungen des Landes für das Jahr 2007 in der Höhe von rund € 43.500,00 ist im Rahmen des Budgetprovisoriums bei der Vst. 1/690204-7420 " Beiträge an den Verkehrsverbund" gegeben.
Für die Finanzierung des Jahres 2008 wird im Landesvoranschlag 2008 im Rahmen des jeweils verfügbaren Ressort-Budget-Volumens und somit ohne zusätzliche Mittelbereitstellung entsprechend Vorsorge getroffen.