LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3478/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.07.2019, 08:30:00


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler, Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Ausbildungsmodell zur Schließung der Lücke in der Pflegeausbildung

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Pflegefachkräften ist ungebrochen und wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Dafür sind insbesondere die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft und eine sich abzeichnende Pensionierungswelle verantwortlich. Damit auch in Zukunft eine bedarfsorientierte und flächendeckende Betreuung garantiert ist, muss eine möglichst große Anzahl an Menschen für eine Tätigkeit in der Pflege motiviert werden.

Dass sich diese Aufgabe als zunehmend schwierig gestaltet, belegte zuletzt ein Bericht der „Kleinen Zeitung“ vom 14. Juli dieses Jahres. Demnach sind die Bewerberzahlen für die steirischen Gesundheits- und Krankenpflegeschulen derzeit rückläufig und zeitweise sogar regelrecht eingebrochen. „Waren es im Jahr 2016 noch 649 Bewerber für Ausbildungsplätze an Landesschulen (sieben Standorte), ging diese Zahl 2017 auf 442 (Pflegeassistenz und Fachassistenz) zurück. Im letzten Jahr gingen die Bewerbungen wieder etwas hinauf (524), im ersten Halbjahr 2019 waren die Bewerberzahlen (243) allerdings weniger berauschend.

Um diesem Negativtrend gegenzusteuern, wurden von der schwarz-roten Landesregierung noch vor der Sommerpause 100.000 Euro für Werbemaßnahmen freigegeben. Angesichts des steigenden Bedarfs an qualifizierten Pflegekräften stellt sich jedoch die Frage, ob Informationskampagnen zu den derzeit bestehenden Ausbildungsmöglichkeiten ausreichend sind. Derartige Initiativen sind zwar zweifelsohne zu begrüßen, sie ändern aber wenig an bestimmten Grundproblematiken.

So ist es nach wie vor ein wesentliches Problem, dass die Ausbildung für Pflege- und Betreuungsberufe erst ab dem 17. Lebensjahr begonnen werden kann. Es besteht somit eine Lücke zwischen dem Ende der Pflichtschulzeit und dem möglichen Einstieg in einen Gesundheits- und Sanitätsberuf. Aufgrund dieser Wartefrist gehen dem Pflegesystem viele am Pflegeberuf interessierte junge Menschen verloren, da sie sich in dieser Zeit entweder schulisch oder beruflich anderweitig orientieren.

Um diese Lücke zu schließen, sollte auf Bundesebene ein neues Ausbildungs- bzw. Schulmodell etabliert werden. Anzudenken wäre eine fünfjährige berufsbildende höhere Schule (BHS), die sich verstärkt dem Kranken- und Pflegebereich widmet. Das Besondere an diesem neuen Schultyp sollte sein, dass am Ende der Ausbildung neben der Matura auch die Prüfung zur Pflegeassistenz absolviert werden kann. Patientenkontakte könnten in den letzten beiden Schuljahren stattfinden, wodurch gewährleistet wäre, dass die Schüler erst mit zumindest 17 Jahren mit pflegebedürftigen Menschen in Kontakt kommen. Die Steiermark könnte sich in diesem Zusammenhang als Modellregion für die Etablierung eines derartigen Schulzweiges anbieten.

Die Politik muss alles daransetzen, dass sozial engagierte Menschen bereits früh in ihrem Leben die Möglichkeit erhalten, einen Ausbildungsweg im Pflegebereich einzuschlagen. Dadurch könnte mittel- und langfristig die Anzahl an Pflegekräften gesteigert werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung und insbesondere an das Bildungsministerium heranzutreten, um

  1. sich für die Etablierung einer fünfjährigen berufsbildenden höheren Schule (BHS) einzusetzen, an der neben den Lehrinhalten, die zur Absolvierung der Matura notwendig sind, auch Kenntnisse im Gesundheits- und Pflegebereich vermittelt werden, wobei am Ende der Schulausbildung neben der Matura jedenfalls auch die Prüfung zur Pflegeassistenz vorgesehen sein soll, sowie

  2. das Land Steiermark als Pilotregion für eine derartige BHS anzubieten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)