LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ 2953/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Finanzielle Absicherung des klinisch-praktischen Jahres


zu:



  • 2953/1, Finanzielle Absicherung des klinisch-praktischen Jahres (Selbstständiger Antrag)

Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seinen Sitzungen vom 16.09.2014 und 09.12.2014 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Zum Antrag der Abgeordneten Ingrid Lechner-Sonnek, Ing. Sabine Jungwirth und Lambert Schönleitner liegt seitens der Steiermärkischen Landesregierung folgende Stellungnahme vor:

"Mit Beschluss des Ausschusses für Gesundheit vom 16.09.2014 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 2953/1, abzugeben.
Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:
Es ist richtig, dass Studentinnen und Studenten des Studiums für Humanmedizin seit August des heurigen Jahres ihr letztes Studienjahr in Form des neu eingeführten klinisch-praktischen Jahres (KPJ) absolvieren können. Auch bisher war das 6. Studienjahr an der Medizinischen Universität Graz bereits das Studienjahr, in dem praktische Tätigkeiten in der Patientenversorgung erlernt wurden.
Seitens der KAGes bzw. des Landes Steiermark wurde noch keine definitive Entscheidung getroffen, ob künftig auch den Studierenden im klinisch-praktischen Jahr eine Entschädigung von € 650,-- monatlich zu bezahlen ist. Auch die Ausbildung für alle anderen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen wie DGKS/P, MTDs, Hebammen etc. beinhalten längere Zeiträume einer praktischen Ausbildung, sodass die Zuerkennung einer Entschädigung während dieser Praxiszeiten im Bereich der MedizinstudentInnen auch Auswirkungen auf andere in Ausbildung stehende Personen hätte.
Die KAGes ist sehr stolz in diesen patientennahen Berufen in der Steiermark der Hauptanbieter für den Erwerb einer fachlich fundierten praktischen Ausbildung zu sein. Dieser Aspekt ist grundsätzlich für sich allein genommen schon wesentlich, um künftige AbsolventInnen an das Unternehmen binden zu können.
Voraussetzung anstelle eines finanziellen Anreizes ist vielmehr, dass bereits den in Ausbildung stehenden jungen Menschen mit entsprechend wertschätzendem Umgang und echtem Interesse an ihrer Ausbildung begegnet wird. Um den Ärztenachwuchs in unserem Bundesland sicherzustellen, wurden im Bereich der KAGes im Rahmen des "Lebensphasenorientierten Attraktivitätsmodell ÄrztInnen" bereits zahlreiche Maßnahmen in die Wege geleitet. Eine Maßnahme ist unter anderem die Etablierung der Ärzteservicestelle, die bereits während des klinisch-praktischen Jahres mit den Studentinnen und Studenten in Kontakt tritt, um sie für eine Tätigkeit nach Abschluss ihres Studiums in der KAGes zu interessieren.
Die LandesgesundheitsreferentInnenkonferenz hat anlässlich der Tagung am 14.11.2014 zum Thema "Medizinstudium, Absolvierung des KPJ" den Beschluss gefasst, im Rahmen einer gemeinsamen Initiative zur Vereinheitlichung des Ablaufes des klinisch-praktischen Jahrs an die Medizinischen Universitäten heranzutreten, damit diese die mit dem 6. Studienjahr im Studium der Humanmedizin bei den Trägern der Krankenanstalten entstehenden Mehrkosten übernehmen und die Medizinischen Universitäten gleichzeitig zu ersuchen, in diesbezügliche Verhandlungen einzutreten. Der gegenständliche Beschluss wurde auch der Bundesministerin für Gesundheit vorgelegt sowie das Bundesministerium für Gesundheit informiert."

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, Einl.Zahl 2953/1, der Abgeordneten Ingrid Lechner-Sonnek, Ing. Sabine Jungwirth und Lambert Schönleitner betreffend Finanzielle Absicherung des klinisch-praktischen Jahres wird zur Kenntnis genommen.