LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 2830/3

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Wirtschaft

Betreff:
Wirtschaftsbericht 2013


zu:


  • 2830/1,
    Wirtschaftsbericht 2013 (Regierungsvorlage)


Der Ausschuss "Wirtschaft" hat in

seiner Sitzung

vom
17.06.2014
über
den oben angeführten Gegenstand
die Beratungen durchgeführt.

Begründung:
Gesetzliche Grundlage

Gemäß § 9 Abs. 5 des Steiermärkischen Wirtschaftsförderungsgesetzes ist vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung jährlich der Steirische Wirtschaftsbericht zu erstellen. Dieser ist bis spätestens 30. April des jeweiligen Folgejahres dem Beirat zur Begutachtung vorzulegen. Nach Begutachtung durch den Beirat ist der Bericht vom zuständigen Mitglied der Landesregierung mit der Empfehlung des Beirates der Landesregierung vorzulegen und von dieser dem Landtag Steiermark zur Kenntnis zu bringen.

Der gegenständliche Wirtschaftsbericht 2013 wurde nach termingerechter Aussendung durch die Abteilung 12, Referat Wirtschaft und Innovation, als Geschäftsstelle des Wirtschaftsförderungsbeirates, von den Beiratsmitgliedern einstimmig positiv begutachtet.

Wirtschaftsbericht 2013 - Aufbau

Der Wirtschaftsbericht 2013 ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Hauptbereiche "Wirtschaft und Beschäftigung" sowie "Wirtschaftsförderung in der Steiermark" und enthält wie in den Wirtschaftsberichten für die Jahre 2011 und 2012 eine ausführliche Darstellung über die Beteiligungen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH im Jahr 2013. Die Indikatoren des Wirtschaftsradars bieten einen mehrjährigen Überblick der wirtschafts-, struktur- und beschäftigungspolitischen Entwicklungen und sind nach den fünf Kernstrategien der "Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 - Wachstum durch Innovation" aufgegliedert. Diverse Graphiken und ein ausführlicher Tabellenteil ergänzen die Ausführungen.

Das Kapitel "Wirtschaft und Beschäftigung" berichtet über die internationale konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2013 und richtet den Fokus sodann auf Österreich und insbesondere die Steiermark. Themenfelder bilden die demographische Entwicklung in der Steiermark, Wanderungsbewegungen, die Beschäftigungslage, Lehrlingsausbildung, Einkommenssituation am Arbeits- und Wohnort, Arbeitslosigkeit in der Steiermark, Unternehmensgründungen und die internationale Wirtschaftsverflechtung der Steiermark sowie der Bereich Technologie und Innovation.

Das Kapitel "Wirtschaftsförderung in der Steiermark" informiert über die Rahmenbedingungen auf EU- und Bundesebene und liefert einen Überblick über die Wirtschaftsförderung sowohl des Bundes (Austria Wirtschaftsservice GmbH und Forschungsförderungsgesellschaft) für die steirischen Unternehmen als auch der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH (SFG), wobei die Förderungsmaßnahmen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH anhand der fünf Kernstrategien dargestellt werden. In diesem Kapitel wird auf den Regierungsbeschluss vom 28.11.2013 hingewiesen, wonach es zu einer Neustrukturierung in der steirischen Wirtschaftsförderung kommen wird, da beabsichtigt ist, die derzeit vier im Bereich der Wirtschaftsförderung tätigen Landesgesellschaften zu nur einer Gesellschaft bzw. in einem Rechtsträger zu verschmelzen.

Dieses Kapitel informiert weiters, dass der Steiermark im Februar 2012 vom Ausschuss der Regionen der Europäischen Union die Auszeichnung "European Entrepreneurial Region 2013" (kurz: EER) verliehen wurde. Mit dieser Auszeichnung zur "Europäischen Unternehmerregion 2013" würdigt der Ausschuss der Regionen das Bestreben der Steiermark, eine besonders engagierte Unternehmenspolitik auf regionaler Ebene zu verfolgen und sieht dabei die "Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 - Wachstum durch Innovation" als wegweisende, umfassende, klare wirtschaftspolitische Zielsetzung, um den Wirtschaftsstandort Steiermark erfolgreich weiter zu entwickeln.

Das Wirtschaftsradar informiert über die kontinuierliche Entwicklung wesentlicher Wirtschaftsdaten (z. B. F&\;E-Ausgaben, Exportquote und Exportumsätze, Bruttoregionalprodukt, Bruttowertschöpfung, Eigenkapitalquoten der KMU etc.) und die Programmindikatoren des Jahres 2013 geben Einblick in Zielerreichungsgrößen innerhalb der einzelnen Kernstrategien.

