LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1338/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.04.2021, 08:43:39


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Infrastruktur
Regierungsmitglied(er): Landeshauptmann-Stv. Anton Lang

Betreff:
Pop-Up-Radwege in der Steiermark

Die Verkehrswende ist ein wesentlicher Faktor, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Der Monitoringbericht 2019 des Landes Steiermark zum Aktionsplan zur Umsetzung der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 hält fest, dass der Bereich der Mobilität mit 31 % nicht nur der zweitgrößte Endenergieverbraucher ist, sondern mit 49,9 % der steirischen Treibhausgas-Emissionen auch weiterhin die wesentliche Rolle einnimmt (Monitoringbericht S. 46).

Alle Bemühungen sollten darauf abzielen, andere Verkehrsangebote, wie den öffentlichen Nahverkehr, das Zufußgehen oder das Radfahren, attraktiver zu gestalten. Mit einem gezielten Ausbau der infrastrukturellen Voraussetzungen, sicheren und attraktiven Radwegeverbindungen und einer sinnvollen Verknüpfung des Radverkehrs mit den Angeboten im öffentlichen Verkehr kann das Land Steiermark einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Verkehrsemissionen leisten.

Eine Studie zu den aufgrund der Corona-Pandemie europaweit zahlreich entstandenen Pop-Up-Radwegen (erschienen in der Süddeutschen Zeitung vom 31.3.:  https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/pop-up-radweg-fahrrad-studie-zahlen-berlin-mcc-daten-1.5252371) hat die positiven Auswirkungen dieser neuen Infrastrukturmaßnahme eindeutig belegt.

Bei einem durchschnittlichen Kostenfaktor von nur 9.500 Euro/km kam es zu einem Anstieg des Radverkehrs zwischen 11%-48%. Rechnet man die lt. amerikanischen Studien Einsparungen im Gesundheitssystem ein – diese betragen einen halben Dollar pro gefahrenem km – beträgt die Summe in den von der Studie betroffenen 106 Städten bereits eine Milliarde Euro.

Nicht überall gibt es die finanziellen Möglichkeiten, zeitnah neue Radinfrastruktur zu schaffen. Und während es sonst Jahre dauert, um einen neuen Radweg zu errichten, verkürzt sich das mit Pop-Up-Radwegen auf wenige Wochen.

Diese Pop-Up-Radwege sollen aber zusätzlich zu den Radwegen im Rahmen der Radverkehrsstrategie Steiermark 2025 errichtet werden und keinesfalls geplante Radwege ersetzen.

Aus den jährlichen Umfragen des ÖAMTC geht hervor, dass das fehlende Sicherheitsgefühl auf der Straße ein wesentlicher Faktor ist, der vom Umstieg aufs Rad abhält. Hier könnte auch besonders auf Gemeindeebene der Sicherheitsfaktor wesentlich erhöht werden.

Der Radverkehr ist besonders seit der Corona-Pandemie massiv gestiegen, die Verkaufszahlen – besonders von E-Bikes - haben ebenfalls stark zugenommen. So produziert die österreichische Firma KTM beispielsweise 360.000 Räder pro Jahr. Das stellt selbstverständlich auch gesteigerte Bedürfnisse an die Infrastruktur, bei der eben auch – wie oben beschrieben – innovative Möglichkeiten mitgedacht werden sollen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. zu prüfen, welches Potential betreffend die kurzfristige Errichtung von Pop-up-Radwegen in steirischen Gemeinden und insbesondere in den Bezirkshaupstädten und Städten besteht, sowie
  2. bei einem festgestellten Bedarf die Umsetzung finanziell zu unterstützen.

Unterschrift(en):
LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)