LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3691/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 28.10.2019, 09:54:57


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Wolfgang Moitzi (SPÖ), Landtagspräsidentin Gabriele Kolar (SPÖ), LTAbg. Johannes Schwarz (SPÖ), Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom (ÖVP), LTAbg. Barbara Riener (ÖVP)
Fraktion(en): SPÖ, ÖVP
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Beste Gesundheitsversorgung – unabhängig vom Wohnort - sicherstellen

Es gilt die beste Gesundheitsversorgung für alle Steirerinnen und Steirer sicher zu stellen und zwar unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder am Land wohnen. Gerade im ländlichen Raum wird die Besetzung von Kassenstellen zu einer immer größeren Herausforderung, da es einfach zu wenig Ärztinnen und Ärzte gibt, die bereit sind, eine solche Stelle am Land anzunehmen.

Wie jüngst in den Medien berichtet wurde, sind einige steirische Regionen im Bereich der Frauenärztinnen und –ärzte drastisch unterversorgt. So gibt es in den Bezirken Murau/Murtal nur einen einzigen Gynäkologen mit Kassenvertrag. Dieser ist noch dazu voll ausgebucht. Patientinnen müssen deshalb nach Leoben, Bruck oder Graz ausweichen.

Auch im Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde gibt es eine eklatante Unterversorgung im niedergelassenen Bereich.

Zu einer lebenswerten Region gehören nicht nur gut bezahlte Arbeitsplätze, günstiger Wohnraum, flächendeckende Kinderbildungs- und Betreuungsangebote und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sondern selbstverständlich auch eine gesicherte Gesundheitsversorgung. Statistisch gesehen ziehen Frauen öfter von den ländlichen Regionen in die Städte als Männer. Wenn den Frauen die notwendige medizinische Versorgung vor Ort fehlt, wird sich dieser Trend noch weiter beschleunigen.

Hier muss dringend gegengesteuert werden. Der Ausbau von neuen Versorgungsmöglichkeiten, wie Gesundheitszentren ist zu begrüßen, es gilt aber auch die offenen Kassenstellen zu besetzen. Die steirische Gebietskrankenkasse bietet Ärztinnen und Ärzten bereits einen Startbonus an, wenn sie sich in den Regionen niederlassen. Dennoch werden diese Angebote nicht oder nur spärlich angenommen. Es sollten daher gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die medizinische Versorgung durch Ärztinnen und Ärzte mit Kassenverträgen ist unabhängig vom Wohnort sicherzustellen.

Geeignete Maßnahmen dazu wären:

  • Ein Stipendiensystem für alle angehenden Ärztinnen und Ärzte, welches diese nach erfolgreichem Studienabschluss für mehrere Jahre an Österreich bindet. Damit soll auch die Verpflichtung einhergehen, eine Kassenvertragsstelle anzunehmen. Wenn der Staat Österreich die Kosten der Ausbildung trägt, sollen die ärztlichen Fähigkeiten dann auch dem Gemeinwohl zugutekommen.

  • Eine erhöhte Praxiserfahrung in der Ausbildung. Dazu soll ein stärkerer Fokus auf Praktika gelegt werden.

  • Weitere Anreize für Ärztinnen und Ärzte, die eine Kassenstelle übernehmen wollen, zu schaffen: zB. durch Vorreihung bei der Zuteilung von Ausbildungsplätzen, Landesförderungen oder Praxisgründungsunterstützungen.

  • Ausbau der Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen öffentlichen medizinischen Universitäten.

 


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert an die Bundesregierung im Sinn der angeführten Maßnahmen mit der Forderung heranzutreten,

  1. unverzüglich geeignete Schritte zu setzen, um dem drohenden Ärztinnen- und Ärztemangel entgegenzuwirken, und
  2. gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl im Bereich der Ausbildung als auch im Bereich der Abeitsbedingungen nachhaltige Verbesserungen für Ärztinnen und Ärzte bringen.

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Wolfgang Moitzi (SPÖ), Landtagspräsidentin Gabriele Kolar (SPÖ), LTAbg. Johannes Schwarz (SPÖ), Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom (ÖVP), LTAbg. Barbara Riener (ÖVP)