LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1348/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 14.06.2007, 12:30:59


Landtagsabgeordnete(r): Ursula Lackner (SPÖ), Walter Kröpfl (SPÖ), Monika Kaufmann (SPÖ), Klaus Zenz (SPÖ), Waltraud Bachmaier-Geltewa (SPÖ), Martina Schröck (SPÖ), Siegfried Tromaier (SPÖ), Wolfgang Böhmer (SPÖ)
Fraktion(en): SPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Helmut Hirt

Betreff:
Gentechnikfreie Nahrungsmittel in Krankenanstalten


Die Gesundheitsziele der Steiermark sehen auch die Schaffung von Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben als Ziel vor. Einen wesentlichen Punkt bildet dabei die Ernährung, weil das Ernährungsverhalten einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit ausübt. Für die Umsetzung sind unter anderem umfassende Programme für Schulen, Betriebe und Gemeinden notwendig.
 
Die Aufgabe eines Krankenhauses ist es, eine umweltverträgliche, sozial verantwortungsvolle und mit Ressourcen sparsam umgehende Organisation zu sein, um einerseits Menschen bei der Erhaltung und Wiedererlangung ihrer Gesundheit zu unterstützen und andererseits den MitarbeiterInnen ein entsprechendes Umfeld und gesunde Rahmenbedingungen zu bieten. Die Verpflegung hat neben der medizinischen Versorgung einen hohen Stellenwert.

Angesichts zunehmender Umweltbelastungen ist es besonders für Kranke von größter Bedeutung, möglichst biologisch erzeugte, unverfälschte Lebensmittel zu sich zu nehmen. In Hinblick auf die Entwicklung von Krankenhäusern hin zu Gesundheitszentren und gesundheitsfördernden und -erhaltenden Einrichtungen und der damit verbundenen Vorbildfunktion ist vor allem in diesem Bereich gesunde Ernährung zu fördern.
 
Die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Vorteile der Verwendung von Bio-Lebensmitteln zeigen sich vor allem durch weniger Energie- und Wasserverbrauch, Reduktion von gefährlichen Stoffen und Abfall, Forcierung artgerechter Tierhaltung und Hintanhaltung gentechnischer Veränderungen, womit ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsvorsorge sichergestellt werden kann.
 
Der Trend in den einzelnen Bundesländern zeigt, dass der Einsatz von Bio-Lebensmitteln in Krankenanstalten immer mehr zunimmt. So stammen beispielsweise in den Wiener oder Niederösterreichischen Krankenanstalten ungefähr 30 % aller Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft. Auch in den steirischen Landeskrankenhäusern ist dieser Trend festzustellen: Auf den Tellern finden sich immer mehr Bioprodukte.

Ein weiterer aber weit reichender Schritt zur Sicherung unserer Nahrungsmittelqualität ist die Vermeidung des Einsatzes von gentechnisch veränderten Produkten. Seit über zehn Jahren wird die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion intensiv und kontrovers diskutiert. Keine andere Technologie greift so entscheidend in das Leben ein wie der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft - das Thema Nahrung betrifft jeden Menschen, und das tagtäglich.
 
Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen ist in der Ablehnung von Gentechnik in Lebensmitteln von einem breiten Konsens geprägt. Das Gentechnik-Vorsorgegesetz Steiermark trägt dem Rechnung, indem der Schwellenwert zur Beurteilung der Verunreinigung mit 0,1 festgelegt wurde.

Tatsache ist aber, dass international immer mehr gentechnisch veränderte Lebensmittel, deren Risikopotential nicht abzuschätzen ist, in Umlauf sind und gebracht werden.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, im Sinn einer notwendigen Bewusstseinsbildung betreffend die Bedeutung der Ernährung, der Gesundheitsförderung und -vorsorge sowie der ganzheitlichen Versorgung der PatientInnen und MitarbeiterInnen in den steirischen Krankenanstalten
  1. die KAGes aufzufordern, den Einsatz von gentechnisch veränderten Lebensmitteln hintanzuhalten und
  2. eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe einzurichten, die die Zielerreichung umfassend unterstützt sowie Pilotprojekte initiiert und begleitet.


Unterschrift(en):
Ursula Lackner (SPÖ), Walter Kröpfl (SPÖ), Monika Kaufmann (SPÖ), Klaus Zenz (SPÖ), Waltraud Bachmaier-Geltewa (SPÖ), Martina Schröck (SPÖ), Siegfried Tromaier (SPÖ), Wolfgang Böhmer (SPÖ)