LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP N10

EZ/OZ 1739/4

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit

Betreff:
Attraktivierung des Pflegeberufs

 

Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß, Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl
zu:
EZ 1739/1, Attraktivierung des Pflegeberufs (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Bildung, Gesellschaft und Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 17.05.2022 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Der Antrag der KPÖ, EZ 1739/1 betreffend "Attraktivierung des Pflegeberufs" wurde in mehreren Sitzungen im Unterausschuss "Pflege" beraten.

Im Selbstständigen Ausschussantrag (EZ 404/7) ist die Forderung "Weiterführung des Ausbaus der Ausbildungsplätze an der FH Joanneum für Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen" enthalten. Seit 2016 besteht an der Fachhochschule JOANNEUM der FH-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, der kontinuierlich aufgestockt wurde und ab dem Wintersemester 21/22 216 Plätze pro Jahr für Anfängerinnen und Anfänger bietet. Um das Studienangebot der FH JOANNEUM im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege zu erweitern, wurde ein neuer Standort in Kapfenberg beschlossen. Ein entscheidender Faktor für die Gesundheits- und Pflegeversorgung in der Steiermark ist der weitere Ausbau der Ausbildungsplätze an der FH Joanneum. Ein weiterer wesentlicher Schritt für die Ergreifung eines Gesundheits- und Krankenpflegeberufs ist ein modulares durchlässiges und berufsbegleitendes Ausbildungssystem in den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen bis hin zur Fachhochschulausbildung.

Im Sommer wird die Evaluierung der Pflegepersonalbedarfsprognosestudie veröffentlicht, an der sich die Anzahl der Ausbildungsplätze der einzelnen Pflegeberufe dimensionieren wird. Das Land Steiermark bietet insgesamt 250 zusätzlich Ausbildungsplätze für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege an. Somit gibt es in der Steiermark insgesamt (mit der privaten Gesundheits-und Krankenpflegeschule) über 600 Ausbildungsplätze.

Das Land Steiermark hat das Taschengeld mit Februar 2022 von EUR 100,- auf EUR 300,- pro Monat, 12x jährlich erhöht. Die Gesamtkosten pro Auszubildenden pro Monat betragen mit den Sozialversicherungsbeiträgen insgesamt EUR 410,56. 

Eine Entlohnung für Pflichtpraktika im Rahmen der Ausbildung erscheint prinzipiell als möglicher weiterer Anreiz die Ausbildung in der Pflege zu ergreifen. Es braucht dafür allerdings ein bundesweit einheitliches Vorgehen, auch im Sinne der Gleichbehandlung für Praktika im Rahmen anderer Ausbildungen. Die Bundesregierung hat am internationalen Tag der Pflege ein Pflegereformpaket präsentiert, welches insgesamt über 20 Maßnahmen mit einem Volumen von einer Milliarde Euro für den Pflegeberuf, die Ausbildung sowie für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bis zum Ende der Gesetzgebungsperiode umfasst. Wer seine erste Ausbildung in einem Pflegeberuf macht, erhält einen Ausbildungszuschuss von mindestens 600,- Euro pro Monat bzw. pro Praktikumsmonat.  

Weiters ist im Bundespflegereformpaket mehr Gehalt für jede einzelne Beschäftigte und für jeden einzelnen Beschäftigten in der Pflege vorgesehen. Für die Jahre 2022 und 2023 stellt der Bund insgesamt 520 Millionen Euro zur Verfügung. Die Auszahlung erfolgt voraussichtlich als monatlicher Gehaltsbonus. Die Verteilung der Mittel wird gemeinsam mit den Ländern und Sozialpartnern sichergestellt. Dieser Gehaltsbonus ist zunächst auf zwei Jahre befristet, bis andere notwendige Entlastungsmaßnahmen greifen. Dringend benötigte Erholung bringt eine zusätzliche Entlastungswoche, auf die beim Bund oder bei privaten Einrichtungen beschäftigte Pflegekräfte ab ihrem 43. Geburtstag Anspruch haben – unabhängig davon, wie lange sie schon im Betrieb arbeiten.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Bildung, Gesellschaft und Gesundheit zum Antrag der Abgeordneten der KPÖ, EZ 1739/1 betreffend "Attraktivierung des Pflegeberufs" wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Die Obfrau:
LTAbg. Barbara Riener