LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 1582/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Wissenschaft

Betreff:
Strategie des Landes Steiermark zur Förderung von Wissenschaft und Forschung


zu:


  • 1582/1,
    Strategie des Landes Steiermark zur Förderung von Wissenschaft und Forschung (Regierungsvorlage)


Der Ausschuss "Wissenschaft" hat in

seiner Sitzung

vom
27.11.2012
über
den oben angeführten Gegenstand
die Beratungen durchgeführt.

Begründung:
Die Steiermark gehört heute zu den forschungsintensivsten Regionen in Europa (Forschungsquote 2009: 4,3 %). Jährlich wird Forschung für rd 1,5 Mrd. Euro in der Steiermark durchgeführt. Der Forschungsstandort Steiermark zeichnet sich durch eine enorme Institutionenvielfalt aus. Fünf Universitäten, zwei Fachhochschulen sowie zwei Pädagogische Hochschulen bilden den Hochschulsektor und decken ein sehr breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten und Forschungsfeldern ab. Im außeruniversitären Sektor sind ua die im Mehrheitseigentum des Landes stehende JOANNEUM RESEARCH sowie die Kompetenzzentren wichtige Akteure. Die Steiermark ist seit Beginn dieses Bundesförderprogramms sehr erfolgreich und nimmt auch im laufenden COMET-Programm österreichweit eine Führungsrolle ein. Darüber hinaus sind in der Steiermark zahlreiche CD-Labors, Ludwig-Boltzmann-Institute und kooperative Forschungseinrichtungen angesiedelt.
Im Vorfeld der Erstellung der Strategie des Landes Steiermark zur Förderung von Wissenschaft und Forschung wurde die Forschungsstrategie Steiermark 2005plus evaluiert. Dabei wurde ua festgestellt, dass die Steiermark aus wissenschafts- und forschungspolitischer Sicht insgesamt heute besser da steht, als dies bei der Erstellung der Forschungsstrategie 2005plus der Fall war. Als Beispiel dafür können FWF-Mittel genannt werden, durch welche österreichweit gesehen die Steiermark das höchste Projektvolumen an ihre Forschungseinrichtungen holen konnte. Die Steiermark konnte sich auch verstärkt im EU-Rahmenprogramm für Forschung positionieren. Die Forschungsstrategie wurde bisher weitgehend erfolgreich und entsprechend der vorgesehenen Prioritätensetzung umgesetzt.
Dieser Befund ist durchaus positiv zu sehen, dennoch bestand insofern Handlungsbedarf, als sich die Rahmenbedingungen in vielen Punkten verändert haben. Andere Bundesländer konnten zB trotz schlechterer Infrastrukturausstattung aufschließen. Die Steiermark verfügt auf kleinem Raum über einen fast vollständigen Disziplinenkanon mit Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, Künste (GSK), der aber bislang noch zu wenig systematisch bearbeitet wurde.
Es ist weitgehender Konsens, dass die "Kernkompetenzen" der Steiermark in den "ingenieurs- und technikbezogenen" Disziplinen liegen. So arbeiten und lehren mehr als die Hälfte der technischen HochschulforscherInnen Österreichs in der Steiermark. In großen Teilen der technologischen Kernkompetenzen liegt dieser Anteil sogar noch höher: 73 % im Bereich Maschinenbau und Fahrzeugtechnik, 75 % im Bereich Metallurgie und Werkstoffwissenschaften und 58 % in der technischen Chemie bzw bei sonstigen interdisziplinären technischen Wissenschaften.
Als Stärke und Chance zugleich wird die "Kooperationskultur" gesehen, die sich mittlerweile in einer Vielzahl von informellen und institutionalisierten Kooperationen zeigt. Angestoßen wurde dies durch eine neue Kultur an den Hochschulen (zB NAWI Graz bzw BioTechMed), die Prozesse zur Bildung von K-Zentren und durch pilothafte Netzwerkinitiativen wie "Nanonet Styria", die als Nahtstellenmanagement fungieren. Die Hochschulkonferenz, bringt hier auf Ebene der Hochschulen wieder neue Qualitäten. "Kooperative" Elemente werden durchwegs als "zentraler Hebel" für den Standort Steiermark hin zur Entwicklung eines gemeinsamen Hochschul- und Forschungsraumes gesehen. Zusammen mit der Disziplinenvielfalt schafft sie Optionen für interdisziplinäre und "komplementäre" Forschung und damit neue Innovationspotenziale.



Stärken / Schwächen im Überblick

(siehe Graphik 1)


Die Forschungslandschaft der Steiermark ist von vielen außeruniversitären und universitären Forschungseinrichtungen und ihrer Disziplinenvielfalt geprägt. Sowohl einzelne Institutionen als auch übergeordnete Netzwerke erheben regelmäßig Stärken und Zukunftsthemen. Die Zusammenstellung der von den Steirischen Universitäten und Hochschulen und der mehrheitlich im Landeseigentum stehenden JOANNEUM RESEARCH selbst angegebenen Themenschwerpunkte ermöglicht eine Verdichtung zu folgenden "großen" Themenkorridoren:


(siehe Graphik 2)


Die Themenkorridore beziehen sich weitgehend auf gesellschaftliche Herausforderungen und Markttrends (siehe dazu auch Leitthemen der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020). Sie sind - wenn man die technologische Perspektive erweitert - geeignet, diese aus ganzheitlicher Perspektive zu bearbeiten und eröffnen damit auch ein reichhaltiges Feld für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, um damit auch soziale Innovationen anzustoßen.

Das wissenschaftliche Fundament für diese Themen bilden Stärken auf naturwissenschaftlich-technische Disziplinen, wie Maschinen- und Anlagenbau, Verfahrenstechnik, Hochleistungs-Werkstoffe und Grundlagendisziplinen wie zB Physik oder Chemie. Die zentrale Herausforderung liegt also vor allem in starken und gut arbeitenden Basisdisziplinen, die durch Zusammenarbeit einen Beitrag zu Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen leisten.


Instrumentenüberblick

(siehe Graphik 3)


Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 15. November 2012.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung, betreffend Strategie des Landes Steiermark zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, wird zur Kenntnis genommen.