LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 18

EZ/OZ 1153/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Umwelt

Betreff:
Förderung von Gemeinschaftsgärten

 

zu:
EZ 1153/1, Förderung von Gemeinschaftsgärten (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Umwelt" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 10.01.2017 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Umweltausschusses vom 11.10.2016 wurde die Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 1153/1, abzugeben. Diese hat folgende Stellungnahme übermittelt:

Im vorliegenden Antrag wird die Idee der Gemeinschaftsgärten, wie es sie beispielsweise in Wien gibt, aufgegriffen. In vielen Großstädten würde dieser Trend von Gärten, die von einer Gruppe von Menschen gemeinsam bewirtschaftet werden, von der Stadt gefördert. So auch von den Umweltämtern der Städte Wien und Graz.

Daher solle von der Landesregierung ein Konzept erarbeitet werden, wie in Ballungsräumen in der Steiermark Urban Gardening-Initiativen möglichst effizient, unkompliziert und kostengünstig unterstützt und initiiert werden können. Dabei sollte insbesondere berücksichtigt werden, dass es eine Ansprechperson für Urban Gardening-Initiativen in der Landesverwaltung gibt, ein Musternutzungsvertrag entwickelt wird sowie eine Prüfung, wie öffentliche Flächen zur Verfügung gestellt werden können, erfolgt. Weiters soll eine Förderung für Gemeinschaftsgartenprojekte nach Wiener und Grazer Vorbild ausgearbeitet werden.

Wie in der Begründung des Antrags ausgeführt, wurde die Idee des Urban Gardenings in Großstädten geboren. Dort, wo aufgrund der dichten Bebauung Grünflächen nur mehr sporadisch anzutreffen sind, sehnen sich die Menschen nach mehr „Grün“, auch wenn es nur ein Hochbeet sein sollte. Inwieweit dies auf die im internationalen Vergleich doch relativ kleinen steirischen Ballungsräume die in der Regel in kurzer Entfernung gut erreichbare Grün- und Erholungsräume zu bieten haben umgelegt werden kann, ist natürlich fraglich.

Es ist der Wunsch eines Teiles der Bevölkerung, durch gemeinschaftlich bewirtschaftete und betreute Flächen einerseits selbst Gemüse zu ziehen, andererseits aber vor allem auch zwischenmenschlichen Kontakt zu pflegen. Der Magistrat Wien sieht dies offensichtlich so, da in seinen Förderunterlagen angeführt ist, dass „regelmäßige Veranstaltungen und (Vereins-) Feste mit GärtnerInnen und AnrainerInnen, die den Gedanken des Gemeinschaftsgartens fördern, ausgesprochen erwünscht sind“. Urban Gardening bringt ohne Frage positive Effekte mit sich, es handelt sich aber vorrangig um ein gesellschaftspolitisches und kein Umweltthema.

Da derartige Projekte individuelle Interessen der BürgerInnen vor Ort betreffen, können die Gemeinden in ihrem eigenen Wirkungsbereich zweifellos am besten erheben und feststellen, ob ein tatsächlicher Bedarf gegeben ist. Ebenso obliegt diesen die Beurteilung, ob und auf welche Weise öffentliche Flächen für Urban Gardening-Projekte zur Verfügung zu stellen sind.

Im Bereich des Umweltressorts findet dich folglich kein Ansatz, ein eigenes Förderprogramm zu implementieren, Initiativen im selbstständigen Wirkungsbereich von Gemeinden sind aber selbstverständlich zu begrüßen. Insbesondere zeigen auch die im ggst. Antrag erwähnten Beispiele – eben jene der Städte Wien und Graz – dass es sich vorrangig um ein kommunales Thema handelt.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Umwelt zum Antrag der Grünen, EZ 1153/1, betreffend "Förderung von Gemeinschaftsgärten" wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Die Obfrau:
LTAbg. Gabriele Kolar