LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1337/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.04.2021, 08:43:20


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Klimaschutz
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger, Landeshauptmann-Stv. Anton Lang, Landesrätin Mag. Doris Kampus, Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Tierwohlkriterien in steirischen Landesküchen

Die industrielle Fleischproduktion steht diametral zu Tierwohlaspekten und ist ethisch kaum vertretbar. In jeder Sekunde werden in Österreich drei Tiere, viel früher als es ihrer natürlichen Lebenserwartung entspräche, geschlachtet. Dabei handelt es sich, wie wissenschaftliche Studien zunehmend belegen, teilweise um äußerst intelligente Spezies https://science.orf.at/stories/3201245/) mit einem (basalen) Selbstbewusstsein (https://sciencev2.orf.at/stories/1631540/index.html) und einem komplexen Innenleben (https://science.orf.at/v2/stories/2817403/). Diese Problematik wird noch verschärft, wenn, wie in der Steiermark mittlerweile an der Tagesordnung, gravierende Missstände im Bereich der Nutztierhaltung auftreten.

Eine repräsentative Umfrage unter Menschen zwischen 16 und 29 Jahren hat gezeigt, dass mehr als zwei Drittel der jüngeren Generation die heutige Fleischindustrie ablehnen (Global 2000: Fleischatlas 2021). Ein weiterer großer Prozentsatz der Konsumentinnen (90%) spricht sich ganz klar für eine Herkunftsbezeichnung von Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln aus, da hieraus schon bestimmte Tierwohlkriterien abgeleitet werden können (European Commission, 2013). Die „BIO-zertifizierten“ Lebensmittel, die ebenfalls suggerieren, dass die verarbeiteten Tiere ein vergleichsweise angenehmes (Ab-)Leben hatten, gehören mittlerweile zu den umsatzstärksten Produktpalletten der heimischen Supermärkte (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190905_OTS0059/bio-austria-bio-umsaetze-in-oesterreich-legen-weiterhin-zu).

Konsumentinnen wollen also transparent darüber informiert werden, wie das Fleisch auf ihrem Teller sein Leben verbracht hat (und wie dieses beendet wurde). Es geht hierbei um bewusste Kaufentscheidungen und die mögliche Unterstützung einer (persönlich) vertretbaren Fleischindustrie und Nutztierbehandlung.

Die Etablierung eines Tierwohllabels für verarbeitete Gerichte in steirischen Landesküchen wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung und wäre auf Linie mit Landesrat Seitingers Befürwortung einer klaren Lebensmittelkennzeichnung (https://www.kleinezeitung.at/steiermark/5879421/Vorwuerfe-gegen-Schweinezucht_Landesrat_Diese-Bilder-sind-nicht).


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, ein Tierwohl-Gütesiegel für verarbeitete Fleischprodukte in den Landesküchen zu etablieren, welches bewusste Kaufentscheidungen im Sinne artgerechter Haltung und Schlachtung des konsumierten Fleisches ermöglicht.


Unterschrift(en):
LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)