LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 977/7

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Förderung zum Erhalt des Johann-Puch-Museums.


zu:


EZ/OZ 977/7

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Förderung zum Erhalt des Johann-Puch-Museums


zu:


  • 977/1, Förderung zum Erhalt des Johann-Puch-Museums (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Bildung" hat in seinen Sitzungen vom 09.01.2007, 17.04.2007 und 08.05.2007 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Am 27. Dezember 2006 wurde der Selbstständige Antrag (Einl.Zahl 977/1) betreffend "Förderung zum Erhalt des Johann-Puch-Museums" eingebracht. In der Ausschusssitzung am 9. Jänner 2007 wurde der Beschluss gefasst, die Steiermärkische Landesregierung um Stellungnahme zu diesem Antrag zu ersuchen.

Im Antrag wurde angeführt, dass das Johann-Puch-Museum derzeit einen Bestand von rund 150 technikgeschichtlich relevanten Leihgaben aufweist, welche die Geschichte des Grazer Fahrzeugbaues dokumentieren. Damit stellt diese Sammlung unzweifelhaft ein Denkmal steirischer wie österreichischer Technik- und Sozialgeschichte dar. Aufgrund einer aus wirtschaftlichen Gründen notwendig gewordenen Dislozierung in die denkmalgeschützte Halle B auf dem ehemaligen Puch-Gelände erscheint der Bestand der Sammlung nunmehr ernsthaft gefährdet. Dies auch wegen der dadurch notwendig gewordenen hohen Kosten für die Neuaufstellung bzw. der Einbußen bei den Eintrittsgeldern.

Von der Abteilung 9 - Kultur wird berichtet, dass im Februar 2005 auf Anregung der Stadt Graz beim Landesmuseum Joanneum eine Machbarkeitsstudie bzw. ein Grundkonzept in Auftrag gegeben wurde. Weiters wurde 2006 eine Subvention in der Höhe von € 10.000,- für eine Ausstellung "Autoland Steiermark" - 110 Jahre Fahrzeugbau" im "Johann-Puch-Museum" gewährt. Diese Förderung wurde seitens Ressortbereichs LHStv. Dr. Kurt Flecker veranlasst und abgewickelt.
 
Eine etwaige künftige Förderung zum Erhalt des Museums wäre innerhalb des Ressorts "Volkskultur" zu prüfen, da die Angelegenheiten "Regionalmuseen" im Ressortbereich "Volkskultur" des Herrn 1. LHStv.  Hermann Schützenhöfer angesiedelt sind. Bisher ist aus diesem Bereich keine Förderung geflossen bzw. wurde eine solche auch nicht beantragt. Tatsächlich wäre eine dem derzeitigen Museumsbudget angemessene Förderung möglich. Hiezu muss allerdings angemerkt werden, dass für Museumsangelegenheiten im Jahr 2006 nur € 110.000,- zu Verfügung standen und dieser Betrag heuer außerdem um 10% gekürzt werden soll. Im Ressortbereich "Volkskultur" sind jedoch Förderanträge eines beträchtlichen Anteils der insgesamt 250 Sammlungen und Museen abzudecken. Aus einem der A9 vorliegenden "Statement für ein Johann-Puch-Museum" der FH JOANNEUM, Ausstellungs- und Museumsdesign, vom 6. Februar 2007, das UD Dr. Karl Stocker und Dipl.-Rest. Erika Thümmel abgegeben haben, geht jedoch hervor, dass ein "Low-Budget-Variante", d. h. hier vor allem die Miet- inkl. Betriebskosten für eine Neuaufstellung jährlich mit € 90.000,- zu veranschlagen wären. - Ein Betrag, mit dem der Ressortbereich "Volkskultur" naturgemäß völlig überfordert wäre.

Jedenfalls lässt die dargestellte Lage des "Johann-Puch-Museums" zwingend darauf schließen, dass man hier mit relativ hohen und längerfristigen Förderungen zu rechnen hat, um den musealen Bestand zu sichern. Dazu wären auch die von der Steiermärkischen Landesregierung beschlossenen "Richtlinien für die Gewährung von Förderungen für Museen" zu beobachten, die eben nicht " laufende Kosten für Personal, Betrieb und Infrastruktur" als förderbar ansehen. Darüber hinaus sind vor allem die Kriterien der "Fördervoraussetzungen" zu beobachten, die da u.a. sind:  Sammlung und Zustand, Präsentation, Kreativität, Vermittlung, Orts- und Themenbezogenheit, Öffnungszeiten, Zugänglichkeit, Auffindbarkeit, Besucherkomfort, Sicherheit, fachliche Betreuung, konzeptionelle Dispositionen etc. Nicht unerwähnt darf hier bleiben, dass das Objektinventar überwiegend aus privaten Leihgaben besteht, also jederzeit zurückgezogen werden kann.

Die A9 - Kultur sieht sich jedoch im Ressortbereich "Volkskultur" bzw. mit dem Referat Volkskultur durchaus in der Lage, eine, freilich der Budgetsituation angemessene, Förderung für das gegenständliche Projekt anzudenken. Ein entsprechender Antrag ist aber laut "Steiermärkischem Kultur -und Kunstförderungsgesetz" ab einem Subventionswunsch, der den Betrag von € 3.500,-  übersteigt, dem dafür eingesetzten Förderbeirat bzw. einer Fachexpertenkommission zur Begutachtung und Empfehlung vorzulegen. Bemerkt wird überdies, dass die Sicherung und der Weiterbestand der Sammlung "Johann-Puch-Museum" tatsächlich eine vorrangige Aufgabe der Stadt Graz zu sein hätte.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Bildung, Schule, Kinderbetreuung, Wissenschaft, Forschung und Kultur zum Antrag, Einl.Zahl 977/1, der Abgeordneten Mag.  Drexler, Kainz,  Hammerl, Hamedl, DDr. Schöpfer und Wicher, betreffend Förderung zum Erhalt des Johann-Puch-Museums, wird zur Kenntnis genommen.