LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2284/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 25.10.2013, 08:54:58


Landtagsabgeordnete(r): Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Lambert Schönleitner (Grüne), Sabine Jungwirth (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Michael Schickhofer

Betreff:
Inklusion im Bildungsbereich

Die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008 verpflichtet Bund und Länder, das Aussortieren von Menschen mit Behinderungen zu beenden und Inklusion umzusetzen. Dr. Marianne Schulze vom Monitoringausschuss beurteilt die Leistungen Österreichs in diesem Bereich als genauso unzureichend wie die UNO bei der Staatenprüfung.

Nun kann die Steiermark auf ihre Vorreiterrolle in diesem Bereich hinweisen. Laut Regionalem Bildungsplan besuchen 84% der Kinder mit Behinderung eine Regelschule der Grund- und Sekundarstufe, die Zahl der Sonderschulen ist im Bundesländervergleich gering. Was in diesen Bereichen zahlenmäßig sehr gut ausschaut, stößt im Alltag jedoch oft auf große Probleme: War die Personalausstattung in der Erprobungszeit der schulischen Integration noch wesentlich besser, sind heute LehrerInnen und Kinder oft überfordert, weil zu wenig gut ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Auch die Notwendigkeit, für zahlreiche Kinder zusätzliche Pflege- oder Betreuungspersonen zur Verfügung zu stellen, wirft immer weder Probleme auf - unter anderem für die Gemeinden, die als Schulerhalter die Kosten tragen. Trotz vieler engagierter Personen, die guten Willens sind, schafft der langjährige Personal- und Ressourcenmagnel immer wieder große Probleme.

"Voraussetzung für das Gelingen von Inklusion ist die verpflichtende Umsetzung der Struktur und Prozessstandards in der Sonderpädagogik, auf Klassenebene, Schulebene und regionaler Ebene," stellt der Bildungsplan der Steiermark dazu fest. "Im Kontext der Inklusiven Pädagogik gilt es, ein Förder- und Unterstützungssystem zu schaffen, in den jede Schülerin/jeder Schüler die materiellen und personellen Hilfestellungen bekommt, die pädagogisch notwendig sind".

Die Erprobung neuer Modelle in Form einer Modellregion wurde angekündigt, das Konzept soll bis Ende 2014 fertig gestellt sein. Die Umsetzung erfolgt bis 2016, heißt es. Offen bleibt völlig, was in den nächsten 5-7 Jahren in Sachen Inklusion unternommen wird, die Arbeit der Modellregion ausgenommen - deren Ausgang ja noch offen ist. Positive Ergebnisse der Modellregion vorausgesetzt, kann man frühestens 2020 mit Plänen bzw. Vorstellungen rechnen, wie Inklusion in der gesamten Steiermark ausschauen kann. Das ist ein zu langer Zeitraum, um untätig abzuwarten. Die Probleme, die in vielen Schulen bzw. Klassen schon seit Jahren durch mangelnde Personalressourcen evident sind, kann und sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Die steirischen Schulen, die sich tagtäglich um eine gute Bildung für Kinder mit und ohne Behinderung einsetzen, brauchen die nötigen Ressourcen für diese wichtige Arbeit.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,
  1. die tatsächliche Situation der steirischen Schulen und ihrer Integrationsleistungen in bezug auf den Personaleinsatz und die räumlichen Rahmenbedingungen zu erheben, um die Probleme kennen zu lernen,
  2. betroffene Lehrerinnen und Lehrer, wie auch Eltern in diese Erhebungen einzubeziehen,
  3. auf der Basis dieser Erhebungen die Rahmenbedingungen für schulische Inklusion sukzessive zu verbessern.


Unterschrift(en):
Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Lambert Schönleitner (Grüne), Sabine Jungwirth (Grüne)