LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2000/1

Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 09.11.2017, 12:36:40


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Frist: 09.01.2018

Betreff:
Demenzstrategie

In Österreich gibt es derzeit rund 100.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die Alzheimer-Demenz ist dabei die häufigste Form der Demenzerkrankungen. Prognosen zufolge wird aufgrund des demografischen Wandels und des damit verbundenen Anstieges der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung die Anzahl der Menschen mit Demenzerkrankungen weiter ansteigen. Bis 2050 kann von einer Verdopplung ausgegangen werden. Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz stellt folglich eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung der Zukunft dar. Mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden in Österreich zu Hause durch Angehörige gepflegt. Noch immer wird diese oft sehr belastende Aufgabe überwiegend von weiblichen Angehörigen übernommen. Die häusliche Pflege von Demenzerkrankten wird von Angehörigen als permanente Belastungs- und Stresssituation erlebt. Insbesondere die Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen sind extrem belastend.

Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beauftragte zusammen mit dem Sozialministerium die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) mit der Begleitung des Prozesses zur Erarbeitung einer österreichischen Demenzstrategie. Bis Oktober 2015 wurden Wirkungsziele und Handlungsempfehlungen erarbeitet, Ende 2015 wurde der Abschlussbericht der Öffentlichkeit präsentiert, im Sommer 2016 wurde die Strategie vom Ministerrat zur Kenntnis genommen.

Im Rahmen der Umsetzung der Österreichischen Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz" im Bundesland Steiermark wurde von Februar bis April 2016 eine landesweite IST-Erhebung zur aktuellen Versorgungs-/Angebotssituation zum Thema Demenz durchgeführt.


Es wird daher folgende

Schriftliche Anfrage

gestellt:

1. Wieviele Personen sind in der Steiermark an Demenz erkrankt?

2. Wer bzw. welche Institutionen wurden bei der IST-Erhebung zur Umsetzung der Demenzstrategie befragt?

3. Welche Schritte wurden seit der IST-Erhebung zur Umsetzung der Demenzstrategie gesetzt?

4. Welche Angebote im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich gibt es derzeit für an Demenz erkrankte Personen (bitte Auflistung nach Angebot und Bezirk)?

5. Welche Angebote gibt es derzeit für die Begleitung, Information und Entlastung von Angehörigen, und wie weit werden Organisationen, die diese Angebote bereitstellen, unterstützt?

6. Gibt es DemenzbetreuerInnen, die von den Angehörigen stundenweise angefordert werden können und gefördert sind?

7. Sind Maßnahmen geplant, um die Aus- und Fortbildung von BetreuerInnen im Bereich Demenz zu verbessern?

8. Gibt es zur Zeit in der Steiermark Pilotprojekte bezüglich der Betreuung von Menschen mit Demenz?

9. Welche Rahmenbedingungen und Angebote für Menschen mit Demenz werden Sie schaffen oder weiterentwickeln?

10. Wie soll zukünftig zwischen Alltagsbegleitung und Heimhilfe unterschieden werden, wenn sie die gleiche Ausbildung haben und auch von den gleichen Trägerorganisationen angeboten werden?

11. Inwieweit wird bei der Alltagsbegleitung auf den besonderen Bedarf der demenzkranken Personen eingegangen werden?

12. Wie beurteilen Sie grundsätzlich den Bedarf an zielgruppenspezifischen Informationen und Schulungsangeboten sowohl für Angehörige, Pflegekräfte und medizinisches Fachpersonal als auch für Menschen im Lebensumfeld demenziell Erkrankter?

13. Sind Maßnahmen für eine Weiterentwicklung der Qualitätsstandards in der ambulanten und stationären Versorgung und Pflege demenziell erkrankter Menschen geplant?

14. Gibt es einen Plan, inwieweit Demenzberatung sowie Selbsthilfe in den Erstversorgungszentren umgesetzt werden könnte?

15. Aus welchem Grund werden Dienste von selbstständigen PersonenbetreuuerInnen, die diese stundenweise anbieten, nicht gefördert, die Dienste der 24-Stunden-Betreuung und die der ab 2018 eingesetzten Alltagsbegleitung schon?


Unterschrift(en):
LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)