LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2267/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 20.05.2022, 08:45:31


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Klimaschutz
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Artenvielfalt in der Steiermark – Wir müssen die vorhandenen Daten zusammenführen!

Österreich zählt noch zu den artenreichsten Staaten Mitteleuropas. Die Vielfalt an Ökosystemen, Mikroorganismen, Pflanzen, Pilzen und Tieren ist für den Menschen unentbehrlich. Die Roten Listen werden jedoch immer länger. Die Homogenisierung nimmt zu, und die Vielfalt nimmt ab. Gerade die Vielfalt ist aber wesentlich, um verschiedene ungünstige Umweltbedingungen zu bewältigen. Zu den wesentlichen Gefährdungen zählen Düngemittel- und Pestizideinsatz, ungebremste Bodenversiegelung, Klimawandel und Ausbreitung gebietsfremder invasiver Arten.

Rund 68.000 Arten, davon ca. 45.000 Tierarten und ca. 2.900 Farn- und Blütenpflanzen kommen in Österreich vor. Die größte Gruppe machen Insekten mit rund 40.000 Arten aus. Fast 600 Tierarten und ca. 150 Pflanzenarten kommen nur in Österreich vor. Diese Vielfalt ist auf die Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen zurückzuführen (Quelle: Umweltbundesamt).

Allerdings zeigte etwa die kürzlich erfolgte Aktualisierung der Roten Listen ausgewählter Tiergruppen in der Steiermark, dass die Hälfte der Tierarten in der Steiermark gefährdet sind. Im Mittel gelten nur noch 38% der heimischen Arten als ungefährdet, ein Fünftel (19%) als nahezu gefährdet, 14% sind gefährdet, 9% stark gefährdet und weitere 11% gelten als vom Aussterben bedroht. Bereits 1,5% der heimischen Tierarten (bezogen auf die bislang bearbeiteten Tiergruppen) gelten als in der Steiermark ausgestorben. Auch der alle sechs Jahre gemäß des Artikels 17 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu verfassende Bericht über den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten von gemeinschaftlichem Interesse zeigt den dringenden Handlungsbedarf.   

In der Stellungnahme zum Grünen Antrag EZ 1887/3 „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt in der Steiermark erarbeiten“ weist die Landesregierung darauf hin, dass es verschiedenen Projekte und Programme zum Schutz der Artenvielfalt gibt.

Aber – da sind sich alle Expert:innen einig - die Maßnahmen, die bisher steiermarkweit gesetzt wurden und werden, reichen nicht aus, um den massiven Verlust der Arten und Lebensräume auch nur abzubremsen.

Um dem Artenschwund begegnen zu können, wird eine gute Datenlage benötigt bzw. ist dies eine Voraussetzung. Für viele der Arten gibt es noch keine oder sehr wenige Daten und die komplexen Prozesse der Biodiversität sind bei weitem nicht erforscht. Nicht einmal die Vorkommen der wenigen europarechtlich geschützten Arten sind ausreichend bekannt, geschweige denn in übersichtlichen und allgemein verfügbaren Karten zusammengeführt. Es ist daher notwendig, die Daten zur Artenvielfalt, die sich in den verschiedenen Institutionen und Organisationen wie etwa der Karl-Franzens-Universität Graz, dem Naturkundemuseum, dem Naturschutzbund und natürlich den Behörden des Landes selber befinden, zusammenzuführen.

Auch in der Naturschutzstrategie Steiermark wird betreffend die Datenlage in der Landesverwaltung etwa festgehalten, dass wesentliche Grundlage für weitgehende Rechtssicherheit und kurze Verfahren ein gut verfügbarer und aktueller Datenstand über das Vorkommen der Schutzobjekte sei. Das Referat führt verschiedene Datenbanken, die jedoch bisher nicht vernetzt und nur eingeschränkt nutzbar sind. "Die Qualität der Daten sollte grundsätzlich verbessert und vernetzt werden.“ (Naturschutzstrategie Steiermark 2025, S. 47).


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, gemeinsam mit den einschlägigen Institutionen und Organisationen (Karl-Franzens-Universität Graz, Museen, Naturschutzbund etc.) eine Lösung zu erarbeiten, um die Daten betreffend den Artenbestand in der Steiermark zusammenzuführen und dafür die finanziellen Mittel sicherzustellen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)