LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 1347/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Deutsch als Schulsprache


zu:


  • 1347/1, Deutsch als Schulsprache (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Bildung" hat in seinen Sitzungen vom 26.06.2012 und 30.10.2012 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Bildung vom 26.06.2012 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Antrag Einl.Zahl 1347/1 abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

Gemäß Artikel 14 Bundesverfassungsgesetz ist die Gesetzgebung und Vollziehung auf dem Gebiet des Schulwesens, insbesondere des Schulunterrichtsrechtes, Bundessache. Nachdem daher eine selbstständige Erledigung durch das Amt der Landesregierung nicht möglich ist, wurde der Landesschulrat für Steiermark um Stellungnahme ersucht, der hiezu, mit Schreiben vom 28. Juni 2012, Folgendes ausgeführt hat:
 
"Deutsch ist grundsätzlich Unterrichtssprache in allen steirischen Schulen. Diversität soll aber als Herausforderung gesehen werden, Mehrsprachigkeit ist ein Ziel, das angestrebt werden muss.
 
Bilinguale Schulen werden von Eltern in erhöhtem Ausmaß gewünscht. An manchen Volksschulen (z.B. VS Geidorf oder VS Krones) wurde der muttersprachliche Unterricht integrativ geführt, daraus ergaben sich bilinguale Schulen Deutsch-Kroatisch bzw. Deutsch-Englisch, von denen alle Kinder profitieren.
 
Die Verpflichtung zur Verwendung der deutschen Sprache wird nur in den Unterrichtsphasen sinnvoll sein, in den Pausen oder in der Freizeit am Nachmittag bringt gerade die Mehrsprachigkeit neue Impulse. In den Volksschulen muss außerdem eine lebende Fremdsprache integrativ verwendet werden, das heißt, dass in einzelnen Unterrichtsphasen in der Regel Englisch gesprochen wird.
Initiativen des BMUKK wie z.B. Sprachenportfolio unterstützen die Bemühungen der Kinder, auch Wörter aus anderen Sprachen kennen zu lernen.
 
Hausordnungen sind in allen Schulen Teil der Schulprogramme, die Verpflichtung, im Schulbereich jederzeit Deutsch zu sprechen und dies verpflichtend zu verankern, erscheint pädagogisch nicht erstrebenswert.
 
Vielmehr sollen sprachliche und kulturelle Vielfalt als Teil des Schullebens akzeptiert werden. ,Bevölkerungswissenschaftler wie Herwig Birg, der für die Stadt Köln eine Prognose erarbeitet hat, behaupten, dass es 2040 keine sprachliche Mehrheit geben wird, auch keine deutschsprachige. In der Multiminoritätengesellschaft, wie Birg sie nennt, wird es von großer Bedeutung sein, dass sich die Schulen um einen angemessenen Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt bemühen (Migration und Integration, Dialog der Uni Krems)´."


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Bildung zum Antrag, Einl.Zahl 1347/1, der Abgeordneten Mag.Dr. Georg Mayer, MBL, Peter Samt, Hannes Amesbauer, BA, Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann, Dipl.-Ing. Gunter Hadwiger und Anton Kogler, betreffend 
Deutsch als Schulsprache, wird zur Kenntnis genommen.