LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 11

EZ/OZ 1486/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Umwelt

Betreff:
Geplantes Wasserkraftwerk an der Schwarzen Lafnitz

 

zu:
EZ 1486/1, Geplantes Wasserkraftwerk an der Schwarzen Lafnitz (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Umwelt" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 09.05.2017 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Umwelt vom 07.03.2017 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 1486/1, abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

In ihrem selbstständigen Antrag der Fraktion Grüne fordern diese die Landesregierung auf,

1. geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit die Population der gefährdeten und geschützten Art des Steinkrebses in der Schwarzen Lafnitz und ihren Zubringern erhalten bleibt, und

2. zu prüfen, ob es zu einer erheblichen Beeinträchtigung der gefährdeten und geschützten Art des Steinkrebses im Zuge der Realisierung des geplanten Wasserkraftwerks an der Schwarzen Lafnitz kommen würde.

Für das geplante Kraftwerk an der Schwarzen Lafnitz liegen sowohl die naturschutz- als auch wasserrechtliche Bewilligung vor. Beide Bewilligungsbescheide sind rechtskräftig. Die Kraftwerksteile des geplanten Wasserkraftwerkes liegen ausschließlich im Bereich der Schwarzen Lafnitz, die Wasserentnahme berührt ausschließlich die Schwarze Lafnitz. Seitengerinne werden vom Kraftwerksprojekt nicht berührt.

Vor Erteilung der Bewilligungen wurde der Fluss zur Beweissicherung sach- und fachgerecht befischt, wobei keine Steinkrebsvorkommen festgestellt werden konnten.

Auf Grund des Antrages der Fraktion Grüne wurde am 02.03.2017 ein Ortsaugenschein von der ökologischen Bauaufsicht für das Kraftwerk durchgeführt. Es ist richtig, dass in Seitenarmen der Schwarzen Lafnitz Steinkrebse entdeckt wurden.

Wie die Ökologische Bauaufsicht in ihrer Stellungnahme vom 02.03.2017 festhält, werden die gefundenen Steinkrebsvorkommen vom Kraftwerkprojekt nicht berührt. Das unbenannte Gerinne mündet in etwa bei Fl-Km 0,345 in die Schwarze Lafnitz. Knapp oberhalb der Einmündung befindet sich die nicht durchgängige Wehranlage „Grabner“, knapp unterhalb die noch nicht durchgängige Wehranlage „Fally“. Das Gerinne mündet also in einen für höhere Krebse abgetrennten Teilabschnitt der Schwarzen Lafnitz.

Darüber hinaus vertritt die ökologische Bauaufsicht auch die Meinung, dass Flusskrebse etwa in Restwasserstrecken nicht beeinträchtigt, sondern eher gefördert werden. In der Fachliteratur wird weiters genannt, dass Steinkrebse in ihrer Verbreitung durch starke Geschiebeführung beeinflusst werden und daher eher in Gewässer mit wenig Geschiebetrieb vorkommen.

Abschließend ist festzustellen, dass das Vorkommen des Steinkrebses durch das geplante Wasserkraftwerk, nach Meinung von Sachverständigen, nicht gefährdet wird.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Umwelt zum Antrag der Grünen, EZ 1486/1 betreffend „Geplantes Wasserkraftwerk an der Schwarzen Lafnitz“ wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Die Obfrau:
LTAbg. Gabriele Kolar