LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 989/8

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Schnittstellenmanagement zwischen stationärem und mobilem Bereich.


zu:


EZ/OZ 989/8

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Schnittstellenmanagement zwischen stationärem und mobilem Bereich


zu:


  • 989/1, Schnittstellenmanagement zwischen stationärem und mobilem Bereich (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seinen Sitzungen vom 09.01.2007, 13.03.2007, 17.04.2007 und 08.05.2007 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.


In der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit wurde am 09.01.2007 der Beschluss gefasst, zum Antrag, Einl.Zahl. 989/1 der Abgeordneten Hammerl und Tschernko eine Stellungnahme der Landesregierung gem. § 30 Abs. 1 GeoLT einzuholen.

Mit dem gegenständlichen Antrag wurde einerseits die Fachabteilung 11A als auch die Fachabteilung 8A als zuständige Abteilungen befasst, die wiederum eine Stellungnahme des Gesundheitsfonds Steiermark einholte.
 
Hiezu teilt die Fachabteilung 11A folgendes mit:

Im Antrag wird von der Finanzierungsform der Krankenanstalten und neuer Behandlungsmöglichkeiten und von der Dauer der stationären Aufenthalte gesprochen, woraus zu schließen ist, dass das Schnittstellenmanagement zwischen dem Krankenhausbereich und dem mobilen Bereich gemeint ist. Da der mobile Bereich allerdings in den Aufgabenbereich der Fachabteilung 8B fällt, kann aus Sicht der Fachabteilung 11A hierzu keine Stellungnahme abgegeben werden.

Allerdings gibt es einen Pilotversuch zwischen dem stationären Krankenhausbereich und dem stationären Pflegeheimbereich. Dieser läuft zwischen dem LKH Knittelfeld und dem Pflegezentrum Knittelfeld zum Thema "ärztliche Mitversorgung der Bewohner des Landesaltenpflegezentrums Knittelfeld durch Ärzte des LKH Knittelfeld in der Nacht". Das Projekt läuft seit dem 1. September 2006.
 
Der Gesundheitsfonds Steiermark teilte mit Schreiben vom 08.03.2007 Folgendes mit:

"Das österreichische Gesundheitswesen weist zwei wesentliche Schwächen auf:
· Eine fehlende, ganzheitliche sektoren- und regionenübergreifende Zielsetzung und Planung sowie
· ein duales Finanzierungssystem ohne jede Möglichkeit des Ausgleichs.

Diese strukturellen Schwächen verursachen gleichsam als Folgeschäden eine zunehmende Schnittstellenproblematik, ein Auseinanderdriften der Versorgungsfelder "intramuraler und extramuraler Bereich" sowie strukturelle Fehlentwicklungen.

Daher wurden in der neuen Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens für die Jahre 2005 bis 2008 Maßnahmen mit der Zielsetzung "Überwindung der strikten Trennung der einzelnen Sektoren des Gesundheitswesens und Erreichung einer besseren Abstimmung in der Planung, Steuerung und Finanzierung des gesamten Gesundheitswesens" festgeschrieben.

Als eine dieser Maßnahmen mit dem Ziel, eine Gesamtverantwortung der Gebietskörperschaften und der Sozialversicherungen für die Finanzierung der Gesundheitsversorgung wahrzunehmen, wurden Landesgesundheitsfonds mit Gesundheitsplattformen auf Länderebene und eine Bundesgesundheitsagentur mit Bundesgesundheitskommission zur Planung und Steuerung des gesamten Gesundheitswesens (intra- und extramural) eingerichtet.

Das im gegenständlichen Antrag beschriebene Problem, die mangelnde Koordination zwischen dem stationären Bereich und den mobilen Diensten, wurde in der Steiermark schon frühzeitig erkannt und seitens der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse versucht, mit dem Pilotprojekt "Entlassungskoordination" im Raum Hartberg zu begegnen. Dieser Pilot wurde vor Jahren erfolgreich abgeschlossen und zwischenzeitlich gibt es in fast sämtlichen steirischen peripheren Fondskrankenanstalten so genannte Versorgungskoordinatoren, die von der Sozialversicherung eingerichtet und finanziert werden.

Da es im Großraum Graz, bedingt durch seine Mannigfaltigkeit des Versorgungsangebots, schwieriger ist einen optimalen Übergang vom stationären Bereich in den peripheren Bereich für den Patienten zu gewährleisten, soll mittels des Reformpoolprojektes "Nahtstellenmanagement im Großraum Graz" versucht werden, eine optimale Struktur für die Versorgungskoordination zu finden."

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit und Sport zum Antrag, Einl.Zahl 989/1, der Abgeordneten Hammerl und Tschernko, betreffend Schnittstellenmanagement zwischen stationärem und mobilem Bereich, wird zur Kenntnis genommen.