LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 123/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Wissenschaft

Betreff:
Zukunft des Universitätszentrums Rottenmann


zu:


  • 123/1, Zukunft des Universitätszentrums Rottenmann (Selbstständiger Antrag)
Der Ausschuss "Wissenschaft" hat in seiner Sitzung vom 07.12.2010 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Begründung:
 
Erste Bestrebungen, eine Fachhochschule (FH) in der Region Liezen zu etablieren, gab es bereits Mitte der 1990er Jahre. In dieser Zeit wurde auch ein einstimmiger Beschluss der  Steiermärkischen Landesregierung betreffend Finanzierungszusage für die FH-Geomatik in Rottenmann, die als Leitprojekt in der Regionalplanung vorgesehen war, gefasst. 
 
Nach der überraschenden Standortablehnung durch den Fachhochschulbeirat (1999)  konnte im Jahr 2000 nach intensiven Verhandlungen um eine Ersatzlösung in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz (JKU Linz) und der Technischen Universität Graz (TU Graz) das individuelle Diplomstudium Geoinformationstechnologie (G-TEC) gestartet werden. Infolge des großen Zuspruches wurde das Studienangebot in den folgenden Jahren um die individuellen Diplomstudien Betriebliches Informationsmanagement (BIM) und Geoinformationsmanagement (GIM) erweitert.
 
Mit Wirksamkeit 1.1. 2010 wurde das Universitätszentrum Rottenmann auf Basis eines Schulterschlusses der TU Graz sowie JKU Linz in deren Leistungsvereinbarungen aufgenommen. Konkret wurde für die Leistungsvereinbarungsperiode 2010-2012 vorgesehen, das UZR Rottenmann als lehrplanmäßige Außenstelle der JKU Linz und der TU Graz zu führen. Aufgrund finanzieller Engpässe bei den Universitäten wurde schließlich der Finanzbedarf seitens des UZR Rottenmann für den Abschluss der Gestaltungsvereinbarungen angemeldet.

Es war geplant, die Finanzzuwendungen seitens des Bundes den beiden Universitäten zur Verfügungen zu stellen, verbunden mit der Auflage einer zweckgebundenen Verwendung für das Universitätszentrum Rottenmann.

Aufgrund der im Wissenschaftsbereich geplanten Einsparungen, ist nun der seit Jahren etablierte Standort Rottenmann massiv gefährdet.

Die Stadt Rottenmann hat für die Errichtung und den Betrieb des Universitätszentrums beträchtliche finanzielle Beiträge aufgewendet. So betrugen die Kosten für Investment und Lehre seit Beginn der Bildungseinrichtung rund € 7 Millionen, die zum überwiegenden Teil von der Stadt getragen wurden. Vor dem Hintergrund der immer prekärer werdenden Finanzlage österreichischer Städte und Gemeinden ist es der Stadtgemeinde Rottenmann schlichtweg nicht mehr möglich, über die Beistellung der Räumlichkeiten hinaus gehende Aufwendungen zu tragen.

 
Der Bezirk Liezen leidet verstärkt unter Abwanderung der jüngeren Bevölkerung. Nur eine qualifizierte Bildungslandschaft verbunden mit einem entsprechenden Angebot an Arbeitsplätzen kann diese Entwicklung stoppen.
  
Das UZR Rottenmann stellt aus vielerlei Gründen eine unverzichtbare Einrichtung dar:

  • das UZR Rottenmann ist die wichtigste höhere Bildungseinrichtung in der Region,
  • das UZR Rottenmann ist ein Motor für Forschung in der Region,
  • das UZR Rottenmann zeichnet sich durch seine kostengünstige Gestaltung aus,
  • ein Schließen des UZR Rottenmann wäre sozial nicht zu verantworten.



Aus diesen dargelegten Umständen stellt die Weiterführung des Vollbetriebes am Universitätszentrum Rottenmann die einzig vertretbare Lösung dar.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung mit dem dringenden Anliegen heranzutreten, den weiteren Betrieb des Universitätszentrums Rottenmann durch Bereitstellung der auf Basis der Leistungsvereinbarungen der Universitäten Johannes Kepler Universität Linz und der Technischen Universität Graz vereinbarten finanziellen Mittel sicherzustellen.