LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2273/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 20.05.2022, 09:50:20


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Ein Monatsgehalt mehr in der Elementarpädagogik

Knapp zwei Jahre nach Novellierung des Steiermärkischen Anstellungserfordernisgesetzes (StAEG) legt ein Offener Brief einer Reihe an privaten steirischen Trägern an die Klubobleute aller im Landtag vertretenen Parteien den akuten Personalnotstand im elementarpädagogischen Bereich augenscheinlich dar. Neben mehr Ausbildungsplätzen sowie AMS Förderungen während der Ausbildung wird in diesem Scheiben eine Verlängerung der Novelle des StAEG und eine Ausweitung der Berufsgruppen für den Personaldispens gefordert.

Die Systemrelevanz der elementaren Bildungseinrichtungen steht außer Frage, und dem im offenen Brief dargestellten Szenario der aufgrund von Personalnotstand zu schließenden Gruppen bzw. der Reduktion von Ganztags- auf Halbtagsgruppen, muss unbedingt und unmittelbar begegnet werden.

Ein Fachkräftestipendium ist für den Besuch von Schulen im Bereich Elementarpädagogik seit 2021 wieder möglich. Ausbildungsplätze sind an den Bafeps und entsprechenden Collegs gut verteilt über die Steiermark vorhanden. Jedoch wird an manchen Standorten von rückläufigen Anmeldezahlen gesprochen, und es herrscht Unklarheit ob der Anzahl an bewilligten Colleg-Klassen ab Herbst einerseits und ob genügend Anmeldungen für die bewilligten Colleg-Klassen kommen andererseits.

Der Tatsache, dass aber zumindest ein Drittel der Absolvent:innen nicht in den Beruf geht, wird man nur mit verbesserten Rahmenbedingungen begegnen können. Neben einer Reduktion der administrativen Verpflichtungen, ist vor allem ein verbesserter Betreuungsschlüssel ein wesentlicher Hebel. Unabhängig davon, ob kleinere Gruppengrößen oder mehr Personal je Gruppe geschaffen werden – das ist nicht sofort umzusetzen. 

Aufgrund der Dringlichkeit des Themas braucht es eine Sofortmaßnahme: eine deutlich höhere Wertschätzung für die Berufsgruppe durch ein Monatsgehalt mehr!


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

1. unmittelbar mit dem Städte- und Gemeindebund Verhandlungen aufzunehmen mit dem Ziel,

a) einen Einstiegs- und Umstiegsbonus für Elementarpädagog:innen und pädagogische Hilfskräfte zu finanzieren,

b) die Gehälter im elementarpädagogischen Bereich, analog zum Pflegebereich, um ein Netto-Monatsgehalt im Jahr zu erhöhen, sowie

2. einen Runden Tisch einzuberufen, um eine Lösung für die drohenden Gruppenreduktionen zu finden.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)