LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 774/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 30.09.2011, 08:07:56


Landtagsabgeordnete(r): Hannes Amesbauer (FPÖ), Gunter Hadwiger (FPÖ), Anton Kogler (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Daseinsvorsorge
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), Franz Voves

Betreff:
Anerkennung der Dienste von Mitgliedern steirischer Feuerwehren in Form einer Gratis-Schutzimpfung

Die 779 steirischen Feuerwehren nehmen im großen Bereich der Ehrenamtlichkeit einen ganz besonderen Stellenwert ein. Die 50.105 Feuerwehrmitglieder in der Steiermark opfern ehrenamtlich ihre Freizeit, um Menschen in lebensbedrohlichen Situationen rasch Schutz und Hilfe zu gewähren und nehmen bei ihren Einsätzen auch gesundheitliche Risiken in Kauf. Gemäß den Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark belief sich die Zahl der im Rahmen von Einsätzen verletzten Feuerwehrmitglieder im Jahr 2010 auf 300 Personen.

Allein im letzen Jahr hatten die steirischen Feuerwehren exakt 41.334 Einsätze zu bewältigen. Rund zwei Drittel der Einsätze fallen in den technischen Bereich, wozu etwa die Bergung von Unfallopfern, deren Erstversorgung und Übergabe an die Rettungsorganisationen gehört. Schnittverletzungen durch Blechkanten, Glasscheiben, Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Verletzten sind oft, trotz guter Schutzausrüstung, nicht zu vermeiden. Die Gesundheit der Feuerwehrmitglieder ist daher einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Durch den Kontakt mit Blut oder verseuchtem Wasser besteht erhöhte Gefahr für eine Ansteckung mit Hepatitis A und B. Für Sanitäter, Polizisten und Müllsortierer bezahlt die Allgemeine Unfallversicherung die Kosten für diese Schutzimpfungen. Da für Feuerwehrmitglieder, obwohl genauso den ansteckenden Gefahren ausgesetzt, eine diesbezügliche Regelung nicht existiert, sind sie gezwungen, selbst in die Tasche zu greifen. Angesichts der Tatsache, dass Angehörige der freiwilligen Feuerwehren ohnehin schon ehrenamtlich ihre Freizeit opfern und diese unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit stellen, erscheint es als grobe Benachteiligung, wenn Florianijünger die Impfkosten für Hepatitis A und B in der Höhe von 30 Euro selbst bezahlen müssen.

Als Würdigung des besonderen ehrenamtlichen Einsatzes und als sichtbares Zeichen der Wertschätzung soll daher die steiermärkische Landesregierung im europäischen Jahr der Ehrenamtlichkeit sicherstellen, dass für alle ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitglieder im Einsatzdienst Schutzimpfungen für Hepatits A und B sowie Tetanus kostenlos angeboten werden.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Dienste der steirischen Feuerwehren in besonderem Maße zu würdigen, indem sichergestellt wird, dass für alle ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitglieder im Einsatzdienst kostenlose Schutzimpfungen für Hepatitis A und B sowie Tetanus angeboten werden.


Unterschrift(en):
Hannes Amesbauer (FPÖ), Gunter Hadwiger (FPÖ), Anton Kogler (FPÖ)