LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3156/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 07.03.2019, 08:18:23


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Grazer Vorzeigeprojekt „Deutsch als Schulsprache“ auf die gesamte Steiermark ausweiten

Der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache in öffentlichen Volksschulen hat im vergangenen Schuljahr 2017/18 einen neuerlichen Rekordwert erreicht. Für 9.012 Kinder, das sind 21,2 Prozent aller Volksschüler in der Steiermark, war Deutsch nicht die Muttersprache, sondern eine Fremd- bzw. Zweitsprache. Das bedeutet, dass landesweit bereits jeder fünfte Volksschüler eine andere Erstsprache als Deutsch hatte. Die Stadt Knittelfeld wies mit unglaublichen 53 Prozent den höchsten Wert an fremdsprachigen Volksschülern auf. Auch in Graz waren bereits mehr als die Hälfte der Kinder nichtdeutscher Muttersprache. Die Grazer Stadtbezirke Lend (92 %), Gries (91,7 %), Jakomini (73,3 %), Eggenberg (72,2 %) und Gösting (70,2 %) wiesen einen besonders hohen Anteil an fremdsprachigen Volksschülern auf. (Quelle: Anfragebeantwortung durch Landesrätin Lackner vom 13. Dezember 2017, EZ 1958/2)

Um der prekären Lage an den Schulen der steirischen Landeshauptstadt entgegenzuwirken, wurde am 14. Februar 2019 von ÖVP und FPÖ im Grazer Gemeinderat ein Antrag zur Durchführung eines Modellversuchs betreffend „Deutsch als Schulsprache“ beschlossen. Konkret sollen geeignete Pflichtschulstandorte in Graz ausgewählt werden, an denen in Folge ein derartiger Modellversuch gestartet wird. Dieser Vorstoß findet die volle Unterstützung der steirischen Freiheitlichen. Mit der Verankerung einer Deutschpflicht in der Hausordnung könnten Konfliktpotentiale in Pausen und bei Schulveranstaltungen verhindert werden.

Sprechen Schüler aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen miteinander in verschiedenen, den Lehrern und auch den heimischen Schülern nicht verständlichen Sprachen, sind Gruppenbildungen und Konflikte vorprogrammiert. Die Verständigung der Schüler untereinander bzw. dieser mit den Lehrern wird erschwert, auch das Verständnis für kulturelle Unterschiede und Eigenheiten der verschiedenen Sprachgruppen kann kaum gewährleistet werden. Die Einführung der Schul- und Pausensprache Deutsch würde zweifelsohne zur Verbesserung der Situation beitragen. Dieses Prinzip bedeutet, dass nicht nur die Unterrichtssprache Deutsch ist, sondern auch auf dem gesamten Schulgelände, in den Pausen sowie bei Schulveranstaltungen ausschließlich die deutsche Sprache zu verwenden ist. Integration von ausländischen Schülern kann nur gelingen, wenn diese auch unsere Sprache sprechen. Durch die Verwendung einer gemeinsamen Sprache im Pausenhof wird auch das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Kindern gestärkt. Auch Gruppenbildungen, die auf nationalsprachlichen Gegebenheiten fußen, kann man dadurch entgegenwirken.

Da man eine Sprache bekanntlich am besten lernt, wenn man sie spricht, wäre die Verwendung von Deutsch in den Schulpausen auch eine ideale Möglichkeit, um Sprachdefizite von Kindern mit anderer Muttersprache entscheidend zu verbessern. Diese Maßnahme soll in weiterer Folge dazu beitragen, das Unterrichtsniveau insgesamt zu heben. Darüber hinaus ist die deutsche Sprache ein wichtiger Träger unserer Kultur. Gerade für Zuwanderer ist daher die Beherrschung dieser sehr wichtig, um sich in das Gesellschaftsleben integrieren zu können.

Die Freiheitlichen erachten das Projekt der Grazer Rathauskoalition als wegweisend für die gesamte Steiermark und fordern daher dessen steiermarkweite Umsetzung.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in enger Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion Steiermark die Durchführung des Grazer Konzepts „Deutsch als Schulsprache“ auch an anderen Schulstandorten in der Steiermark zu prüfen und die notwendigen Schritte zu setzen, um einen derartigen Modellversuch an ausgewählten steirischen Schulen einzuleiten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)