LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1463/2

Unselbstständiger Entschließungsantrag (§ 51 GeoLT)

freigegeben am 14.06.2021, 14:22:21


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß
Zu Tagesordnungspunkt D2

Betreff:
Ausbau kostenfreier Beratungs-, Betreuungs- und Behandlungsangebote für Kinder und Jugendliche bei psychischen Problemen

Umstände wie Arbeitslosigkeit, Armutsgefährdung, Zukunftsängste, Überlastung, Einsamkeit und Isolation, die aufgrund der Corona-Krise vermehrt auftreten, stellen eine große psychische Belastung dar. Immer öfter weisen Fachleute in diesem Zusammenhang auf die drastische Zunahme von psychischen Problemen hin. Dramatisch ist vor allem die Situation vieler Kinder und Jugendlicher.

Wissenschaftler der Donau Universität Krems und der Medizinischen Universität Wien berichteten in der Studie „Mental Health in Adolescents during COVID-19-Related Social Distancing and Home-Schooling“ von dramatischen Ergebnissen nach einer Befragung von rund 3000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren im Februar. Mehr als die Hälfte leiden unter depressiven Symptomen, jede/r sechste Befragte hat suizidale Gedanken. Die Studienleitung betont die Verzehnfachung von Symptomen und Ängsten. 16 Prozent haben regelmäßig – oft täglich – suizidale Gedanken. Die befragten jungen Menschen empfinden in beinahe jedem zweiten Fall keine Lust, keine Freude mehr. Interessen und Konzentration lassen nach, sie schlafen sehr schlecht.

Schon bisher war das Beratungs-, Betreuungs- und Behandlungsangebotes bei psychischen Problemen für junge Menschen in der Steiermark keinesfalls ausreichend. Das hat zur Folge, dass viele Betroffene die nötige Behandlung gar nicht oder oft sehr spät erhalten haben. Dieser Mangel hat PatientInnen vielfach gezwungen, in den wahlärztlichen Bereich auszuweichen. Eine Möglichkeit, die Menschen mit geringem Einkommen meist verwehrt bleibt. Die Chance auf eine bestmögliche medizinische Versorgung darf allerdings gerade in diesem sensiblen Bereich nicht vom Einkommen abhängig sein.

Die schnelle Ausweitung von Beratungs- und Behandlungsangeboten bei psychischen Problemen ist daher ein Gebot der Stunde. Es braucht Verhandlungen seitens des Landes mit allen zuständigen Stellen, um ein den Bedürfnissen junger Menschen entsprechendes Angebot an Beratung-, Betreuungs- und Behandlungsangeboten zu schaffen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die notwendigen Schritte zu setzen, um eine rasche und flächendeckende Ausweitung eines kostenfreien psychologischen und psychotherapeutischen Beratungs-, Betreuungs- und Behandlungsangebotes für Kinder und Jugendliche sicherzustellen.

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)