LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2220/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 12.09.2013, 00:00:00


Geschäftszahl(en): ABT12-347/2013-41; ABT12-WT-WP.01-72/2013-315
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): Christian Buchmann
Beilagen: Wirtschaftsbericht 2012

Betreff:
Wirtschaftsbericht 2012

Gesetzliche Grundlage
 
Gemäß § 9 Abs. 5 des Steiermärkischen Wirtschaftsförderungsgesetzes ist vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung jährlich der Steirische Wirtschaftsbericht zu erstellen. Dieser ist bis spätestens 30. April des jeweiligen Folgejahres dem Beirat zur Begutachtung vorzulegen. Nach Begutachtung durch den Beirat ist der Bericht vom zuständigen Mitglied der Landesregierung mit der Empfehlung des Beirates der Landesregierung vorzulegen und von dieser dem Landtag Steiermark zur Kenntnis zu bringen.

Der gegenständliche Wirtschaftsbericht 2012 wurde nach termingerechter Aussendung durch die Abteilung 12, Referat Wirtschaft und Innovation, als Geschäftsstelle des Wirtschaftsförderungsbeirates, von den Beiratsmitgliedern einstimmig positiv begutachtet.

Wirtschaftsbericht 2012 - Aufbau
 
Der Wirtschaftsbericht 2012 ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Hauptbereiche "Wirtschaft und Beschäftigung" sowie "Wirtschaftsförderung in der Steiermark" und enthält wie im Wirtschaftsbericht des Jahres 2011 eine ausführliche Darstellung über die Beteiligungen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH im Jahr 2012. Die Indikatoren des Wirtschaftsradars bieten einen mehrjährigen Überblick der wirtschafts-, struktur- und beschäftigungspolitischen Entwicklungen und sind nach den fünf Kernstrategien der "Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 - Wachstum durch Innovation" aufgegliedert. Diverse Graphiken und ein ausführlicher Tabellenteil ergänzen die Ausführungen.

Das Kapitel "Wirtschaft und Beschäftigung" berichtet über die internationale konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2012 und richtet den Fokus sodann auf Österreich und insbesondere die Steiermark. Themenfelder bilden die demographische Entwicklung in der Steiermark, Wanderungsbewegungen, die Beschäftigungslage, Lehrlingsausbildung, Einkommenssituation am Arbeits- und Wohnort, Arbeitslosigkeit in der Steiermark, Unternehmensgründungen und die internationale Wirtschaftsverflechtung der Steiermark sowie der Bereich Technologie und Innovation.

Das Kapitel "Wirtschaftsförderung in der Steiermark" informiert über die Rahmenbedingungen auf EU- und Bundesebene und liefert einen Überblick über die Wirtschaftsförderung sowohl des Bundes (Austria Wirtschaftsservice GmbH und Forschungsförderungsgesellschaft) als auch der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH (SFG), wobei die Förderungsmaßnahmen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH anhand der fünf Kernstrategien dargestellt werden.
Dieses Kapitel informiert weiters, dass der Steiermark im Februar 2012 vom Ausschuss der Regionen der Europäischen Union die Auszeichnung "European Entrepreneurial Region 2013" (kurz: EER) verliehen wurde. Mit dieser Auszeichnung zur "Europäischen Unternehmerregion 2013" würdigt der Ausschuss der Regionen das Bestreben der Steiermark, eine besonders engagierte Unternehmenspolitik auf regionaler Ebene zu verfolgen und sieht dabei die "Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 - Wachstum durch Innovation" als wegweisende, umfassende, klare wirtschaftspolitische Zielsetzung, um den Wirtschaftsstandort Steiermark erfolgreich weiter zu entwickeln. Auch wurde dem Land Steiermark, vertreten durch die Abteilung 12 als Verwaltungsbehörde und dem Umwelttechnologiecluster ECO WORLD STYRIA der RegioStars Award 2012 in der Kategorie "Intelligentes Wachstum" verliehen. Ausschlaggebend war die Dynamik, mit der sich der Cluster entwickelt hat und für die Impulse, die im Bereich der grünen Technologien gesetzt werden konnten.

Das Wirtschaftsradar informiert über die kontinuierliche Entwicklung wesentlicher Wirtschaftsdaten (z. B. F&\;E-Ausgaben, Exportquote und Exportumsätze, Bruttoregionalprodukt, Bruttowertschöpfung, Eigenkapitalquoten der KMU etc.) und die Programmindikatoren des Jahres 2012 geben Einblick in Zielerreichungsgrößen innerhalb der einzelnen Kernstrategien.

