LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 1510/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Mehr Bewegung und Sport für unsere SchülerInnen


zu:


  • 1510/1, Mehr Bewegung und Sport für unsere SchülerInnen (Selbstständiger Antrag)


Der Ausschuss "Bildung" hat in seiner Sitzung vom 30.10.2012 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Begründung:
Im Jänner 2010 wurde erstmals ein "Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich" veröffentlicht. Das Resümee war ernüchternd - gestützt auf internationale Vergleichsdaten mussten sich auch ExpertInnen eingestehen, dass es nicht allzu gut um die Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich steht.
Mittlerweile ist der 3. "Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich 2012 " veröffentlicht worden, doch die Ergebnisse unterscheiden sich nicht substantiell von jenen, welche bereits im 1. Bericht bekannt gemacht wurden.

Aus einem Rechnungshofbericht von 2008 zum Thema "Bewegungserziehung an Schulen" (http://www.rechnungshof.gv.at/berichte/ansicht/detail/bewegungserziehung-an-schulen.html) geht hervor, dass es seit 2001/2002 zu Stundenkürzungen für Bewegung und Sport von bis zu fünf Prozent gekommen ist. Zwar sei das Angebot an unverbindlichen Übungen angestiegen, allerdings wirke dieses den Kürzungen nur zum Teil entgegen. Für die Sekundarstufe 1 (10- bis 14-Jährige) sind 13 (Hauptschule) beziehungsweise 14 (AHS- Unterstufe) Stunden Turnen vorgesehen. Die Schulen haben aber die Möglichkeit, die in den Lehrplänen vorgesehenen Stunden innerhalb eines Rahmens zu verändern.
 
Die Österreichische Bundessportorganisation (BSO) hat eine Unterschriftenaktion für die "Tägliche Turnstunde" gestartet.
 
Die BSO, die Dachorganisation und Interessenvertretung des österreichischen Sports, fordert die tägliche Turnstunde im Kindergarten, in der Volksschule und in allen weiteren Schultypen. Dies wird damit begründet, dass die österreichische Jugend beim Alkohol- und Nikotinkonsum und bei der Fettleibigkeit europaweit in den "Medaillenrängen" sei. Nur mehr 28 % der Kinder und Jugendlichen in Österreich würden Sport betreiben und zwar nur mehr 25 % der Mädchen und 33 % der Buben. 28 % der Buben und 25 % der Mädchen zwischen 6 und 18 Jahren seien demnach übergewichtig oder fettleibig. 40 % der Kinder mit Symptomen der Fettleibigkeit im Alter von 7 Jahren würden diese auch als Erwachsene aufweisen. Mangelnde Bewegung sei die Ursache für viele chronische Krankheitsbilder.
 
Sport fördert individuelles und soziales Wohlbefinden, eine gesunde Lebensführung und soziale Verhaltensweisen. Die Möglichkeit zu regelmäßiger sportlicher Betätigung im schulischen Umfeld regt zu einer sinnvollen Gestaltung der Freizeit an. Zugleich hat die regelmäßige sportliche Betätigung positive gesundheitliche Auswirkungen und kann zu einer gesundheitsbewussten Lebensweise beitragen.

Zusammenfassend ist also festzustellen, dass verlängerte Bewegungszeiten und vermehrte Sporteinheiten zu einer Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit führen und damit einen doppelt positiven Effekt haben, weil durch mehr Bewegungs- und Sportzeiten die Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen nicht leidet, sondern diese vielmehr gefördert wird.

Es wäre daher zielführend, durch entsprechende Änderung der gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen tägliche Bewegungseinheiten in unseren Schulen im Interesse der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.
 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, durch entsprechende Änderung der gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen tägliche Bewegungseinheiten in unseren Schulen im Interesse der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.