LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2352/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 25.06.2008, 00:00:00


Geschäftszahl(en): FA17A 01-14/2008-80
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Manfred Wegscheider
Beilagen: Antrag, Einl.Zahl 1354/1

Betreff:
Bericht an den Landtag zum Antrag der Abgeordneten Gruber, DDr. Schöpfer, Beutl, Dirnberger, Mag. Drexler, Ederer, DI Gach, Gangl, Gödl, Hamedl, Hammerl, Kainz, Kasic, Lackner, Leitner, Ing. Ober, Riebenbauer, Rieser, Straßberger, Tschernko, Wicher und DI Wöhry betreffend Standortplanung für die Produktion erneuerbarer Energie, XV. Gesetzgebungsperiode 2007 - Einl.Zahl 1354/1

In der in den Landtag Steiermark eingebrachten Regierungsvorlage betreffend Standortplanung für die Produktion "erneuerbarer Energie" (XV. Gesetzgebungsperiode 2007 - Einl. Zahl: 1354/1, GZ: FA17A 01-14/2007-104), wurde unter anderem ausgeführt, dass vom Landesenergiebeauftragten in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz ein umfassendes Konzept für Wärmenachfrage in der Steiermark ausgearbeitet werden sollte, das als Grundlage für die konkrete Ausweisung von Standorten für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie - und zwar sowohl zur Wärme-, Kälte- wie auch Stromerzeugung - dienen könne. Zu diesem Projekt würde es Zwischenberichte geben und der erste davon im Mai 2008 vorgelegt werden.

Dieses Projekt wurde unter dem Titel "Räumliche Modelle als Entscheidungsgrundlage für die Inwertsetzung regional verfügbarer Energiepotenziale zur CO2-neutralen Deckung des lokalen Wärmebedarfs" (Kurztitel: "Regionale Konzepte zur CO2-neutralen Wärmebedarfsdeckung") letztlich  von einer Projektgruppe unter der Führung des Austrian Research Center GmbH - ARC bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms "Energiesysteme der Zukunft" eingereicht und auch bewilligt. Die Einreichung war zu einem Zeitpunkt erfolgt, als noch davon ausgegangen werden konnte, dass ein erster Zwischenbericht bis Mai 2008 vorgelegt werden könne, mittlerweile hat sich aber der Projektstart aufgrund der erst sehr spät eingelangten Zusage seitens der FFG soweit verschoben, dass ein erster Bericht im Mai nicht möglich ist. Diese Zeitverzögerung lag nicht im Einflussbereich des Landes bzw. der mit dem Projekt befassten Fachstelle Energie.

Inhaltlich sei zu diesem Projekt angemerkt, dass es erstrebenswert wäre und bis zu einem gewissen Grad aufgrund der in der Steiermark vorhandenen Resursen auch durchführbar erscheint, den vorhandenen Bedarf zur Wärmebereitstellung zu einem großen Teil mit regional verfügbaren, erneuerbaren Resursen zu decken. Um eine wirtschaftliche Energieaufbringung und Abnahme zu erreichen müssen Aufbringung und Abnahme räumlich nahe beieinander liegen, das heißt, dass Transportwege und Energieverluste dabei minimiert werden müssen. Ein ganz wesentlicher Teil des Projektes bezieht sich demnach darauf, räumliche (explizit georeferenzierte) Modelle zu entwickeln, die aufzeigen sollen, inwieweit die Nachfrage nach Wärme und Kälte - für Raumheizung- und Kühlung, Warmwasser und Prozesswärme - durch regional verfügbare erneuerbare Energiequellen gedeckt werden kann, um daraus Aussagen über eine mögliche CO2 neutrale Bedarfsdeckung zu treffen.

Mit analytischen Methoden der Geoinformatik sollen dabei für zwei exemplarische Untersuchungsgebiete ( Murau und Feldbach/Radkersburg) einerseits die Potenziale der erneuerbaren Energieträger Biomasse, Solarthermie und Geothermie zur Wärmebereitstellung ermittelt und andererseits entsprechende Wärmeverbrauchsstrukturen modelliert werden. Diese Modelle sollen aufgrund der Verwendung von allgemein verfügbaren Daten auch auf andere Untersuchungsgebiete in der Steiermark (aber auch in Österreich) übertragbar sein.

Das geplante Projekt gliedert sich in folgende, aufeinander aufbauende Projektphasen:

Projektphase 1: Abbildung des Ist-Zustandes und Aufbau der Datengrundlage Beschreibung des definierten Untersuchungsgebiets mit Erfassung der Ausgangslage, insbesondere hinsichtlich der derzeit eingesetzten Energieträger und der relevanten vorhandenen Infrastruktur zur Wärmeversorgung.

Projektphase 2: Entwicklung eines Konzeptes für eine modelltechnische, räumliche Erfassung des Energiesystems\;

Projektphase 3: Räumliche Modellierung der Wärmeerzeugungspotenziale und der Wärmenachfragestruktur in der Testregion\; Modellierung der für die Wärme-/Kältebereitstellung nutzbaren  energetischen Potenziale und der C02-Bilanz unterschiedlicher Umsetzungsszenarien, Ableitung regional übertragbarer GIS gestützter Modelle  auf Basis der Ergebnisse im exemplarischen Untersuchungsgebiet\;

Projektphase 4: Dokumentation und Darstellung der Projektergebnisse
Verfassung eines Berichts mit der Beschreibung der angewandten Methodik und
der entwickelten Modelle\;
Erstellung eines interaktiven Auskunftssystems zur übersichtlichen Darstellung
der Angebots- und Nachfragesituation im Untersuchungsgebiet.

Projektphase 5: Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs als unterstützenden Beitrag zur Entscheidungsfindung für regionale Energiekonzepte und nachhaltige Investitionsförderung.
Projektphase 6: Aufbereitung des Projekt-Assets und Identifikation möglicher Interessenten über die Testregion hinaus. Organisation eines Workshops mit einigen Stakeholdern zur Präsentation der Ergebnisse und zum Feedbackaustausch.

Im angestrebten Modellsystem soll sich die Nutzung der regional verfügbaren Potenziale derart ergänzen, dass eine vollständige, kontinuierliche Bedarfsdeckung, unabhängig von konventionellen Energieträgern wie Öl oder Gas erreicht wird. In diesem Modellsystem soll somit die Wärmebereitstellung auf Basis regional verfügbarer Energieträger nicht nur einen wesentlichen Bestandteil des gesamten Energiesystems darstellen, sondern darüber hinaus die Grundlage für ein mögliches, zukünftig autarkes, CO2 -neutrales Energiesystem bilden.

Ein erster Zwischenbericht dazu ist im Herbst dieses Jahres zu erwarten.


Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 23. Juni 2008.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der vorstehende Bericht wird zur Kenntnis genommen.