Die Beteiligungen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH des Jahres 2013 sind in übersichtlicher Weise zusammenfassend dargestellt und bieten Informationen über die verschiedenen Tätigkeitsfelder.
 

Die wesentlichsten Kernaussagen für 2013
 
Internationale Konjunktur global und in Europa

Die Weltkonjunktur zeigte sich zwar verhalten, seit Mitte 2013 war jedoch eine Aufwärtsbewegung festzustellen. Laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds betrug der Anstieg des realen Weltprodukts 2013 rund +3,0 %. Dieser Anstieg lag jedoch unter dem langfristigen Trend, das reale Wachstum der Weltwirtschaft lag über die vergangenen 20 Jahre im Schnitt bei +3,6 % jährlich. Bei den Entwicklungs- und Schwellenländern zeigte sich die wirtschaftliche Dynamik mit +4,7 % verhalten. Die entwickelten Volkswirtschaften wiesen ein reales Wirtschaftswachstum von durchschnittlich +1,3 % aus. Die EU-28 - wie auch der Euroraum - befanden sich 2012 in einer Rezession, aber im zweiten Quartal 2013 konnte erstmals wieder ein Wachstum erzielt werden, das bis Jahresende 2013 anhielt. Die zwei größten Volkswirtschaften des Euroraums, Deutschland (+0,4 %) und Frankreich (+0,3 %) erzielten 2013 wieder ein positives Wirtschaftswachstum. Italien und Spanien wiesen weiterhin negative Wachstumsraten auf, konnten aber gegen Ende 2013 geringfügig an Dynamik zulegen. Obwohl weiterhin Unsicherheiten bestehen, gehen Prognosen von einem wirtschaftlichen Aufschwung aus.
 
Konjunkturelle Entwicklung in Österreich

Im Jahresdurchschnitt 2013 wuchs die österreichische Wirtschaft um +0,4 %, wobei die Warenexporte um +2,6 % (IHS) gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnten, die Güterimporte entwickelten sich aufgrund der geringen Inlandsnachfrage mit +0,2 % verhalten. Der ansonsten stabilisierend wirkende private Konsum ging aufgrund der geringen Entwicklung der Haushaltseinkommen um -0,2 % zurück. Die Investitionsnachfrage der Unternehmen war gesunken und die Bruttoanlageinvestitionen gingen im Vorjahresvergleich um -0,9 % zurück. Bauinvestitionen verzeichneten allerdings ein Wachstum von +0,7 %. Trotz des mäßigen Wirtschaftswachstums erhöhte sich die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Jahr 2013 in Österreich um +0,4 %.

Generell werden jedoch die Aussichten für 2014 positiv gesehen.
 
Konjunkturelle Entwicklung in der Steiermark

Die Steiermark erhöhte im Jahr 2013 den Produktionswert der abgesetzten Produktion im produzierenden Bereich um +1,4 % auf € 35,9 Mrd. und lag damit deutlich über dem Österreichdurchschnitt, konnte aber im Bundesländerranking damit den dritten Platz (nach Burgenland und Vorarlberg) belegen. Wachstumsträger waren die Bereiche Bergbau und Herstellung von Waren (insbesondere Branchen wie die Herstellung von Fahrzeugen, Reparatur und Instandhaltung, Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen) sowie das Bauwesen.

Die unselbstständige Aktivbeschäftigung konnte 2013 um +1.476 (+0,3 %) Beschäftigungsverhältnisse erhöht werden und beläuft sich 2013 auf durchschnittlich 469.088. Im Jahresdurchschnitt profitierten die Frauen mit +0,6 %, der Beschäftigungsbestand der Männer blieb mit +0,1 % weitgehend konstant. Die Beschäftigungsausweitung wurde in der Steiermark vom Dienstleistungsbereich (wie z. B. erweiterte Wirtschaftsdienste, Information und Kommunikation, Beherbergung und Gastronomie etc.) getragen. Der Beschäftigungsstand im verarbeitenden Gewerbe blieb generell weitgehend konstant, allerdings konnten die Kernbranchen der steirischen Industrie - wie der Fahrzeug- und Maschinenbau - Beschäftigung aufbauen.

Nach einem klaren Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Jahr 2011 stieg die Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen in den Folgejahren deutlich an. 2013 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 7,4 % und lag damit unter dem Österreichdurchschnitt (7,6 %).

