LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 900/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Modellprojekt „Lehrausbildung Betriebsdienstleistung und Pflegehilfe“


zu:


EZ/OZ 900/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Modellprojekt „Lehrausbildung Betriebsdienstleistung und Pflegehilfe“


zu:


  • 900/1, Modellprojekt "Lehrausbildung Betriebsdienstleistung und Pflegehilfe" (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seinen Sitzungen vom 06.12.2011 und 07.02.2012 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Zum Antrag der Abgeordneten Amesbauer, DI Hadwiger, Samt und Kogler liegt seitens der Steiermärkischen Landesregierung folgende Stellungnahme vor:

"Die Abgeordneten Hannes Amesbauer, DI Gunter Hadwiger, Peter Samt und Anton Kogler haben unter der EZ. 900/1 am 25.11.2011 folgenden selbstständigen Antrag eingebracht:

"Der Landtag wolle beschließen:
Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass in der Steiermark eine Lehrausbildung für Betriebsdienstleistung und Pflegehilfe nach dem Modellprojekt in Vorarlberg geschaffen wird.

Folgende Kriterien sind dabei einzuhalten:
1. Drei Jahre duale Lehrausbildung zum Kaufmann für Betriebsdienstleistungen in einer Sozial-, Gesundheits- oder Pflegeeinrichtung.
2. In einem vierten Ausbildungsjahr erfolgt die Ausbildung zum Pflegehelfer.
3. Die Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert der Auszubildende als Schüler in einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule sowie auch im Rahmen von verpflichtenden Praktika in verschiedenen Sozial-, Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen."

In der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Pflege am 06.12.2011 wurde der Beschluss gefasst, die Landesregierung um Stellungnahme gem. § 30 Abs. 1 GeoLT zu ersuchen. Dazu wird Folgendes ausgeführt:

Verschiedene Studien zeigen, dass Gesundheits- und Krankenpflegepersonen zwischen 15 und 19 Jahren im Beruf verbleiben und ein Wechsel von einem Pflegeberuf in einen Wirtschaftszweig extrem selten erfolgt. Häufigere Wechsel finden von Gesundheitsberuf zu Gesundheitsberuf statt\; dies lässt den Schluss zu, dass Berufe im Gesundheitsbereich mit einer gewissen Zufriedenheit einhergehen.
Bei älteren Berufseinsteigern/innen zeigte sich, dass nach 10 Jahren noch um die 80 % in der Gesundheits- und Krankenpflege beschäftigt waren.

In der Steiermark ist das Einstiegsalter in die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege im Durchschnitt 21 und in der Ausbildung zur Pflegehilfe 30 Jahre.
Es befinden sich mit Stand Jänner 2012 rd. 880 Personen in Ausbildung zur Pflegehilfe, davon rd. 25 % in einer Ausbildung zu einem Sozialbetreuungsberuf.

Die Ausbildungszahlen zeigen, dass in der Steiermark über Bedarf ausgebildet wird (Bedarf rd. 450 - 500/Jahr), dies zeigt sich auch in den Zahlen des AMS. Die do. Statistik weist mit Dezember 2011 189 ausgebildete Pflegehelfer/innen als arbeitssuchend aus, dem gegenüber lediglich 22 offene Stellen.

Das Land Steiermark bietet an den Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege Pflegehilfeausbildungen an, die sehr gut angenommen werden. Wenn entsprechende Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, können die Ausbildungsplätze erweitert werden.

Junge Menschen vier Jahre eine Ausbildung durchlaufen zu lassen, um sie für einen Beruf mit einer einjährigen Ausbildung einzusetzen, scheint weder wirtschaftlich noch moralisch vertretbar.

Hiezu kommt, dass die Pflegehilfeausbildung derzeit von den Teilnehmer/innen selbst zu finanzieren ist und zusätzlich die Teilnehmer/innen die Lebenserhaltungskosten zu tragen haben\; Ausnahme sind jene Personen, die über das AMS förderungswürdig sind.
Diese wirtschaftliche Situation macht es vielen Menschen nicht möglich, trotz Interesse und Eignung diesen Ausbildungsweg gehen zu können.

Sollte der dringende Bedarf gesehen werden, eine größere Zahl von Personen in diesem Ausbildungsbereich aufzunehmen, müssten die Ausbildungskosten für die Pflegehilfeausbildung analog zu den Schülern/innen für Gesundheits- und Krankenpflege von öffentlicher Hand getragen werden.

Zusätzlich müsste sichergestellt werden, dass für im Beruf stehende Pflegepersonen die Möglichkeit besteht, Fort- und Weiterbildungen in dem Ausmaß besuchen zu können, dass es möglich ist, sich erweiterte Kenntnisse in einem Spezialbereich, zB Kinder- und Jugendlichenpflege, Psychiatrie, Behinderte usw., anzueignen und neue Erkenntnisse in die tägliche Arbeit einfließen können. Somit ist eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten/innen und Bewohner/innen gewährleistet.

Dies führt zu einer höheren Arbeitszufriedenheit und diese wiederum zu einer längeren Verweildauer im Beruf."

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, Einl.Zahl 900/1, der Abgeordneten Amesbauer, DI Hadwiger, Samt und Kogler, betreffend Modellprojekt "Lehrausbildung Betriebsdienstleistung und Pflegehilfe", wird zur Kenntnis genommen.