LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 857/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 10.11.2011, 00:00:00


Geschäftszahl(en): FA8B-A1.70-2037/2011-4; FA8B 04.1-84/2008-57
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)
Beilagen: Suchtkonzept "Die neue steirische Suchtpolitik"

Betreff:
Suchtkonzept zur neuen steirischen Suchtpolitik

Das erste steirische Drogenkonzept wurde bereits 1999 durch den damaligen Drogenbeauftragten des Landes Steiermark, Prim. Dr. Joachim Berthold erstellt. Im Zuge eines  gemeinsamen Prozesses mit steirischen ExpertInnen unter Beteiligung von Prof. Dr. Alfred Uhl, API / LBI (Anton Proksch Institut\; Ludwig Boltzman Institut für Suchtforschung) wurde es grundlegend überarbeitet und liegt nun das Konzept einer " Neuen steirischen Suchtpolitik"  vor.
Die Komplexität von Sucht selbst, sowie von verschiedenen Sachzwängen und Interessenslagen fordert fortwährend suchtpolitische Entscheidungen, die durch die vorliegende Leitlinie zur Neuen Steirischen  Suchtpolitik unterstützt werden können.
Das von wesentlichen Expert/innen aus den Bereichen Suchtprävention sowie Suchthilfe und Schadensminimierung mitgetragene politische Konzept möchte dabei vermeiden, dass die Sichtweisen auf Suchtpolitik mit dem Legalstatus einzelner Substanzen und Verhaltensweisen begrenzt sind oder sich Suchtpolitik auf Suchthilfepolitik und in weiterer Folge auf Suchthilfe-Finanzierungspolitik beschränkt.
Die Neue Steirische Suchtpolitik tritt für eine Erweiterung der inhaltlichen Orientierung und strategischen Ausrichtung ein. Suchtpolitik darf sich nicht auf seine traditionelle Funktion beschränken, durch die Finanzierung von Suchthilfeangeboten eine bessere Versorgung von Betroffenen zu ermöglichen. Sie erreicht ihre Bestimmung dann, wenn eine aktive Suchtpolitik legislative und regulatorische Bestimmungen verhandelt und erlässt, die das Potenzial haben, Sucht in der Bevölkerung zu reduzieren.

In 17 Bezirken der Steiermark  und der Stadt Graz arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sucht- und Drogenhilfe in ambulanten und stationären Einrichtungen sowie der Schadensbegrenzung und Überlebenshilfe (Streetwork) um mit zielgerichteten Angeboten informativ, beratend, begleitend und behandelnd bei Sucht und Abhängigkeit wirksam zu werden.  Eine der wichtigsten Aufgaben im öffentlichen Gesundheitswesen ist daher auch, Prävention,  Früherkennung und Frühintervention zu fördern und die notwendige Zusammenarbeit der unterschiedlichen Spezialistinnen und Spezialisten auf institutioneller und überregionaler Ebene zu fördern.
Das vorliegende Suchtkonzept " Die neue Steirische  Suchtpolitik"  stellt ein wichtiges Leitinstrument für eine bedarfsorientierte Suchtpolitik nach den, auf den  Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, der Sparsamkeit und Effizienz beruhenden Verteilung von personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen dar.


Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 6. Oktober 2011.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung, betreffend Suchtkonzept "Die neue steirische Suchtpolitik", wird zur Kenntnis genommen.