LANDTAG STEIERMARK
XV. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3012/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 16.06.2009, 13:07:19


Landtagsabgeordnete(r): Odo Wöhry (ÖVP), Lambert Schönleitner (Grüne), Ewald Persch (SPÖ), Edith Zitz (Grüne), Karl Petinger (SPÖ), Klaus Konrad (SPÖ), Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Monika Kaufmann (SPÖ), Ernest Kaltenegger (KPÖ)
Fraktion(en): Grüne, ÖVP, SPÖ, KPÖ
Zuständiger Ausschuss: -
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), Hermann Schützenhöfer

Betreff:
Aufrechterhaltung des Personenverkehrs durch das Gesäuse

Der Nationalpark Gesäuse ist der einzige Nationalpark in Österreich, der direkt mit der Eisenbahn erreichbar ist. Der schienengebundene Personenverkehr durch das Gesäuse ist somit für den Nationalpark und die umliegende Tourismusregion eine unverzichtbare Infrastruktur. Die Anreise mit der Eisenbahn wird von der Nationalpark Gesäuse GmbH aktiv beworben. Derzeit nutzen vor allem Schulen (etwa im Rahmen der Schullandwoche) das Angebot, mit der Eisenbahn das Gesäuse zu bereisen (ca. 7.000 SchülerInnen im Jahr 2008). In Hinkunft soll der Nationalpark Gesäuse am nationalen und internationalen Tourismusmarkt verstärkt im Mehrtagestourismus positioniert werden. Gerade in Ballungsräumen verfügen viele Menschen über keinen eigenen PKW und suchen daher vermehrt nach Urlaubsdestinationen, wo eine Anreise mit der Eisenbahn möglich ist. Das kann für den Nationalpark Gesäuse ein wichtiges Auswahlargument sein. Auch aus ökologischen Gründen ist es wichtig, den Nationalpark schadstofflos erreichen zu können.

Die geplante Ausdünnung der Fahrpläne durch das Gesäuse ist daher aus touristischer, regionalwirtschaftlicher und ökologischer Sicht abzulehnen. Auch die Bürgermeister der künftigen Kleinregion "Gesäuse-Eisenwurzen" haben sich jüngst bei einem Treffen in Johnsbach geschlossen für die Aufrechterhaltung des Personenverkehrs der Gesäusebahn ausgesprochen.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

I. Der Landtag spricht sich für den Erhalt der "Gesäusebahn" als prioritären Verkehrsträger für den Personennahverkehr aus.
II. Die Landesregierung wird aufgefordert,
1. umgehend Verhandlungen mit der ÖBB aufzunehmen, um
a) die bestehenden Verkehrsdienstverträge dahingehend abzuändern, dass eine nachhaltige Sicherung der Bahnlinie durch das Gesäuse gewährleistet wird und zusätzliche Busangebote nicht mit der Bahnlinie konkurrieren, sondern diese lediglich punktuell ergänzen sollen,
b) ein bedarfsorientiertes Fahrplanangebot in Abstimmung mit den Gemeinden zu erarbeiten und gleichzeitig die Komfortqualität der Gesäusebahn zu attraktivieren, um die Fahrgastzahlen zu steigern,
c) insbesondere die Tagesrandverbindungen nach Wien und Graz zu stärken,
2. ergänzende Maßnahmen im ÖV zu setzen, die speziell auch auf die Sondersituation der Gemeinde Johnsbach Bedacht nehmen, und
3. ein touristisches Attraktivierungskonzept vorzulegen, um die Auslastung der Gesäusebahn zu steigern.


Unterschrift(en):
Odo Wöhry (ÖVP), Lambert Schönleitner (Grüne), Ewald Persch (SPÖ), Edith Zitz (Grüne), Karl Petinger (SPÖ), Klaus Konrad (SPÖ), Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Monika Kaufmann (SPÖ), Ernest Kaltenegger (KPÖ)