LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 407/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 06.05.2020, 09:56:33


Zu:
407/1 Ausweisung eines Natura-2000 Gebietes im Norden von Graz
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Ausweisung eines Natura-2000 Gebietes im Norden von Graz

Die Anfrage vom 13.03.2020, Einl.Zahl 407/1 der Abgeordneten LTAbg. Sandra Krautwaschl, LTAbg. Lambert Schönleitner, LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck, LTAbg. Georg Schwarzl, LTAbg. Veronika Nitsche, MBA und LTAbg. Mag. Alexander Pinter betreffend "Ausweisung eines Natura-2000 Gebietes im Norden von Graz" beantworte ich wie folgt:

Ad 1:

Ein haltbarer Zeitplan kann erst nach Fertigstellung des abschließenden Gutachtens, dieses erfolgt voraussichtlich bis spätestens September 2020, erstellt werden und liegt somit derzeit noch nicht vor.

Ad 2:

Die Zusatzerhebungen wurden in den Jahren 2018 und 2019 durchgeführt. Im Zuge dieser neuen Erhebungen wurde z. B. das aktuelle Verbreitungsareal des Alpenbocks (Rosalia alpina) in der Region durch Nachweise (Bohrlöcher, Nachweis der Käfer) eruiert. Darüber hinaus erfolgten ExpertInnen­befragungen bzw. Abfragen von Datenbanken zur Erhebung von Informationen über potentielle weitere im Gebiet vorkommende Schutzgüter.

Ein abschließendes Gutachten über die Ergebnisse der Zusatzerhebungen liegt der Abteilung 13 noch nicht vor. Ein diskussionsreifer Vorschlag kann erst erarbeitet werden, wenn das Gutachten fertiggestellt ist. Die Fertigstellung dieses Gutachtens soll, wie oben angeführt bis spätestens September 2020 erfolgen.

Ad 3:

Der für die Zusatzerhebungen zuständige ASV stand in Kontakt mit mehreren GrundeigentümerInnen bzw. deren Vertretern. Weitere Gespräche sind nach Vorliegen des abschließenden Gutachtens über die Zusatzerhebungen geplant.

Ad 4:

Zu aktuellen Schlägerungen liegen keine Informationen vor. Grundsätzlich bergen Schlägerungsarbeiten die potentielle Gefahr von Standortverschlechterungen für den Erhaltungszustand dieser Art in sich. Entsprechende Eingriffe sind im Einzelfall zu beurteilen.

 

 

Ad 5:

Im Rahmen des Projektes „Artenschutz Management Rosalia alpina Alpenbock im Mühlbachgraben“ wurde 1999 aktiv Totholz bereitgestellt. Erfahrungen aus dem Mühlbachgraben zeigen, dass angekauftes Totholz an trockenen Stellen entlang von Forstwegen ca. 10 Jahre wirksam ist.

Des Weiteren wurde Bewusstseinsbildung betrieben (Ausbildung von Berg- und NaturwächterInnen, Informationsgespräche mit GrundeigentümerInnen). Weitere, künftige Maßnahmen sind in allfällige Managementplanüberlegungen einzubeziehen.

Ad 6:

Im Rahmen einer durchgeführten Kontrolle wurde der besagte Holzstoß am 05.08.2019 an Ort und Stelle vorgefunden.