2013 wies die Steiermark 5.389 Unternehmensneugründungen (inkl. 1.724 selbstständige Personenbetreuer/-innen) auf. Damit verzeichnete die Steiermark die höchste Dynamik unter den Bundesländern. Das steirische Gründungsgeschehen wurde 2013 von den Sparten Industrie, Handel sowie Gewerbe und Handwerk getragen. 90,3 % der Neugründungen waren Einzelunternehmensgründungen, wobei 64,1 % der Neugründungen von Einzelunternehmen auf Frauen entfielen. Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer beträgt in der Steiermark 39,5 Jahre (Österreich: 39,3 Jahre).

Für 2013 wird nach einer Schätzung von Joanneum Research mit einem Warenexportvolumen für die Steiermark von € 19,1 Mrd. gerechnet. Genaue Zahlen der STATISTIK AUSTRIA liegen für 2012 vor und weisen für die Steiermark einen Zuwachs von +6,3 % auf. Nach dem Burgenland (+6,5 %) erreichte die Steiermark das höchste Exportwachstum aller Bundesländer. Das Exportvolumen 2012 beläuft sich auf € 18,9 Mrd., das Warenimportvolumen beträgt € 13,9 Mrd.

Eine der größten Stärken des Wirtschaftsstandortes Steiermark ist die Innovationskraft, die auch weiter erfolgreich ausgebaut werden konnte. Mit einer F&\;E-Quote von 4,7 % (2011) nimmt die Steiermark im Bundesländerranking deutlich den ersten Platz ein und zählt unter den 274 Regionen Europas damit zu den innovativsten. Als wichtige Innovationstreiber sind die Kompetenzzentren nach dem COMET-Programm des Bundes (Competence Centers for Excellent Technologies) einzustufen, deren Ziel in der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft liegt. 2013 war die Steiermark an 22 von 50 Kompetenzzentren und K-Projekten beteiligt und konnte damit die Führungsposition in Österreich behaupten.
 
Wirtschaftsförderung in der Steiermark

Die Wirtschaftsförderung in der Steiermark orientiert sich an der "Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 - Wachstum durch Innovation", die am 14.04.2011 von der Steiermärkischen Landesregierung beschlossen und am 17.05.2011 durch den Landtag Steiermark angenommen wurde. Sie ist die konsequente Weiterverfolgung des steirischen Weges, Maßnahmen für Wachstum, Innovation und Beschäftigung zu setzen. Sie verfolgt die drei zukunftsfähigen Leitthemen Mobility, Eco-Tech und Health-Tech, fokussiert die Förderungsinstrumente (unternehmensbezogene Förderungen und Finanzierungen) auf eine aktive Standortentwicklung und setzt sie im Rahmen von fünf Kernstrategien um. Die Kernstrategien sind Standortentwicklung und Standortmanagement, Innovations- und F&\;E-Förderung, Unternehmertum und Wachstum junger Unternehmen, Qualifizierung und Humanpotenzial sowie Internationalisierung von Unternehmen und Standort.

Von der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) wurden 2013 nach den fünf Kernstrategien der Wirtschaftsstrategie Steiermark 1.468 Förderungsfälle mit einem Förderungsvolumen von insgesamt rund € 41,7 Mio. abgewickelt. Die damit verbundenen Investitionen erreichten € 416,5 Mio. Durch die Abteilung 12 - Wirtschaft, Tourismus, Sport konnten 105 wirtschaftsbezogene Projekte mit rund € 1,8 Mio. Förderungsvolumen unterstützt werden.

Im Jahr 2013 erreichten die Kernstrategien 1 (Standortentwicklung und Standortmanagement) und 2 (Innovations- und F&\;E-Förderung) die höchsten Förderungsvolumina. Auf diese beiden Kernstrategien entfielen rund 93,7 % (€ 39,1 Mio.) des gesamten Förderungsvolumens, wobei die Förderungsprogramme Groß!Tat, Kompetenzzentren und Cluster führend waren. Die meisten Förderungsfälle verzeichnete so wie im Vorjahr die Kernstrategie 4 (Qualifizierung und Humanpotenzial) mit 815 Anträgen. Die Programme Weiter!Bilden und Winterbau machen dabei einen Großteil der Förderungsfälle aus und dokumentieren deutlich das Weiterbildungsinteresse sowohl seitens der Unternehmerschaft als auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 81,5 % der Förderungsfälle entfielen auf Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen.

Die Steiermark war auch wie in den Vorjahren bei der Inanspruchnahme von Bundesförderungsmitteln - sowohl bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) als auch bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) - im Bundesländervergleich höchst erfolgreich.

Der Wirtschaftsbericht 2013 wurde von den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsbeirates im Umlaufwege einstimmig positiv begutachtet.


Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 5. Juni 2014.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung betreffend den Wirtschaftsbericht 2013 wird zur Kenntnis genommen.