LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 217/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 03.09.2015, 19:01:23


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Hannes Amesbauer, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Landesweite Einführung von GEKO (Geriatrischer Konsiliardienst)

In der Landtagssitzung vom 19. Mai 2015 wurde der selbstständige Antrag mit der EZ 3422/1 als Allparteienantrag einstimmig beschlossen. Im Beschlusstext wurde die Landesregierung aufgefordert, „in der kommenden Regierungsarbeit unter anderem den Ausbau von mobilen und ambulanten Angeboten im Bereich der ‚Pflege zu Hause‘ zu präferieren“. Begründend führte der Landtagsbeschluss dazu Folgendes aus: „Die Pflege und Betreuung von älteren Menschen ist heute keine Ausnahmeerscheinung, sondern steht schon seit Jahren im Zentrum der österreichischen Sozialpolitik. Ein hoher Anteil der älteren Menschen (ca. 90%) wünscht sich, so lange wie möglich in den gewohnten vier Wänden bleiben zu können. Aus diesem Grund ist dies auch nach wie vor die häufigste Wohnform älterer Menschen. Österreichweit leben ca. 80 bis 85% der pflegebedürftigen Personen zu Hause und werden von Familienangehörigen allein oder mit Unterstützung professioneller Dienste betreut. […] Der Ausbau von mobilen und ambulanten Angeboten ist zu präferieren, weil so das Leben der Betroffenen in der gewohnten Umgebung unterstützt wird. Das würde auch dazu führen, dass die wesentlich kostenintensivere stationäre Versorgung jenen vorbehalten bleibt, die sie aus pflegerischen und medizinischen Gründen eher benötigen.

Die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz entwickelten das Projekt „Geriatrischer Konsiliardienst (GEKO) zur medizinischen Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen“.  Ziel dieses Projektes ist es, einen internistisch-fachärztlichen geriatrischen Konsiliardienst (GEKO) in die medizinische Betreuung von Pflegeheimbewohnern zu integrieren, um

  • eine intensivierte medizinische Vor-Ort-Versorgung in den Pflegeheimen zu erreichen,
  • die Häufigkeit der Notwendigkeit von Spitalseinweisungen zu reduzieren,
  • Akutspitäler zu entlasten, da der geriatrische Konsiliardienst auf dem Prinzip „Facharzt kommt zu Patient ins Pflegeheim und nicht Patient kommt zum Facharzt ins Spital“ beruht,
  • eine Kosten-Reduktion der medizinischen Behandlung bei gleichzeitiger Optimierung der medizinischen Versorgung in den Pflegeheimen  zu erreichen.

Das Projekt GEKO legt großen Wert auf das konstruktive Zusammenwirken von Hausärzten, Krankenhäusern, Pflegeheimen und weiteren in diesem Bereich angesiedelten Institutionen. Im Landespflegezentrum Bad Radkersburg wurde mit 01.03.2014 ein solches Pilotprojekt ins Leben gerufen. Dabei stellte sich heraus, dass „GEKO-Pflegeheime“ eine signifikant niedrigere Anzahl von akuten Krankenhauseinweisungen, sowie Krankenhaus- und Facharztzuweisungen aufwiesen. Der Rückgang der Anzahl akuter Spitalseinweisungen in den am Pilotprojekt teilnehmenden Pflegeeinrichtungen wird dabei mit 48 Prozent beziffert. Die Evaluierung des Pilotprojektes zeigt, dass ein internistischer, mobiler geriatrischer Konsiliardienst zu einer statistisch signifikanten Reduktion von akuten Krankenhauseinweisungen aus Pflegeheimen führt. Es kann somit festgehalten werden, dass es durch GEKO zu positiven Auswirkungen für die Patienten gekommen ist, lange Wartezeiten und häufige Betreuungsteam-Wechsel reduziert wurden und es zu weniger Stress für die zu pflegenden Personen kam.

Für das Pilotprojekt „Geriatrischer Konsiliardienst – GEKO“ wurden die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielten die GGZ den SALUS-Preis des Landes Steiermark, im Jahr 2013 den TELEIOS-Preis der Republik Österreich und 2014 den österreichischen Preis für integrierte Versorgung in der Kategorie „PatientInnen und Angehörigenorientierung (INTEGRI)“ durch den Bundesminister für Gesundheit.

Eine landesweite Einführung von GEKO entspricht allen Anforderungen einer modernen Pflegebetreuung und steht im Einklang mit dem vom Landtag einstimmig beschlossenen Antrag zum Ausbau von mobilen und ambulanten Angeboten. Aufgrund der erzielten Erfolge, der positiven Auswirkungen auf die Betroffenen und der damit einhergehenden Kostenreduktion sollte dieses System zu einer breiten Anwendung in der gesamten Steiermark kommen.


Es wird daher der Antrag gestellt, der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, den von den Gesundheitszentren der Stadt Graz entwickelten „Geriatrischen Konsiliardienst (GEKO)“ in sämtlichen Spitälern der Steiermark anzubieten und für die finanzielle und personelle Ausstattung zu sorgen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Hannes Amesbauer, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)