LANDTAG STEIERMARK
XVI. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3085/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 28.10.2014, 09:04:24


Landtagsabgeordnete(r): Lambert Schönleitner (Grüne), Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Sabine Jungwirth (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Johann Seitinger, Hermann Schützenhöfer, Franz Voves

Betreff:
Mountainbiken auf Forststraßen

Mountainbiken hat sich zu einem sehr beliebten Breitensport entwickelt und genießt für den steirischen Tourismus zunehmende Bedeutung. Die Steiermark gerät jedoch gegenüber anderen Bundesländern immer weiter ins Hintertreffen, da Mountainbiker immer wieder schikaniert und angezeigt werden.

Um das zu verhindern, ist es notwendig, das touristische Radwegenetz und die Infrastruktur für Mountainbiking auszubauen. Viele MountainbikerInnen weichen aufgrund der fehlenden Strecken ins benachbarte Ausland bzw. in andere Bundesländer aus. In diesen Regionen gibt es bereits Maßnahmen zum Miteinander von Wanderern und Mountainbikern.

Selbst dort, wo sich wie etwa in Schladming Regionen als Mountainbike-Regionen vermarkten und damit viele Radbegeisterte ansprechen, passiert es immer wieder, dass man angehalten, angezeigt und mit Besitzstörungsklagen bedroht wird, da in Österreich das Radfahren auf Forstwegen und auch auf den meisten Almwegen grundsätzlich verboten ist.

Möglich wäre jedoch, dass WegerhalterInnen ihre Wege freiwillig für das Radfahren öffnen. In Österreich gibt es einige gute Beispiele, in denen ein Miteinander von Wandern und Radfahren gut funktioniert. Die Bundesländer Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Kärnten haben bereits Lösungen entwickelt, um Mountainbikern weitere Wege zur Verfügung zu stellen und sich somit als Outdoor-Erlebnisregionen positionieren zu können.

In Tirol besteht seit einigen Jahren die Regelung, dass ein Vertrag zwischen WegerhalterIn (GrundbesitzerIn) und Gemeinden oder Tourismusverbänden den Weg für das Radfahren freigibt. Das zwischen WegerhalterIn und Tourismusverband bzw. Gemeinde vereinbarte Entgelt wird mit einem jährlichen Landesbeitrag gefördert. In Tirol wird die einheitliche Beschilderung der freigegebenen Routen (inkl. Schwierigkeitsgrad analog Skipisten) finanziert und das Land schließt eine Wegerhalter- und Betriebshaftpflichtversicherung für alle Wege ab (inkl. Rechtsschutzversicherung für WegehalterInnen und BewirtschafterInnen). Auch in Salzburg sind bereits mit ähnlichen Modellen Forststraßen für den Radtourismus freigegeben.

Kärnten hat seit 2012 ein Modell, bei welchem EUR 220 pro Kilometer Mountainbikestrecke als Entschädigung an die BesitzerInnen gezahlt werden und das Land die Haftpflichtversicherung übernimmt. Auch Vorarlberg hat für freigegebene Mountainbikestrecken einen umfangreichen Versicherungsschutz abgeschlossen. Liegt eine Vereinbarung zur Öffnung einer Mountainbikeroute vor und ist die Route Teil eines regional abgestimmten Konzepts, greift der Versicherungsschutz. In Niederösterreich wird die Versicherung ebenfalls übernommen.

Auch in der Steiermark muss endlich nach dem Vorbild der anderen Bundesländer eine Lösung gefunden werden.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, nach dem Vorbild anderer Bundesländer ein für die Steiermark geeignetes Modell für die Förderung des Mountainbiking zu erarbeiten, welches unter anderem den Versicherungsschutz (Wege- und Haftpflichtversicherung) sowie die Beteiligung am Nutzungsentgelt für Mountainbiking auf Forststraßen beinhaltet.


Unterschrift(en):
Lambert Schönleitner (Grüne), Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne), Sabine Jungwirth (Grüne)