LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 157/3

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Schließung der Küche des LKH Voitsberg


zu:


  • 157/1, Schließung der Küche des LKH Voitsberg (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seiner Sitzung vom 07.12.2010 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Begründung:
Wie Medienberichten zu entnehmen war, ist geplant, die Küche des LKH Voitsberg im Sommer 2011 zu schließen. Es sollen bereits die ersten Maßnahmen für die Umstellung auf Cook&\;Chill getroffen werden (Bestellung von Aufheizwägen u.ä.) 
Grund für die Schließung seien finanzielle Einsparungsmöglichkeiten. Das LKH Voitsberg soll in Zukunft durch die Küche der LSF Graz mitversorgt werden.
Das Aus für die Küche bedeutet einen schweren Schlag für die PatientInnen und für die Beschäftigten.     

Zur Kernaufgabe der KAGes, der PatientInnenversorgung, gehört sicherlich auch die gesunde Ernährung der PatientInnen. So hat eine europaweite Studie ("NutritionDay in European Hospitals") zur Ernährung in Krankenhäusern gezeigt, dass nahezu die Hälfte der PatientInnen bereits mangelernährt in die Klinik kommt und auch dort schlecht ernährt wird. Eine Mangelernährung aber steigert die Liegedauer um bis zu 50 Prozent und das Sterblichkeitsrisiko erhöht sich drastisch!

Frisch gekochte Speisen aus frischen regionalen Produkten weisen sicherlich eine höhere Nährstoffdichte auf als Fertiggerichte oder Tiefkühlkost. Geringere Transport- und Lagerzeiten heimischer Produkte führen zu geringeren Vitaminverlusten als es bei ausländischer Ware der Fall ist. Auch kann eine Küche vor Ort sicherlich besser auf individuelle PatientInnenbedürfnisse eingehen, als es bei der Fremdversorgung der Fall ist.

Auch auf die CO2-Bilanz einer solchen Lösung soll in diesem Zusammenhang hingewiesen werden. Das Land Steiermark hat ehrgeizige Klimaschutzziele zu erreichen. Dass gleichzeitig in den Krankenhäusern immer mehr auf Fernversorgung gesetzt wird, ist auch aus dieser Warte gesehen bedenklich.

Durch die Auflassung der Küche werden zweifellos Arbeitsplätze in der Region verloren gehen. LKH-Betriebsdirektor Salinger kündigte schon an, dass das Küchenpersonal mit Versetzungen zum Reinigungsdienst oder nach Graz rechnen müsse. Langfristig wird es aber natürlich zu einer Verringerung des Personalstandes am LKH Voitsberg kommen.

Nicht zuletzt sei auf die negativen Auswirkungen auf die regionale (Land-)Wirtschaft hingewiesen. Leider hat die Versorgung mit ausländischer Ware bei der KAGes System: Aus einer Stellungnahme des damaligen Spital-Landesrats Hirt ist bekannt, dass die KAGes schon seit längerer Zeit Fertig-Salat aus Deutschland den frischen Produkten aus steirischer Landwirtschaft vorzieht. Auch wird das Fleisch laut LKH Betriebsdirektor Salinger am LKH Voitsberg schon seit Längerem nicht mehr aus der Region bezogen. Die heimischen KonsumentInnen werden mit aufwändigen Werbemaßnahmen zum Kauf regionaler Produkte (AMA-Gütesiegel) aufgerufen. Dass gleichzeitig die öffentliche Hand immer mehr auf billige ausländische Lebensmittel setzt ist mehr als fragwürdig.

Die KPÖ ist der Meinung, dass sich durch die Schließung der Küche die Qualität der PatientInnenversorgung verschlechtern wird. Auch für regionale Wirtschaftstreibende wird dies von Nachteil sein, und nicht zuletzt werden Arbeitsplätze in der Region verloren gehen. Wir sind daher für die Sanierung und Weiterführung einer eigenständigen Küche im LKH Voitsberg.

Bei der Abstimmung am 7. Dezember 2010 wurde der gegenständliche Antrag mehrheitlich abgelehnt.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, Einl.Zahl 157/1, der Abgeordneten Claudia Klimt-Weithaler und Dr. Werner Murgg betreffend Schließung der Küche des LKH Voitberg wird zur Kenntnis genommen.