LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2434/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 09.08.2022, 10:37:14


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Werner Amon, MBA

Betreff:
Bildungs- und Berufsorientierungsangebote für Eltern intensivieren

Die erste Berufs- oder Ausbildungswahl ist eine spannende Entscheidung sowohl für Jugendliche als auch Eltern. Ihnen kommt dabei eine bedeutende Rolle zu, stellen sie doch die wichtigsten Vertrauenspersonen dar, die im Ausbildungs- und Berufswahlprozess maßgeblich unterstützen. Angesichts des vielfältigen Ausbildungsangebotes und den zahlreichen beruflichen Möglichkeiten fällt Schülern die Entscheidung für die ein oder andere Berufsausbildung alles andere als einfach. Ebenso fühlen sich Mütter und Väter bei der für den weiteren beruflichen Werdegang ihres Kindes maßgebliche Entscheidungsfindung oftmals überfordert bzw. unzureichend informiert.

Ein Blick auf die möglichen Ausbildungs- und Berufsangebote verdeutlicht die regelrechte „Qual der Wahl“: Allein in der Steiermark gibt es 936 Schulen, 5 Universitäten, 2 Fachhochschulen, 2 Pädagogische Hochschulen und rund 160 qualitätsgesicherte Weiterbildungseinrichtungen mit ihren zahlreichen Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten. Darüber hinaus gibt es knapp 200 Lehrberufe und rund 1.800 Berufe. Aus einer so großen Angebotspalette das für sich selbst Passende zu finden, ist alles andere als einfach.

Obwohl es im Rahmen des Schulunterrichts unterschiedliche Berufsorientierungsangebote gibt – so sind für die 7. und 8. Schulstufe (MS sowie AHS-Unterstufe) lehrplanmäßig insgesamt 32 Wochenstunden Berufsorientierung verpflichtend vorgesehen – und auch öffentliche Beratungsstellen oder Bildungsmessen Informationsmöglichkeiten bieten, sind Schüler häufig unschlüssig, was ihren weiteren beruflichen Werdegang betrifft. Unterstützung bei der persönlichen Bildungs- und Berufswahl erfahren Jugendliche in erster Linie nach wie vor von der eigenen Familie. Umso wichtiger ist es, dass auch Eltern und Erziehungsberechtigte entsprechend über die zahlreichen Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten informiert sind. Bedauerlicherweise ist dies in vielen Familien nicht der Fall. Dabei wäre es von großer Bedeutung, den Nachwuchs dabei zu unterstützen, die richtige Entscheidung zu treffen und einen passenden Weg zum Wunschberuf zu finden.

Zweifelsohne gibt es bereits eine breite Palette an Berufsorientierungsangeboten – auch für Eltern – nichtsdestotrotz sind diese häufig nicht ausreichend bekannt. Dies kann dazu führen, dass Kinder einen eingeschränkten Blick auf die zahlreichen Ausbildungschancen haben und einen von den Eltern bevorzugten Weg einschlagen, ohne sich näher mit den vielzähligen Angeboten auseinanderzusetzen. Erziehungsberechtigte und auch Lehrende bzw. Ausbildner äußern immer wieder den expliziten Wunsch, zusätzliche Angebote für die Bildungs- und Berufsorientierung zu schaffen respektive das umfangreiche bestehende Angebot stärker zu kommunizieren. Aus diesem Grund sollte das Land Steiermark in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion und den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen eine entsprechende Kampagne initiieren, um Mütter und Väter ausreichend über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Im Zuge dieser Kampagne sollten jedenfalls auch persönliche, für Eltern ausgerichtete Informationsveranstaltungen an den Bildungseinrichtungen – unter Beiziehung von Vertretern der verschiedenen allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen, Berufsschulen, Fachschulen, Hochschulen etc. – stattfinden. So kann gewährleistet werden, dass Eltern ihren Nachwuchs bestmöglich im Ausbildungs- und Berufswahlprozess unterstützen können und Jugendliche im Idealfall schneller zu ihrem Traumberuf gelangen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion Steiermark und den verschiedenen Bildungseinrichtungen eine Kampagne zu initiieren, um auf das vielfältige Ausbildungs- und Berufsorientierungsangebot aufmerksam zu machen und Eltern im Rahmen entsprechender Informationsveranstaltungen verstärkt darüber zu informieren.


Unterschrift(en):
LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)