LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2327/1

Befragung eines Mitgliedes der Landesregierung (§ 69 GeoLT)

eingebracht am 10.06.2022, 11:44:36


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
EU-Parlament beschließt Verbot des Auto-Verbrennungsmotors per 2035 – Auswirkungen für den Autocluster Steiermark?

Am 8. Juni 2022 hat das EU Parlament ein Verkaufsverbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2035 beschlossen. Abgeordnete von ÖVP und FPÖ waren klar dagegen, jene von SPÖ, NEOS und GRÜNEN dafür. ÖVP-Verkehrssprecherin Barbara Thaler: „Europa braucht den Verbrennungsmotor, und es hat überhaupt keinen Sinn, ihn zu verbieten, wenn wir ihn über 2035 hinaus weiterhin sinnvoll und klimaneutral verwenden können“. Auch die Freiheitlichen monierten den Beschluss, der gerade in Zeiten einer Rekordinflation und ständig steigenden Lebenserhaltungskosten „an den wahren Bedürfnissen der Menschen“ vorbeigehe. SPÖ, GRÜNE und NEOS begrüßten dagegen den Beschluss und sahen darin ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz.

Quellen: https://orf.at/stories/3270201/https://www.derstandard.at/story/2000136397426/deutliche-bremse-fuer-den-klimaschutz-keine-ausweitung-von-co2-handel

Forscher und Wissenschafter der Technischen Universität Graz (TU) sehen das Aus des Verbrennungsmotors kritisch und befürchten, dass Autofahren zum Luxusgut wird. Wiewohl Elektroautos von der öffentlichen Hand teilweise stark gefördert und preislich gestützt werden, sind sie dennoch nicht konkurrenzfähig. Selbst wenn sich das preisliche Niveau von Verbrennungs- und Elektromotoren einmal einpendeln sollte, rechnen Experten mit einem deutlichen Anstieg der Mobilitätskosten. Univ.-Prof. DI Dr. Helmut Eichlseder von der TU Graz verweist auch auf den Umstand, dass Elektroautos keineswegs klimaneutral sind, da sie einen enormen Energiebedarf benötigen. Alleine „die Herstellung einer Batterie für ein Elektroauto entspricht einer Fahrtstrecke von 70.000 Kilometer des Fahrzeuges. Erst wenn diese Fahrtstrecke erreicht wurde, ist die CO2-Bilanz des E-Autos ausgeglichen“, so der Wissenschafter.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3159985/

Ein komplettes Aus für den Verbrennungsmotor bei Fahrzeugen hat freilich auch unmittelbare Auswirkungen auf den steirischen Mobilitätscluster AC-Styria. Darin sind rund 300 Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Aerospace und Rail-System vernetzt. Alleine 16.000 Mitarbeiter gehören dem Zulieferkonzern Magna – davon rund 11.000 Beschäftigte in Graz – an.

Die Forcierung von Wasserstoff, E-Mobilität und Hybrid lässt in Zukunft hoffentlich neue Berufsfelder entstehen. Fraglich ist jedoch, ob Maschinenbau- und Automobilingenieure noch benötigt werden, wenn der Verbrennungsmotor für Autos endgültig verboten ist. Das planmäßig vorgesehene Aus dieser Antriebsart ist sowohl für die Zulieferindustrie als auch den heimischen Arbeitsmarkt von fundamentaler Bedeutung.

 

Es wird folgende

Anfrage

gestellt:

Welche Auswirkungen hätte das von der EU beabsichtigte Verbot des PKW-Verbrennungsmotors für den Wirtschaftsstandort Steiermark?


Unterschrift(en):
LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ)