LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3139/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 26.11.2014, 13:11:33


Landtagsabgeordnete(r): Werner Murgg (KPÖ), Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Michael Schickhofer

Betreff:
Aufklärungskampagne über Spielsucht an steirischen Schulen

Die Zahl der Spielsüchtigen nimmt in Österreich weiterhin zu. Drei bis vier Prozent der erwachsenen ÖsterreicherInnen zeigen ein problematisches Spielverhalten. Folgen der Spielsucht sind in vielen Fällen die Anhäufung von Schulden bis hin zum totalen Existenzverlust. Davon sind in weiterer Folge nicht nur die Spielsüchtigen, sondern auch deren Angehörige betroffen. Der Suchtexperte Univ.-Prof. Dr. Martin Kurz präsentierte im Rahmen einer von der Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark veranstalteten Fachtagung am 6. November 2014 Zahlen, die auf die Steiermark umgelegt auf die Zahl von mindestens 65.000 direkt oder indirekt von der Spielsucht betroffene Personen schließen lassen.

Ab 2016 gelten in der Steiermark beim Automatenglücksspiel die liberalsten Bestimmungen Österreichs. Auch wenn es gegenüber der derzeit geltenden Regelung Verbesserungen beim Jugendschutz gibt, ist dennoch vorprogrammiert, dass sich aufgrund der erlaubten hohen Einsätze die sozialen Probleme rund um das Automatenglücksspiel, das beim pathologischen Spiel eine weitaus bedeutendere Rolle spielt als alle anderen Formen der Spielsucht zusammen, weiter anwachsen - und damit auch die Folgekosten des Glückspiels, die oft ausgeklammert werden, weil die Steuereinnahmen aus dem "kleinen Glücksspiel" von manchen als lukrative Geldquelle betrachtet werden.

Viele Spielsüchtige sind schon als Jugendliche mit verschiedenen Formen des Glücksspiels konfrontiert. Entweder weil sie selbst spielen oder weil sie von der Spielsucht eines Angehörigen betroffen sind. 45 Prozent der Spielsüchtigen waren jünger als 18 Jahre, als sie mit dem Spielen begonnen haben. Die Folgen der Spielsucht sind den Jugendlichen kaum bewusst.

Ein großes Angebot an Online-Spielen, Rubbellosen, Geldspielautomaten usw. stellt ein ständiges Risiko für Jugendliche dar, mit dem Glücksspiel in Berührung zu kommen. Daher ist es wichtig, bereits Schülerinnen und Schüler aufzuklären und sie auf die Gefahren der Spielsucht aufmerksam zu machen. In anderen Bereichen wie z.B. Rauchen, Alkohol und Drogen, AIDS, sexueller Missbrauch, fanden und finden an den Schulen immer wieder äußerst erfolgreiche Informationskampagnen statt. Ein solches Projekt ist auch in Bezug auf die Gefahr der Spielsucht notwendig.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, eine Kampagne zur Aufklärung über die Gefahren des Glücksspiels auszuarbeiten und den Schulen anzubieten.



Unterschrift(en):
Werner Murgg (KPÖ), Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)