LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3346/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 21.05.2019, 14:43:41


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
FH-Studienlehrgang für die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in Leoben etablieren

Die im Juni 2016 beschlossene Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes brachte massive Änderungen im Bereich der Pflegeberufe mit sich. Seitdem ist das Aufgaben-  und Tätigkeitsfeld in der Pflege dreistufig gegliedert. Neben dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege gibt es die Pflegeassistenz und die Pflegefachassistenz. Das Land Steiermark bietet entsprechende Lehrgänge an mehreren Standorten an, wobei die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege derzeit nur in Graz und Leoben angeboten wird. (Quelle: http://www.gesundheitsausbildungen.steiermark.at/cms/beitrag/12488296/142418016/) Wie sich aus der Beantwortung einer Anfrage der FPÖ (EZ/OZ: 1996/1) durch Landesrat Christopher Drexler ergibt, könnte sich selbst dieses Angebot bald weiter einschränken, da die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege bis spätestens 2024 sukzessive an die Fachhochschule in Graz überführt werden soll.

Das Vorhaben der Landesregierung stößt bei vielen Steirern auf Unverständnis. Schließlich würde mit der Abwanderung des Ausbildungszweigs aus Leoben der letzte Standort verloren gehen, an dem in der Obersteiermark noch eine Ausbildung im gehobenen Pflegedienst absolviert werden kann. Dadurch würde die Abwanderung aus dem ländlichen Raum weiter befeuert werden, da insbesondere junge Menschen abseits des steirischen Zentralraums gezwungen wären, ihre Ausbildung in Graz zu absolvieren. Dies hätte zweifelsohne auch eine weitere Verschärfung des Pflegekräftemangels in peripheren Krankenanstalten zur Folge, da eine Rückkehr in die Heimatgemeinden nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss in Graz allzu oft unterbleibt.

Das Land Steiermark muss zur Stärkung der Regionen folglich alles daransetzen, dass auch weiterhin eine Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in der Obersteiermark möglich ist. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die beiden zuständigen ÖVP-Regierungsmitglieder Christopher Drexler und Barbara Eibinger-Miedl gefordert, in Zusammenarbeit mit der FH Joanneum die Etablierung eines entsprechenden Studienzweigs in Leoben sicherzustellen. Zuspruch würden sie dabei wohl nicht nur von den steirischen Freiheitlichen, sondern auch von ihrem roten Regierungspartner erfahren. So unterstützt beispielsweise der Leobner SPÖ-Bürgermeister Kurt Wallner die FPÖ-Forderung. Wie die „Kleine Zeitung“ am 16. Mai dieses Jahres in ihrer Onlineausgabe berichtete, wäre für den roten Stadtchef Leoben „von der Größe des Krankenhauses, seiner zentralen Lage, der hohen Anzahl an Beschäftigten und seiner Führungsposition in der Obersteiermark der ideale Standort für eine Fachhochschule“. Auch für Wallner sei nicht einzusehen, dass in Leoben künftig keine Diplomkrankenschwestern mehr ausgebildet werden sollen. „Eine Fachhochschule für den gehobenen medizinischen Dienst muss unbedingt in Leoben etabliert werden“, unterstreicht der Leobner Politiker die freiheitliche Forderung. (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/5629154/Gesundheits-und-Krankenpflege_Kurt-Wallner_Leoben-ist-idealer)

Die schwarz-rote Landesregierung und insbesondere SPÖ-Chef Michael Schickhofer betonen im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Auf lange Sicht – Steiermark 2030+“, wie wichtig eine Stärkung der Regionen sei. Sollte es sich bei diesen Beteuerungen nicht bloß um medienwirksame Lippenbekenntnisse handeln, werden ÖVP und SPÖ an der Etablierung eines FH-Lehrganges für die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in Leoben nicht vorbeikommen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der FH Joanneum die Etablierung eines FH-Studienlehrganges für die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in Leoben sicherzustellen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)