LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1427/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 27.01.2017, 09:33:42


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Umwelt
Regierungsmitglied(er): Landesrat Anton Lang

Betreff:
Geeignete Maßnahmen gegen Neophyten ergreifen

Der Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude oder Heracleum mantegazzianum genannt) stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, seit 1950 breitet er sich immer weiter Richtung Westen aus, hat inzwischen auch in der Steiermark Fuß gefasst und stellt daher einen Neophyten dar. Er ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die Blütezeit liegt in den Monaten Juli bis September.

So imposant diese Pflanze wirkt, so gefährlich kann sie auch sein. Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus kann in Verbindung mit Licht Hautschädigungen verursachen. Dabei ist die Stärke der Reaktion von der Intensität der Sonneneinstrahlung abhängig. Besonders betroffen sind empfindliche Hautpartien wie das Gesicht, die Arminnenseiten oder die Schleimhäute. Beschleunigt wird der Vorgang durch Schweiß. Nach dem direkten Kontakt tritt zuerst eine brennende und juckende Rötung auf, nach zirka 20 Minuten entzündet sich die Haut und löst neben einem Juckreiz eine intensive Blasenbildung aus. Die bis zu drei Meter groß werdende Staude enthält nämlich den toxischen Stoff „Furocumarin“, der bei Sonnenlicht Hautentzündungen verursacht. Diese heilen nur langsam ab und können Narben sowie Pigmentierungen hinterlassen.

Die Herkulesstaude kommt inzwischen in ganz Österreich vor. Generell bevorzugt sie feuchte, nährstoffreiche Böden. Saurer Untergrund und warme Gebiete hingegen verträgt sie nicht. Zur Bildung von Blüten und in weiterer Folge von Früchten benötigt der Riesenbärenklau einen sonnenexponierten Standort, er kann aber auch an schattigen Standorten über Jahre hinweg vegetativ überleben. Man findet die Pflanze sehr oft in Ufernähe, also in Bach- und Flussauen, in Hochstaudenfluren und teilweise auch an Straßenrändern. Auf Grund der großen Blattmasse und dem hohen Reproduktionspotential verdrängt diese Art heimische Pflanzen aus den vorher genannten Gebieten.

In den letzten Jahrzehnten wurde versucht, der weiteren Ausbreitung der Pflanze mit Mähen, Ausgraben und Fräsen entgegenzuwirken. All diese Maßnahmen zeigen jedoch nur Wirkung, wenn sie richtig durchgeführt werden.

So ist beim Abmähen darauf zu achten, dass der Riesenbärenklau über eine Speicherwurzel, aus der er innerhalb kurzer Zeit wieder austreiben kann, verfügt. Daher wird empfohlen, diese Vorgehensweise Ende Juli, d.h. zu Beginn der Fruchtreife, durchzuführen, da zu diesem Zeitpunkt das Speichervolumen in der Wurzel vollkommen verbraucht ist. Außerdem muss die Frucht bei dieser Art der Bekämpfung noch grün gefärbt sein.

Beim Ausgraben der Herkulesstaude ist darauf zu achten, dass ein möglichst großer Teil der Wurzelrübe entfernt wird, da sich die Pflanze sonst regenerieren kann.

Das Fräsen der Pflanze hingegen hat nur Sinn, wenn die eingesetzte Fräse auf mindestens zwölf Zentimeter Tiefe eingestellt ist, da ansonsten die Speicherwurzel nicht ausreichend geschädigt wird.

Neben dem Riesenbärenklau hat man in der Steiermark bereits mit anderen invasiven Neophyten zu kämpfen. Zu den wichtigsten zählen hierbei die „Ambrosia“, der „Staudenknöterich“, das „Drüsige Springkraut“, die „Kanadische Goldrute“ und die „Robinie“. Jede einzelne dieser Gewächse hat unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich Ausbreitung und muss individuell bekämpft werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. mit den steirischen Gemeinden gemeinsam ein flächendeckend wirksames sowie effizientes Konzept zur Bekämpfung von Neophyten auszuarbeiten,

  2. die Möglichkeit der Umsetzung eines „Steiermark-Kataster“ hinsichtlich Vorkommen von Neophyten auf der Homepage des Landes Steiermark zu prüfen und

  3. einen Leitfaden für den richtigen Umgang mit Neophyten zu erstellen und diesen auf der Homepage des Landes Steiermark zu veröffentlichen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)