Die Beteiligungen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH des Jahres 2012 sind in übersichtlicher Weise zusammenfassend dargestellt und bieten Informationen über die verschiedenen Tätigkeitsfelder.


Die wesentlichsten Kernaussagen für 2012
 
Internationale Konjunktur global und in Europa

Die Weltkonjunktur verlor 2012 weiterhin an Schwung, die weltweite Produktion entwickelte sich mäßig. Der Internationale Währungsfonds geht von einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von +3,2 % aus, nachdem im Jahr 2011 ein Anstieg von +3,9 % verzeichnet wurde, wobei der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in den Entwicklungs- und Schwellenländern deutlich stärker ausfiel. In den Industrieländern wirkte sich eine Reihe von Faktoren konjunkturdämpfend aus\; dazu zählten die reduzierte außenwirtschaftliche Nachfrage, die hohen Budgetdefizite, die Konsolidierungspolitik der Länder zur Überwindung der Schuldenkrise, hohe Arbeitslosigkeit sowie die Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Der Euroraum befand sich in einer Rezession, die Wirtschaftsleistung schrumpfte um -0,4 %. Deutschland wuchs mit +0,9 % und Frankreich mit +0,2 %, negative Wachstumsraten wiesen Griechenland, Spanien, Portugal und Italien auf. In den USA entwickelte sich die Konjunktur geringfügig besser als angenommen und in Japan begann sich die Wirtschaft langsam zu erholen.

Konjunkturelle Entwicklung in Österreich
 
Die österreichische Wirtschaft entwickelte sich im Jahr 2012 mit +0,6 % (lt. WIFO) im Vorjahresvergleich zwar mäßig, dennoch weit besser als die Eurozone. Es waren zwar verhaltene Nachfrageimpulse aus den Ländern der Haupthandelspartner (Deutschland, Italien, USA, Europäische Union) festzustellen, aber für 2012 zeigte sich trotz schwieriger internationaler Wirtschaftslage eine - wenn auch nur geringe - Ausweitung der österreichischen Warenexporte. Diese stiegen nominell um +1,4 % auf € 123,5 Mrd. Die realen Bruttoanlageinvestitionen haben um +0,5 % zugenommen, die realen privaten Konsumausgaben haben sich nur gering entwickelt (+0,6 %). Die unselbstständige Beschäftigung konnte erhöht werden. Die Aussichten für 2013 sind zwar gedämpft, Vorlaufindikatoren zeichnen jedoch ein zunehmend positives Bild. Für 2013 ist auch mit einer Belebung der Exporte zu rechnen.

Konjunkturelle Entwicklung in der Steiermark
 
Die exportorientierte Wirtschaft in der Steiermark konnte sich 2012 trotz der schwierigen konjunkturellen Entwicklung in Europa behaupten. Die Steiermark erhöhte im Jahr 2012 den Produktionswert der abgesetzten Produktion im produzierenden Bereich um +5,1 % auf € 35,4 Mrd. und lag damit nur geringfügig unter dem Österreichdurchschnitt, konnte aber im Bundesländerranking damit den zweiten Platz (nach Wien) belegen. Wachstumsträger waren die Bereiche Energie- und Wasserversorgung, Abfallentsorgung, das Bauwesen und die Branchen Maschinenbau sowie Herstellung von Metallerzeugnissen.

Die unselbstständige Aktivbeschäftigung konnte 2012 um +5.833 Beschäftigungsverhältnisse erhöht werden und beläuft sich auf 467.612. Im Jahresdurchschnitt profitierten die Frauen mit +1,4 % etwas stärker als die Männer mit +1,2 %. Unterteilt nach Wirtschaftsbereichen konnten sowohl der Dienstleistungs- als auch der Produktionssektor ihre Beschäftigungszahlen steigern, in der Land- und Forstwirtschaft kam es zu einer Beschäftigungsverringerung. Nachdem die Arbeitslosenquote in den Jahren 2010 und 2011 gesenkt werden konnte, hat sich diese 2012 erhöht und beträgt 6,8 %.

Mit 4.801 Unternehmensneugründungen bewies die Steiermark eine deutliche Dynamik (+2,4 % gegenüber 2011), wobei die meisten Gründungen in den Sparten Gewerbe und Handwerk sowie Handel erfolgten. 89 % der Neugründungen waren Einzelunternehmensgründungen, wobei 61,4 % der Neugründungen von Einzelunternehmen auf Frauen entfielen. Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer beträgt in der Steiermark 39 Jahre (Österreich: 38,7 Jahre).

