LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1279/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.11.2016, 16:18:47


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): LTAbg. Mag. Christian Buchmann (ÖVP)

Betreff:
Schulskikurs-Offensive für das Schuljahr 2017/18

Am 17. November 2016 berichtete der Österreichische Rundfunk auf seiner Internetseite unter dem Titel „Skikurs als Pflicht ‚unrealistisch‘“ über das Problem des schwindenden Interesses von Kindern und Jugendlichen für den Skisport: „Frei nach dem Sprichwort ‚Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr‘ fürchtet die Wintersportindustrie, die nachkommenden Generationen für den Skisport zu verlieren. Nicht zuletzt die hohen Kosten lassen Familien zunehmend auf den Skiurlaub verzichten. Die Wirtschaft setzt nun auf die Schulen und versucht, Klassen mit ‚Zuckerbrot‘ auf die Piste zu locken. Die ‚Peitschen‘-Variante etwa mit einem verpflichtenden Skikurs stößt auf wenig Zustimmung. Erst kürzlich forderte die Seilbahnwirtschaft, Skikurse wie bis Mitte der 90er Jahre wieder verpflichtend einzuführen. […] ‚Das wäre einfacher‘, meinte auch der Fachinspektor für Bewegungserziehung und Sport im Landesschulrat Vorarlberg, Conrad Berchtold.“ (Quelle: http://orf.at/stories/2364729/2364730/)

Seit Jahren ist ein eklatanter Rückgang an Schulskikursen zu verzeichnen, dieser hat einschneidende Auswirkungen auf den Tourismus. Gerade in Nebensaisonen waren Skikurs-Teilnehmer für viele Liftbetreiber eine existentiell wichtige Kundengruppe. Neben diesen Umsatzeinbußen, die der Tourismuswirtschaft zu schaffen machen, ist der langfristige negative Effekt viel schwerwiegender. Kinder, die das Skifahren nie gelernt haben, verbringen für gewöhnlich auch im späteren Lebensalter ihre Winterurlaube nicht bzw. nur sehr selten auf schneebedeckten Almen. Skifahren ist der Nationalsport Österreichs. Das Land Steiermark sollte daher wieder finanzielle Anreize schaffen, um Schülern die Teilnahme an Schulskikursen zu erleichtern.

Bezugnehmend auf einen Antrag der FPÖ Steiermark vom 25. November 2011 mit dem Titel „Wiedereinführung der Schulskikurs-Offensive“ (EZ 899/1) bestätigte auch der Landesschulrat für Steiermark die positiven pädagogischen Effekte von Wintersportwochen. Schüler betreiben dabei nicht nur Sport, sondern lernen auch, sich selbst zu organisieren, die eigenen Materialien zu warten und eignen sich eine Reihe von sozialen Kompetenzen an. Der Landesschulrat sieht in den Kosten sowie der notwendigen Teilnehmerzahl die Hauptgründe für die rückläufigen Skikurse: „Neben den Kosten der Schulskikurse wird als weiterer Hinderungsgrund der Umstand angeführt, dass die Schulveranstaltungsverordnung eine Mindestteilnehmerzahl von 70 % der Schülerinnen und Schüler einer Klasse vorschreibt. So kommt es immer wieder vor, dass ganze Klassen nicht auf Wintersportwoche fahren können, weil mehr als 30 % (das sind 8 von 25 Kindern) nicht teilnehmen wollen oder können."

Durch eine adäquate Förderung von Schulskikursen könnte dem Sterben kleinerer Skigebiete in der Steiermark effektiv entgegengewirkt werden. Die Beteiligung des Landes an den Kosten für Wintersportwochen würde einer großen Schüleranzahl die Teilnahme an ebendiesen ermöglichen, wodurch auch Gebiete abseits des Massentourismus wieder mehr Besucherzahlen verzeichnen könnten. Immer mehr steirische Skiorte können den Liftbetrieb aufgrund von massiven Gästerückgängen nicht aufrechterhalten und geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Eine solche Offensive würde mit Sicherheit eine geeignete Maßnahme darstellen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Dadurch hätte eine Insolvenz von kleineren Gebieten wie etwa dem Alpl, der Aflenzer Bürgeralm, der Lammeralm der Mariazeller Bürgeralpe oder der Stubalm womöglich verhindert werden können.

Die positiven Auswirkungen auf kleine Skigebiete, die Stärkung der Wirtschaft sowie des Tourismus und insbesondere die Ermöglichung für Schüler, an Wintersportwochen teilzunehmen, um somit den österreichischen Nationalsport zu bewahren, sind Grund genug für die Einführung einer entsprechenden Schulskikurs-Aktion.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, mit den jeweiligen Tourismusverbänden der steirischen Skiregionen Kontakt aufzunehmen, um ein Konzept zur Unterstützung und finanziellen Beteiligung an den Kosten von Schulskikursen auszuarbeiten und dieses dem Landtag vorzulegen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)