LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3078/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 04.02.2019, 09:06:15


Landtagsabgeordnete(r): Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Wiedereinführung des Schulfachs „Heimatkunde“ an Volksschulen

Wie durch schriftliche Anfragebeantwortungen bekannt ist, gibt es – nicht nur erst – seit der Asylkrise und den Migrantenströmen eine Reihe massiver Umwälzungen und Verwerfungen in unserer Gesellschaft und auch an heimischen Schulen.

In der Steiermark müssen aktuell rund 9.000 Schüler, die zu einem guten Teil aus Familien von Asylwerbern oder anerkannten Asylanten kommen, erst an die Unterrichtssprache Deutsch herangeführt werden. Der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache in öffentlichen Volksschulen hat im vergangenen Schuljahr 2017/18 einen neuerlichen Rekordwert erreicht. Bereits für jeden fünften Volksschüler war Deutsch nicht die Muttersprache, sondern eine Fremd- bzw. Zweitsprache. In den Grazer Volksschulen beträgt der Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache knapp 53 Prozent (Quelle: Anfragebeantwortung vom 13. Dezember 2017, EZ/OZ: 1958/2). Auch die Anzahl muslimischer Kinder in steirischen Pflichtschulen ist seit Jahren im Steigen begriffen. Allein in den letzten drei Jahren wurde eine Zunahme um zwölf Prozent verzeichnet. Im vergangenen Schuljahr (2017/18) waren 6.019 Schüler in der Steiermark muslimischen Glaubens. Gab es 2013/2014 noch 92 steirische Bildungseinrichtungen mit islamischen Religionsunterricht, waren es 2017/2018 über 165. In Graz gehörten bereits mehr als ein Viertel aller Volksschüler dem islamischen Glauben an. An den Neuen Mittelschulen der Landeshauptstadt sitzen schon gut ein Drittel Muslime. In einigen Grazer Schulen beträgt der Anteil muslimischer Schüler sogar über 70 Prozent (Quelle: Schriftliche Anfragebeantwortung vom 18. Dezember 2017, EZ/OZ: 1965/2).

Durch den hohen Ausländeranteil bzw. die steigende Anzahl vor allem muslimischer Kinder in den steirischen Pflichtschulen und Kindergärten findet eine schrittweise Unterwanderung unseres Wertesystems statt. Zu dieser Erkenntnis kam auch Susanne Wiesinger, Lehrerin an einer Neuen Mittelschule in Wien-Favoriten, die in ihrem Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“ schonungslos radikal-islamische Tendenzen in Österreichs Schulen aufdeckte.

Aufgrund zunehmender Konflikte, der vielerorts offen zu Tage tretenden Ablehnung unserer Wertehaltungen und der Bildung von Parallelgesellschaften gilt es rasch zu handeln. Eine fehlende Bindung an unser Land und unser Wertesystem setzt auch einen gesellschaftlichen Entsolidarisierungsprozess in Gang. Unser derzeitiges Sozialsystem ist nur aufrecht zu erhalten, wenn Personen bereit sind, sich unseren Normen anzupassen, sich im Idealfall ehrenamtlich zu engagieren und vor allem einer Arbeit nachzugehen, um damit einen Beitrag am Gesamtwohl zu leisten und dem Generationenvertrag zu entsprechen.

Der Inhalt eines Heimatkundeunterrichts könnte in Zeiten von Globalisierung und vielseitigen, teils gefährlichen Einflüssen – man denke an die durch die „Krone“ bekannt gewordenen Radikalimame, die in Moscheen junge Menschen indoktrinieren, an den „Kulturkampf im Klassenzimmer“ sowie die Wertestudie des renommierten Islamforschers Ednan Aslan unter muslimischen Flüchtlingen – ein Wertefundament für sonst so leicht beeinflussbare Kinder und Jugendliche bilden.

Leider gibt es seit Jahrzehnten keinen Heimatkundeunterricht mehr, in aktuellen Lehrplänen der Volksschule zum Sachkundeunterricht kommt das Wort „Heimat“ lediglich viermal auf rund 280 Seiten vor, wobei kein Bezug zum eigentlichen Heimatbegriff besteht. In einer vergleichbaren Lehrplan-Verordnung von 1963 konnte man auf 144 Seiten den Begriff 145-mal finden. Ein Auszug zeigt eindrucksvoll das breite inhaltliche Spektrum, das ein Heimatkundeunterricht abdeckte:

„Sozialkundlich weitet sich der Blick von der Familie, Verwandtschaft und Nachbarschaft wie auch von der Klassen- und Schulgemeinschaft zu den mannigfachen Verflechtungen zwischen den Menschen in Gemeinde, Bezirk und Land, wie sie das wirtschaftliche Leben, das Streben nach gegenseitiger Hilfe und die Sorge für die staatliche Ordnung mit sich bringen. Einblicke in das geistige und religiöse Leben der Heimat gelten vor allem den volkstümlichen und kindertümlichen Kulturbereichen. Der geschichtliche Aspekt macht den Schülern bewußt, daß alles Bestehende ein Gewordenes ist. Neben Veränderungen, deren Zeugen die Schüler selbst sind, dienen dazu unter anderem die Erinnerungen der lebenden Generationen, Denkmäler und Bilder, Bräuche und Sagen aus älterer Zeit, aber auch einzelne technische Entwicklungsreihen. Erzählungen über bedeutende Personen und Ereignisse aus der Geschichte der Heimat lassen die Schüler menschliche Größe und Schicksale erahnen.“

Das kulturelle Erbe der Steiermark lohnt sich weitergegeben zu werden. In einer zunehmend globalisierten Welt ist die Selbstdefinition über die identitätsstiftende Heimat eines der wesentlichsten Elemente für den Zusammenhalt und das Funktionieren unserer Gesellschaft. Wir sind zu einer verantwortungsvollen Vermittlung dieser Werte und Traditionen an nächste Generationen und – nicht zuletzt – auch an Zuwanderer verpflichtet. Um andere Kulturen überhaupt schätzen zu können, ist das nachhaltige Bekenntnis zur eigenen Kultur und Geschichte auch für österreichische Kinder die Voraussetzung dafür. Es gilt daher, die Vermittlung und die Weiterentwicklung unserer eigenen Kultur zu ermöglichen, weshalb Schüler durch die Wiedereinführung eines „Heimatkundeunterrichts“ zukünftig wieder verstärkt an unsere Brauchtümer und Traditionen herangeführt werden sollen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten,

  1. das Unterrichtsfach „Heimatkunde“ an Volksschulen wiedereinzuführen und

  2. den erstklassigen Bildungsstandort Steiermark bzw. die Landeshauptstadt Graz als Pilot- und Partnerregion für die Wiederetablierung des Unterrichtsfachs „Heimatkunde“ anzubieten.


Unterschrift(en):
Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)