Für 2012 wird nach einer Schätzung von Joanneum Research mit einem Warenexportvolumen für die Steiermark von € 18,3 Mrd. gerechnet, das sind mehr als +2,8 % gegenüber 2011. Genaue Zahlen der STATISTIK AUSTRIA liegen für 2011 vor und weisen für die Steiermark einen Zuwachs von +15,8 % auf und damit verfügt die Steiermark mit insgesamt € 17,8 Mrd. an Exportvolumen über die größte Dynamik aller Bundesländer. Im Jahr 2011 verzeichnete die Steiermark ein Warenimportvolumen von € 14,2 Mrd. erzielte somit einen positiven Warenbilanzsaldo von € 3,6 Mrd.

Eine der größten Stärken des Wirtschaftsstandortes Steiermark ist die Innovationskraft, die auch 2012 weiter ausgebaut wurde. Mit einer F&\;E-Quote von 4,3 % (2009) nimmt die Steiermark im Bundesländerranking den ersten Platz ein. Als wichtige Innovationstreiber sind die Kompetenzzentren nach dem COMET-Programm des Bundes (Competence Centers for Excellent Technologies) einzustufen, deren Ziel in einer Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft liegt. 2013 wird die Steiermark an 22 von 50 Kompetenzzentren und K-Projekten beteiligt sein und damit die Führungsposition in Österreich behaupten.

Wirtschaftsförderung in der Steiermark

Die Wirtschaftsförderung in der Steiermark orientiert sich an der "Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 - Wachstum durch Innovation", die am 14.04.2011 von der Steiermärkischen Landesregierung beschlossen und am 17.05.2011 durch den Landtag Steiermark angenommen wurde. Sie ist die konsequente Weiterverfolgung des steirischen Weges, Maßnahmen für Wachstum, Innovation und Beschäftigung zu setzen. Sie verfolgt die drei zukunftsfähigen Leitthemen Mobility, Eco-Tech und Health-Tech, fokussiert die Förderungsinstrumente (unternehmensbezogene Förderungen und Finanzierungen) auf eine aktive Standortentwicklung und setzt sie im Rahmen von fünf Kernstrategien um. Die Kernstrategien sind Standortentwicklung und Standortmanagement, Innovations- und F&\;E-Förderung, Unternehmertum und Wachstum junger Unternehmen, Qualifizierung und Humanpotenzial sowie Internationalisierung von Unternehmen und Standort.

Von der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) wurden 2012 nach den fünf Kernstrategien der Wirtschaftsstrategie Steiermark 1.725 Förderungsfälle mit einem Förderungsvolumen von insgesamt rund € 55,4 Mio. abgewickelt. Die damit verbundenen Investitionen erreichten € 476,8 Mio. Durch die Abteilung 12 - Wirtschaft, Tourismus, Sport konnten 97 wirtschaftsbezogene Projekte mit rund € 1,8 Mio. Förderungsvolumen unterstützt werden.
 
War im Jahr 2011 die Kernstrategie 2 "Innovations- und F&\;E-Förderung" die mit Abstand größte Kernstrategie bezüglich des Förderungsvolumens, so war dies im Jahr 2012 die Kernstrategie 1 "Standortentwicklung und Standortmanagement". Auf sie entfielen 56,1 % (€ 31,1 Mio.) des Förderungsvolumens. Dabei verteilten sich die höchsten Förderungsvolumen auf die Förderungsprogramme Kompetenzzentren, Breit!Band-Infrastruktur und Cluster. Die meisten Förderungsfälle mit 905 (52,5 %) Förderungsansuchen verzeichnete die Kernstrategie 4 "Qualifizierung und Humanpotenzial", wobei die Programme Winterbau und Weiter!Bilden die meisten Fälle aufwiesen. Damit wird auch das große Interesse der Unternehmen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Höherqualifizierungen eindrucksvoll dokumentiert.

Die Steiermark war auch wie in den Vorjahren bei der Inanspruchnahme von Bundesförderungsmitteln - sowohl bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) als auch bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) - im Bundesländervergleich höchst erfolgreich.

Der Wirtschaftsbericht 2012 von den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsbeirates im Umlaufwege einstimmig positiv begutachtet.


Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2013.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung, betreffend den Wirtschaftsbericht 2012, wird zur Kenntnis genommen.